You are currently browsing the category archive for the ‘Ninh Binh’ category.

Weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
Further photos to this post are here on Picasa

Am letzten eigentlichen Reisetag, dem 4. Tag in Ninh Binh, wollte ich es nun doch noch wissen und die Hoa Lu Pagode finden, die ohne Führer auch andere nicht gefunden hatten. Mit dem vietnamesischen Namen Hoa Lu Kinh Do konnte ich mich durchfragen, Pagode hatte niemand verstanden. Die vom Hotel ausgehändigte Planskizze hat die Namen in Englisch, der Massstab ist auf der ganzen Zeichnung verschieden und auch die Richtungen stimmen nur ungefähr. Es kommt der Verdacht auf, sie machten dies mit Absicht, damit die Gäste eher einen Führer nehmen.

Der Bewachungs-Soldat der Volksarmee scheint keinen überaus anstrengenden Job zu haben.

Ich fand sie also doch, die Hoa Lu Pagode, hätte aber nicht unbedingt hin müssen, eine wie viele andere. Das spezielle für die Vietnamesen ist sicher, dass zur Blütezeit des vietnamesischen Reiches die Hauptstadt in Hoa Lu war, zur Zeit als Dschingis Khans Horden abgewehrt worden sind, obwohl doch ein Koenig mit Familie von den Mongolen enthauptet worden war.

Bei der Weiterfahrt mit Ziel Van Long kam ich plötzlich wieder in Sichtweite der Grossbaustelle Bai Dinh und fuhr also nochmals hin, diesmal von der Seite, wegen besserem Licht. Mich wundert, wer die Baukosten für diese immense Pagoden-Anlage bezahlt. Leider vergass ich zu fragen.

Dieses Internet-Cafe muss ich Euch zeigen, ein Wahnsinn, aber durch die Türe sah ich wirklich zwei Computer dort stehen.

Mit etwas Fantasie folgte ich den Strassen gemäss Plänchen, fragte aber immer wieder mal nach dem Ort Ria, ausgesprochen Sia. Weiss man dies nicht, so nützt alles Fragen nichts. Bei einem Schild, das nach dem Ort Me wies, was nach Planskizze auf dem Weg nach Van Long liegt, bog ich mutig rechts ab auf eine schmale unasphaltierte Strasse.

Das Strässchen führte durch eine Ebene mit vielen Feldern links und rechts. Erstaunlich, wie auch diese grossen Äcker mit Büffeln gepflügt werden und wie gerade die Furchen werden.

In einem Dörfchen hielt ich beim Kindergarten, ging in den Hof und zögernd gegen das offene Schulzimmer. Eine der Betreuerinnen winkte mich näher. Die Kinder waren gerade beim Essen, nur je eine Schale Reis, kein Gemüse und keine Fleischstücklein. Nachdem ich gesagt hatte, woher ich käme und wie ich heisse stimmte die Frau einen Sprechgesang an, den die fröhlich dreinschauenden Kinder kräftig runter brüllten, vermutlich zu meinen Ehren, oder war es etwa ein kommunistischer Slogan zu meiner Belehrung?

Der Dammweg kreuzte einmal eine halbfertige breite Strasse, auf deren betonierter neuer Spur die Ernte getrocknet wurde und ein Vermesser-Trupp die Zeit vertrödelte. Ja, die Marke Wild kenne er, sagte der Anführer.

Dann war die Strasse geradeaus fertig, aber eine Frau sagte, nach dem Ort Me gehe es doch geradeaus, aber über Wasser. Ohne lange zu überlegen wegen dem nicht so vertrauenswürdigen Bötchen, aber doch nach Runterhandeln des Preises von 10’000 auf 5000 Dong, vertraute ich mein Moped und mich einer alten Frau und ihrer Nussschale an. Neben dem Töffli auf dem leicht schwankenden Betonboot stehend wurde ich sachte über das Wasser gerudert und kam glücklich am anderen Ufer an. Gegen das Schwanken half auf den Boden schauen am besten. Kaum schaute ich gegen das Ufer oder sonst in die Ferne, so wurde mein Gleichgewicht etwas verunsichert. Dafür sah ich dauernd, wie wegen dem Gewicht des Mopeds und natürlich auch wegen meinem unvietnamesischen Gewicht der Bootsrand nur etwa 5 cm über das Wasser schaute, kein Wunder ruderte sie langsam und sanft.

