You are currently browsing the category archive for the ‘Halong – Cat Ba’ category.
Weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
Further photos to this post are here on Picasa
Zum Abschied von Cat Ba gab es wunderbares Wetter mit einem schönen Ausblick aus dem Zimmer, wegen dem Zoom etwas entfernter als es hier scheint.
Links warten Moto-Taxis auf Kunden, rechts mein Frühstücks-Restaurant, das Noble House.
Zum Frühstück kam ich auf Umwegen. Ich bestellte im Hotel, um zu üben in vietnamesisch, Phoe Sau Ga im Glauben, eine Reisnudelsuppe mit Gemüse und Huhn bestellt zu haben, erhielt aber dann gebratene Nudeln mit Huhn, und das lange nach einem halben Dutzend Vietnamesen, die nach mir gekommen waren und bestellt hatten. Ich brachte das Gericht zurück in die Küche, wollte nicht mehr, aber Miss Ha sagte, ich hätte falsch bestellt, Sau heisse gebraten. Sau heisst so vieles und wird in verschiedenen Arten geschrieben. Ich komme darauf zurück.
Die Nudelsuppe erhielt ich dann im Noble House, und es war die beste in Vietnam, vielleicht die beste, die ich je gegessen hatte. Zuerst war ich erstaunt über die kleine Portion, aber sie war alles Geld wert, fantastisch. Es wird auch geklettert auf Cat Ba, und wie man sieht recht anspruchsvoll. Das hier sind die an die Decke geklebten Bilder im Büro auf dem Mezzanine des Restaurants, damit sie die Gäste zu den geführten Touren animieren.
Das Ticket war für die Strecke von Cat Ba bis Ninh Binh, per Bus, Schnellboot, Bus und nochmals ein Bus. Ich war etwas besorgt, ob das simple auf Papier eines Reisebüros handgeschriebene Ticket überall akzeptiert würde, aber bis Haiphong ging es problemlos, und dort kam ein Mann mit einem neuen Ticket der lokalen Busfirma und so ging es ebenso problemlos weiter.
Mittagspause am Busbahnhof in Haiphong, Bier statt Essen, weil nur Kekse oder lahme Brötchen zu kaufen waren. Nach 6 Stunden Fahrt erreichten wir endlich Ninh Binh, meist auf schmalen Plastikstühlen in holprigen Bussen sitzend, musikalisch untermalt von andauerndem Hupkonzert.
Von der (älteren) Tochter der alten Dame wurde ich während der Fahrt eingeladen, neben sie zu sitzen, Früchte zu essen und mich mit ihr in Englisch zu unterhalten. Als die Familie ausstieg hörte ich Metallgeräusch von hinten und ging auch raus.
Stahlplatten und -Teile waren mittransportiert worden und wurden hier auf ein 3-raedriges Moto geladen. An der Strasse waren über km die Pannenstreifen mit Trockengut belegt, Sojabohnen vermutlich. Einige Dörfer hintereinander waren spezialisiert auf Holzarbeiten, mit massenweise Schnitzereien, Bettgestellen, Kästen, Baumstämmen an der Strassenseite. Einmal knallte es, der Bus hatte eine Frau auf einem Töffli angefahren, wir sahen sie und das Gefährt am Boden liegen, der Bus reduzierte kurz die Fahrt und fuhr dann weiter. Unglaublich. Aus der Entfernung sah ich die Frau dann aufstehen, zum Glück.
Hier bin ich im Author’s Pick des Lonely Planet Guides abgestiegen, in “Thanh Thuy’s Guest House and New Hotel”, ja so heisst es, weil es empfohlen war und auch, weil an der Busstation jemand vom Hotel potentielle Kunden aufgriff und gratis per Moped-Taxi ins Hotel fahren liess. Das Hotel ist das mit der blauen Reklame in der Mitte des linken Bildes. Auch hier sind die Häuser schmal, abgeschritten nur 4 m breit, also sind die 5 m doch nicht in ganz Vietnam zutreffend.
Von meinem Balkon
aus sehe ich über die Stadt und in den Hinterhof eines Bonsai-Liebhabers, allerdings sind sie etwas gross geraten. Die Leute im Hotel sind sehr freundlich, das Zimmer OK, sie haben hier sogar W-Lan, so dass ich den Blog auf dem neusten Stand halten kann.
Weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
Further photos to this post are here on Picasa
Gestern war ich um etwa 06.30 am Hafen. Kleine Barken kamen an die Treppenstufen der Mole, Leute gingen an Land und Fische und Meeresgetier wurde ausgeladen und abtransportiert. Auf einem 3-raedrigen Velo war gar eine Autobatterie mit kleiner Luftpumpe und Schläuchlein installiert, um die Wasserbecken mit Shrimps und Prawns zu belüften und die wertvolle Fracht am Leben zu halten.
Hier noch ein Kommentar zu den neuen Häusern in Vietnam. Überall sind sehr schmale, dafür lange, aus Backsteinen gebaute und mit Mörtel verputzte Neubauten, sogar allein stehend auf dem Land, wo doch Platz genug wäre für eine “normale” Bauweise. Die vom Staat freigegebenen Grundstücke seien alle 5 m breit und 35 m lang, so wird die volle Breite bebaut, wenn das Geld für ein zweites Grundstück fehlt oder das Land daneben nicht feil ist. Glücklich sind die mit einem Weg der einer Strasse auf der einen Seite, sonst sind nur Fenster vorne und hinten und seitlich sind rohe fensterlose und grau verputzte Wände.