Auf diesem zweiten Boot, das einen grösseren Flussarm überquerte, fühlte ich mich absolut sicher, schon beim ersten Hinschauen. Deswegen zahlte ich anstandslos die geforderten 10’000 Dong und schob mein Moped an dem Fuder Flechtwaren vorbei auf das Boot. Eine Frau auf dem Boot sprach mit mir in Englisch und sagte, sie sei auf dem Weg von einem Besuch bei ihrer Familie wieder nach Hanoi, wo sie in einer Firma arbeite, denn ihre Englischkenntnisse nützten ihr hier nichts. Das Fährboot sei ja sehr günstig, sagte sie, nur 5000 Dong! Aha, wieder Touristenpreis, oder Gewichtszuschlag. Ja, es gehe hier geradeaus nach Me.

Und so kam ich dann nach weiterem Dammfahren wieder auf die breite Strasse, die ich vom ersten Tag her kannte, dann nach rechts Richtung Ninh Binh und ja die Abzweigung links nach Van Long nicht verpassen.

Da war ich dann rasch in Van Long, und zu meiner Überraschung drängte mich keine der auf Kundschaft wartenden Frauen, mit ihr die Bootsfahrt zu machen, die von hier aus ähnlich Tam Coc über den See und in enge Täler oder Schluchten führen soll, wie mir im Hotel gesagt wurde. Ich war froh darüber, denn ich hatte keine Lust mehr für Bootfahren, nicht wegen der Töffüberfahrten, sondern weil ich es ähnlich wie Tam Coc vermutete, weil ein zügiger Wind wehte und weil ich noch 2 Stunden im Hotel haben wollte vor der Busabfahrt Richtung Hanoi.

Bedrängt wurde ich hingegen von den Verkäuferinnen der Tisch- und anderer gestickter Tücher. Warum die Bootsfrauen nicht wegen der Fahrt gebettelt hatten wurde mir klar, als ich das Ticket Office sah, mit den Velos der Ruderinnen davor.

Hier noch etwas zum Hotelleben, hier in Ninh Bin das “Than Thuy’s Guesthouse and New Hotel” bekannt aus dem Lonely Planet, links die Wäscherin, die in dieser Ecke den ganzen Tag am Waschen war, die Bettwäsche und Laundry der Gäste, rechts die Rezeption mit einer der Angestellten.

Um 12:20 war ich wieder zurück im Hotel, um vor der Busfahrt nach Hanoi den Reisebericht nachzuführen. Es ist erstaunlich, was hier in nur einem halben Tag erlebt werden kann.

Weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
Further photos to this post are here on Picasa

Da ich heute später von Ninh Binh weggefahren war traf ich um 11 Uhr in einem Dorf am Weg Schüler auf dem Nachhauseweg. Ich hielt an und ein Bub stellte sich vor mich hin und prahlte mit seiner noch lebenden Schlange, die er knapp hinter dem Kopf festhielt. Meine Essbewegungen bejahte er nickend, also landet sie im Kochtopf, wie alles hier, was kreucht und fleucht. Schlangensuppe schmeckt übrigens ganz lecker. Ganz wohl war mir nicht, wenn er hinter mir stand, hatte er doch angedeutet, sie mir im Genick unter das Hemd gleiten zu lassen.

Das erste Ziel war rasch erreicht, nicht weit von Tam Coc mit den Ruderfrauen. Eine gar nicht so alt aussehende Frau stand an der Barriere und verlangte den Obolus für den Zutritt zum Gelände der Mua Cave, wie das Ding heisst, aber eine Cave sah ich dort nicht, dafür einen Berg mit einer breiten im Zick-Zack zum Gipfel führenden Treppe. Nach den über 400 Treppenstufen wurde ich mit einer guten Aussicht belohnt.

Weit unten waren die Boote von Tam Coc zu sehen. Zuoberst auf der Gipfelkrete steht ein von weitem sichtbarer Drache aus Mörtel, vorne ein Pavillon mit einer weiblichen Statue, vermutlich die Göttin der Gnade. Mehrere Selbstauslöser-Versuche mit mir auf der Balustrade über dem Abgrund stehend misslangen, weil ich wegen der Höhe nicht hochspringen sondern relativ vorsichtig hochsteigen wollte. Als es nach einigem Üben endlich gelang, war mein Kopf nur halb auf dem Bild. Spass hat’s trotzdem gemacht. Ich konnte auch niemanden bitten, für mich zu klicken, denn weit und breit war keine Menschenseele. Die Ruhe da oben habe ich sehr genossen.

Die Kassiererin bot mir im Haus Tee an und wir wechselten die üblichen Informationen, Alter und Kinder. Sie ist 63 und hat kein einziges graues Haar. Ich sei heute erst der fünfte Besucher, es kämen selten viele. Wäre ich unten noch um den künstlich angelegten Weiher gegangen, hätte ich die Höhle gefunden, die über mehr als 100 m durch den Berg auf die andere Seite führt, wo man auf der Ebene der Tam Coc Bötchen stehe, wie mir Alain aus Pontresina am Abend sagte. Weiter ging es Richtung Hoa Lu Tempel und danach zur Bai Dinh Pagode, gemäss Planskizze. Ich glaubte meinen Augen zuerst nicht zu trauen, eine Autobahn, in the middle of nowhere.

Wäscheleine mit Bootszugang; auf dem Rückweg sah ich wirklich einen Jungen im Bötchen hinfahren.

.Die bauen hier eine Strasse für die ferne Zukunft, eine Autobahn fast, richtungsgetrennt mit je 2 Fahrspuren, und darauf selten ein Auto, nur ab und an ein Velo oder ein Motorrad. Die Leute fahren auf beiden Strassenseiten in beide Richtungen, wie es gerade passt, ich auch. Change of plan, zuerst die Bai Dinh Pagode. Nach 9 km Fahrt auf der Autobahn, ein paar mal unterbrochen durch Umfahrungen von Brücken im Bau, und nach deren Ende auf weiteren 3 km Landstrasse erreichte ich eine Baustelle gewaltigen Ausmasses.

Bei den Dutzenden von Zeltrestaurants war kein richtiges Essen zu kaufen, nur Getränke und Süssigkeiten und auf allen Tischen ein Tellerchen mit eigenartigen haarigen Knollen. Mein Lunch bestand also aus Gschwellti (Pellkartoffeln) mit Bier und harten übersüssen Keksen, die ich nach dem ersten verschenkte.

Ein kleiner Teil der Seitengebäude und der Eingang

Ich ging nur bis zum Turm nach dem Eingangsgebäude. Bis ganz nach oben zu gehen schien mir zuviel der Mühe für was ich zu sehen erwartete. Die Ausdehnung des ummauerten Areals ist schwer zu schätzen. In der Mittelachse stehen 5 Gebäude, weitere lange Gebäude stehen an den Seiten. Teils wurde mit Beton und Backsteinen gebaut, aber die Seitengebäude sind alle aus Holz, mit massiven Rundhölzern als Säulen und schweren mit Ornamenten versehenen Balken oben und für die Dachstühle. Gewaltig, die Pagode, die hier gebaut wird. Erwarten die Autobahnbauer täglich Tausende von Touristenbussen?

Auf dem Rückweg sah ich zufällig ein Ding wie ein Mailer von Köhlern. Die Arbeiter schichteten Lehmbrocken auf, durchmischt mit Kohle. Heisse im Licht flirrende Luft entströmte und durch die Zwischenräume glühte es gelbrot. Die gebrannten roten Brocken seien für Bai Dinh. Der Chef oder Vorarbeiter freute sich, im LCD der Kamera meine Baustellenfotos anzuschauen.

In Hoa Lu fragte ich nach dem Weg zum Tempel, aber niemand konnte mir Bescheid geben, hier sei Hoa Lu, ja ja, aber das Wort Pagoda verstanden sie nicht. Morgen habe ich ja noch einen halben Tag hier in Ninh Binh.

Der Wasserbüffel hatte weniger Bedenken wegen mir als ich wegen ihm. Er tat einen abrupten Schritt in meine Richtung und ich wich zurück. Rechts die gepressten Kohlebriketts, die stundenlang in jeder Küche glühen.

Weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
More photos to this post are here on Picasa

Tam Coc sei landschaftlich schöner als Halong Bay, hörte ich jemand sagen, auch schön und auch sehenswert, wäre mein Urteil. Aber nun der Reihe nach vom heutigen Tag. Über mein Frühstück berichte ich mit einem Beitrag in meinem Food-Blog, hier der Link. Nach kurzer Fahrt stiess ich wieder auf eine der Geschwindigkeitstafeln, die ich in einem früheren Beitrag erwähnt hatte. Hier nun das Bild zur Unterstützung des dort geschriebenen.

Den Halt nützte ich zum Einkauf von Keksen im kleinen Shop nebenan. Der Besuch eines Ausländers ist für die Leute hier an dieser Lage ein Ereignis, nicht so an meinem Hauptziel des Tages, in Tam Coc, wo es etwa ab 10 Uhr von Touristen wimmelt. Nach etwa 8 km Fahrt erreichte ich den grossen Platz mit der Anlegestelle der Tam Coc Ruderboote. Der Ablauf ist organisiert, Kassenhäuschen, Eintritt 30’000 Dong pro Person, Bootsfahrt 60’000 Dong pro Boot, weiter an die Treppe und rein in das nächste Boot wie am Taxistand am Flugplatz. Zur frühen Stunde, als ich dort war, war es noch sehr ruhig.

Die eineinhalbstündige ruhige Bootsfahrt führt in praktisch nicht fliessendem Wasser durch eine Ebene zu den Bergen und ein rechtes Stück hinein in die Talkessel. Dabei passiert das Boot 3 Höhlen-Tunnels, bei denen die Decke nur wenig über Kopfhöhe ist und der Kopf manchmal gar eingezogen werden muss, so niedrig sind die Durchgänge. Beim kürzesten war eine Länge von 45 m angeschrieben. Auf dem Hinweg löcherte mich die jüngere der beiden Frauen dauernd mit Monsieur, Monsieur, und allerlei Fragen, beide lächelten freundlich, aber auf dem Rückweg sagten beide kein Wort mehr und zogen eine Schnute. Als sie hinten am Ende um eine Cola von einem Verkaufsboot baten, bot ich ihnen mein Wasser, und als die jüngere den grossen Ballen mit Tischdecken, T-Shirts und allen möglichen Textilien öffnete, winkte ich ab und sagte, sie könne sich das Auspacken ersparen, ich hätte kein Geld. Kein Lächeln mehr und kein Wort bis 100 m vor der Anlegestelle, wo sie von mir barsch ein Trinkgeld einverlangten und gar andeuteten, vielleicht kentere sonst das Boot. In solchen Fällen bin ich konsequent. Was ich hier beschrieb kann ziemlich ähnlich im Lonely Planet nachgelesen werden, es läuft also immer so ab.

Auch hier rudern sie teils mit den Beinen, wie diese Frau mit ihrem Kiosk-Boot. Es gibt das zweibeinige Stossen oder gegengleiches Pedalen, was noch lustiger aussieht. Bei einer jungen Vietnamesin in engen Jeans macht sich die zweibeinige Version mit gespreizten Beinen recht gut.

Die Boote werden gepflegt, die alte Farbe bis aufs blanke Blech abgeschruppt und abgeschliffen, eine mühselige Arbeit ohne Maschinenhilfe. Die neu lackierten Bootsböden glänzen (fast) makellos. Wenn ich daran denke, wie bei uns in Taiwan das eiserne Terrassengeländer neu gestrichen wurde, über die Rostausblühungen, gar über den Dreck!!

Zwischen den Touristen wird in diesem unter Schutz stehenden Naturpark elektrisch gefischt, alles gibt es in Vietnam.

Bei einem Früchtestand kaufte ich teure Mandarinen, 2 US$ pro kg, verteilte Ballone an zwei Kinder, und danach bettelten mich alle umstehenden an und es kamen noch neue dazu, deuteten mit Fingern, wie viele Kinder oder Enkel sie hätten, bis ich fast ausgeschossen war.

Bei der rund 2 km entfernten sehr stillen Bich Dang Pagode, die ein Stück den Berg hoch gebaut ist, stieg ich oben einen Fussweg weiter hoch bis nahe an die Krete, wo mich ein Pfeil animierte, weiter weglos auf den Gipfel zu klettern, ja, eher zu kraxeln, denn es war was in den 70er-Jahren Schwierigkeit 2 war oder ein besserer Wanderfünfer. Der Gipfelrundblick lohnte den Aufstieg, eine fantastische Aussicht, allerdings etwas diesig. Beim Abstieg gab es noch etwas Stress, da ich den Weg nicht mehr fand, an senkrecht abfallende Klippen oder undurchdringliches Gestrüpp kam, 2x wieder hoch stieg und einen anderen Abstieg versuchte, nach links, nach rechts, nichts. Ich folgte den beschmutzten Stellen bis ich an den Geissebölleli realisierte, dass auch die Ziegen Dreckspuren hinterlassen. Muss ich schlussendlich am Abend noch runtergeholt werden, um Hilfe rufen? Was für eine Blamage das wäre! Nach einer Viertelstunde Irrungen stieg ich dann doch durch ein Loch im Fels, das ich schon ein paar mal gesehen hatte, und schaute auf die andere Seite, siehe da, 5 m darunter der Weg, gerettet.

Wieder etwas zum Vietnamesisch. In Cat Ba hatte ich gelernt, Pho Sau heisse gebratene Nudeln, nicht Nudelsuppe mit Gemüse, ich hätte falsch bestellt. Später fand ich im Wörterbuch 4 Formen von “sau”, alle fast gleich ausgesprochen gemäss phonetischer Schreibweise, nämlich sau = tief, rau = Gemüse (!), xau = Seil, giau vien = Lehrer, giau co = reich. Wie soll man sich da noch auskennen, zumal für “gebraten” ein ganz anderes Wort stand. Aber ich glaubte der Dame in Cat Ba, bestellte also heute gebratene Nudeln mit Ziegenfleisch, also “Pho Sau Tith De”, wörtlich “Nudeln gebraten Fleisch Ziege”, das letzte Wort De als Se ausgesprochen, das D mit einem Querstrich ist unser D, das ohne ist ein S, wieder ein S, wie auch das R. Und was erhielt ich? Nudelsuppe mit Gemüse und dazu ein Tellerchen mit Ziegenfleisch und Sesamsamen. Nach ein paar Monaten hier würde ich diese Sprachschwierigkeiten vielleicht dann doch noch kapieren. Geschmeckt hat die Gemüse-Nudelsuppe mit den reingeschmissenen Ziegenstuecklein aber ausgezeichnet, vor allem auch wegen der gerösteten Sesamsamen. Ziege musste es heute sein nach den Ziegenspuren, auch wenn das kleine Tellerchen mehr als doppelt soviel kostete als die Nudelsuppe.

Hat der Architekt dieses Hotels eine Zeichnung von Escher gesehen, treppauf, treppab?
Viele der neueren Häuser in Vietnam sind verschnörkelt gebaut, mit Säulen und Türmchen, ähnlich wie wir es in Taiwan vor 20 Jahren schon gesehen haben, oder ich in China. Auch die Farbenwahl ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Sehr beruhigend war der Besuch der Thai Vi Pagode bei Tam Coc, beruhigend ist aber hier alles ausser die Stadt. Der alte Mönch, so es denn einer war, zeigte mir, wo überall ich je ein Räucherstäbchen für gutes Glück stecken sollte und spielte mir auf einem ein-saitigen Zupfinstrument ein Stück vor, ganz allein für mich, niemand war da weit und breit. Er bat mich, drängte mich gar mit “pour Buddha”, mit ihm zusammen zwei kleine Bananen zu essen. Ich befürchtete Abzockerei, er würde am Ende seinen Preis verlangen, aber er deutete nur auf die Opferkiste für eine milde Gabe.

So ein Tag geht rasch vorüber, wenn man immer wieder mal anhält, zuschaut, die Ruhe geniesst. Zum Abschluss noch ein Bild vom Rummel wie im Disneyland, wenn dann die Busse mit den Tagestouristen aus Hanoi angekommen sind.

Hier an dieser Stelle, ich am Fotografieren, hielt ein Touristenboot an, die jüngere der beiden Ruderinnen stieg aus und bat mich um einen Ride retour an die Bootsstelle, da sie anscheinend schneller zurück wollte. So war die zierlich gebaute dann für 5 Minuten meine Sozia, abgedrängt von meinem Rucksack knapp sitzend, nichts für eine fette Touristin.

Viele weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
Many more photos to this post are here on Picasa

Heute mietete ich im Hotel ein Moped, das erste stotterte, so brachte ich es zurück, das zweite ist perfekt, und ich werde es für die Tage hier behalten, zumal ich es mit einem leeren Tank übernommen hatte und der Tank jetzt anständig voll ist.

Zudem fehlte der rechte Rückspiegel, den mir der erste Passant, den ich nach dem Weg fragte, reklamierte, indem er auf das Loch zeigte, eine Trillerpfeife imitierte, auf die Strassenseite winkte und das Geldzählzeichen machte. Aha, die Polizei. Bei der nächsten Mopedwerkstatt liess ich mir einen Spiegel anbauen, natürlich auch aus Spass und um dem Hotel zu zeigen, dass die Fahrzeuge in Ordnung sein sollten. Kostenpunkt 50’000 Dong = etwa 2.50 Euro, inkl. Arbeit und Tee beim Warten, und der Mech sagte noch, er sei teuer weil es Honda sei. Es war zumindest eine originalgetreue Kopie, sieht aus wie der linke, tadellos. Hoh Chi Minh, hier damals und heute genannt Onkel Ho, absolut nicht respektlos, fordert noch heute von vielen Plakatwänden guten Einsatz für die Nation.

Auch Fabriken gibt es in Vietnam, allerdings sah ich auf meiner Reise nicht allzu viele. Irgendwo müssen ja all die Rucksäcke, Schuhe und Kleider für den Export gefertigt werden, und Zement, Stahl, Mopeds, etc. für den lokalen Bedarf, sicher auch Streichholzschachteln, denn sonst wären nicht vielerorts die dünnen Holzblätter am Strassenrand zu sehen. Erstaunlich ist die Pyramiden-Architektur der Bürogebäude bei einer der Fabriken.

Weiter Thema Architektur: Welchen Background mag wohl der Besitzer dieses Hauses haben, dass er in dieser armen ländlichen Gegend ein solches Haus bauen lässt? Die normalen Neubauten kennen wir bereits, nichts von Klasse oder Geschmack, die ich als gut bezeichnete, und dann steht in der Nähe von ärmlichen Altbauten dieses gestaltete Haus mit Glasfronten, durch die der Wohnraum sichtbar ist. Alle Achtung, auch wenn ich den Abschluss oben nicht ganz so gebaut hätte wie er.

Die 44 km Fahrt zum Nationalpark Cuc Phuong war ein Erlebnis, weit mehr als der Park. Zuerst hielt ich bei Männern, die ein Betonboot am Bauen waren, schaute ein bisschen zu und schwatzte das wenige, was ich vietnamesisch jetzt sagen kann. Sie stoppten die Arbeit und luden mich in die nebenstehende Hütte zum Tee ein. Es wäre so schön, könnte ich mich mit den Leuten hier in ihrer Sprache unterhalten. Überall wird auf der Strasse, auch auf grossen, Reis zum Trocknen ausgebracht. Die beiden Mopeds mit Anhänger führen das gesamte Mobiliar eines Restaurants zu einem Fest oder Anlass, vietnamesisches Catering.

Der nächste Halt war im Hof eines Hauses etwas ab der Strasse, wo Frauen am Reisdreschen waren. Bald war das letzte Büschel in die Maschine gefüttert und kaum waren sie fertig mit Zusammenwischen kam ein Mann daher. Vermutlich lässt er die Frauen arbeiten und trinkt währenddessen Tee, und wenn das Motorengeräusch endet ist dies das Zeichen, wieder zu erscheinen. Er sprach leidlich Deutsch nach einem vermutlich etwas zurück liegenden Jahr Deutschlandaufenthalt. Wenn immer ich etwas sagte, kam sein “Ach soo”. Zusammen mit ihm und den Frauen chätschte ich die geschälten Zuckerrohrstängel, genoss den ausgezeichneten Zuckersaft und spie die Fasern aus wie sie. Der Motor der Maschine wurde wieder angeworfen, diesmal aber zum Fahren, und die Stör-Drescher machten sich auf den Weg zum nächsten Kunden. Die Bauersfrau winkte mich ins Haus und deutete Trinken an, aber ich verzichtete, da ich ja noch anderes sehen wollte.

Die Bilder sind ein repräsentativer Querschnitt über meine Zeit im Nationalpark, Bäume und nochmals Bäume, aber ausser 3 Vögeln und einigen Schmetterlingen kein einziges Tier. Bei den Dingen, die man überall in Vietnam in den Schnapsflaschen und Kochtöpfen findet ist dies kaum ein Rätsel. Ein Touristenführer im Hotel sagte mir am Abend, er gehe seit 7 Jahren beruflich in den Park, habe aber auch noch nie ein Tier gesehen. Schoen waren die 7 km Wanderung und die 40 km auf dem Moped hin und zurück doch, aber es reichte. Die Rundwanderung führte immer durch den Wald, mit erheblichem Höhenunterschied, so dass ich anständig zum Schwitzen kam. Teils war der Weg betoniert, teils mit Steinplatten belegt wie im Tessin und teils auch Naturbelassen. Um den Spott am Abend im Hotel zu vermeiden, wo ich gesagt hatte, ich brauche keinen Führer, ging ich bei einer unbeschilderten Weggabelung ein Stück zurück und mimte Fotografieren bis eine durch unser Hotel organisierte Gruppentour, die ich kurz vorher überholt hatte, wieder aufgeschlossen hatte. Ohne den Führer hätte ich den richtigen Weg nicht gewusst. Wieder allein nahm ich jeweils den linken von zwei wegen, in Richtung Ausgangspunkt, den ich auch glücklich erreichte.

Oft ist Sojabohnenkraut auf der Strasse ausgelegt, ohne Ausweichmöglichkeit, und alle fahren darüber und dreschen die Bohnen frei, Mopeds, Fahrräder, LKWs, Busse. Den Mopedfahrer mit einer grossen fetten Sau im Anhänger verpasste ich zu fotografieren, er war schneller als ich mit dem Hervorholen der Kamera, auch wenn es jetzt eine kleine ist. Hier folgen noch wahllos einige Bilder von diesem Tag.

Spät erst legte ich mich zu Bett, nach einem langen Gespräch mit einem Paar aus Pontresina. Sie sind zufällig befreundet mit Ruedi Christen, dem Unternehmer und Reiseleiter meiner Fahrradtour 1998 von Manali nach Leh im Ladakh, Nordindien, die uns über einige Pässe mit mehr als 5000 m Meereshöhe geführt hatte.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.