Wenn die 35 m Länge in den Hang gehen und für den Hausbau die Tiefe fehlt wird mutig der Fels abgehackt und abgesprengt. Ob die Felswand dann hält und später bei starkem Regen nicht Erde vom oberen Teil des Hangs über die Felsen abrutscht? Das meiste Material wird mit Brechstangen abgeschlagen, und die Steinbrocken werden von Hand auf den LKW geladen.
Wegen des nicht so guten Wetters war heute ein Ruhetag angesagt. Frühmorgens geschah mir schon das erste Missgeschick, denn kurz nach dem ausserhalb des Hotels eingenommenen Frühstück, die übliche Reisnudelsuppe für 15000 Dong, weniger als 1 US$, fand ich den Hunderter, der vorher noch da war, nicht mehr unter den verschiedenen Noten in meiner Hosentasche. Ich muss wohl zusammen mit dem Fünfer den Hunderter statt eines Zehners gegeben haben. Ich muss besser auf das Geld Acht geben und die Hunderter separat aufbewahren! Nach dem gestrigen Nachtessen realisierte ich 50 m vom Restaurant, dass in meiner Hosentasche absolut Null Geld war, nicht eine einzige Note. Beim Zahlen hatten wir das Geld zusammengelegt zum Zahlen und ich hatte die Totalrechnung bezahlt. Hatte ich wohl mein ganzes Geld zusammen mit den Beiträgen der anderen in einem Bündel der Serviererin gegeben? Rasch zurück: “Hast Du Geld gefunden?” “Nein, nichts gesehen.” “Dann habe ich vermutlich zuviel bezahlt.” Sie nimmt ein Bündel Geld aus ihrer Hosentasche und legt es auf den Tisch, und siehe da, es ist etwa 10 US$ zuviel, ich hatte wirklich mein ganzes Geld gegeben und wie die Amerikanerinnen sagten, hätte sie das Bündel ohne Zählen eingesteckt. Die junge Frau lachte und ich war erleichtert, das Geld wieder zurück zu haben.
Das Wetter klarte nach dem Mittag auf. Ich setzte mich als Gast auf die Terrasse des Hotels meiner ersten Nacht in Cat Ba und benutzte den ganzen Nachmittag das W-Lan des Hotels, um im Schatten der vielen Stockwerke meinen Reiseblog auf den letzten Stand zu bringen. Zurück in meinem Zimmer merkte ich, dass ich mit dem W-Lan des grossen Hotels Verbindung aufbauen konnte, wenn ich mich am richtigen Ort aufs Bett setzte. Zwischen mir und der Terrasse ist nur die dünne Hauswand und 100 m Luft.
Zum Ausklang des Tages ein Ausblick aus meinem Hotelzimmer auf das abendliche Hafenbecken.
Weitere Fotos zu diesem Bericht sind hier auf Picasa
Further photos to this post are here on Picasa
Ich hatte die 3-Tagestour mit unbestimmter Unterbrechung in Cat Ba gebucht, so kommen mein dritter Tag und die Rückfahrt mit einer anderen Gruppe erst später, oder ich fahre mit einem Bus direkt nach Haiphong. Als erstes wechselte ich vom 13-geschossigen Holiday View Hotel mit 45 US$ Zimmerpreis zum 4-geschossigen Bay View nebenan mit grösserem und beinahe so schönem Zimmer für 12 US$, dazu Sicht auf die Bucht, wo ich im teuren aus dem Fenster nur den steilen grünen Hinterhang sehen konnte.
Im Hotel fragte ich nach Moped-Vermietern und erhielt statt einer Auskunft für 7 US$ pro Tag das vor dem Hotel stehende Töffli des Hotels vermietet. Ich fuhr dann fast alle Strassen auf der Insel ab, total etwa 70 km. Es war schön, allein unterwegs zu sein, anhalten zu können, wann immer ich wollte. Dazu viel Ruhe, schöne Natur, Begegnungen.
Bald traf ich auf eine Hochzeitsgesellschaft, hielt an und setzte mich zu den Zuschauern nebenan, bekam Tee offeriert, öffnete eine Rolle Ritz-Crackers und legte sie für alle auf den Tisch, und unterhielt mich mit Hilfe meines Büchleins mit Redewendungen mit den Nebenleuten. Eine ältere Frau verteilte ein paar der Cracker an andere und packte dann kühn den Rest der Rolle in ihr Tuch.
Auf der Insel ist eine 1963, während des amerikanischen Krieges, zum Spital ausgebaute Grotte offen für Besuche. Das unterirdische über 3 Stockwerke in massivem Beton gebaute Spital war für 130 Patienten und etwa 20 Ärzte ausgelegt, mit Aufnahme-, Untersuchungs-, Operations- und Krankenzimmern, Büros, Waschraum, Küche, Ventilation, elektrischer Beleuchtung. Obwohl alle Zimmer absolut leer stehen, leider, war es doch eindrücklich und den Besuch wert.
Nach dem letzten Dorf, auf der Strasse Richtung Bootpier, war ein Schuljunge zu Fuss auf dem Nachhauseweg, und als er mich kommen hörte, hielt er die Hand raus. Natürlich gab ich ihm einen Lift auf dem Sozius für die gut 2 km bis zum Ende des Piers, wo er sich in einem geflochtenen Ruderboot auf den Rest des Weges über das Wasser machte, hinüber auf die andere Seite, zu den schwimmenden Häusern. Er deutete mir noch an, mitzukommen, aber ich traute mich nicht, das Moped allein am Pier zu lassen und nicht zu wissen, wann ich wieder zurück gebracht würde. Auch bei diesem Jungen fiel auf, wie sauber und wie weiss sein Hemd war, wie bei allen Schulkindern.
Bei vielen der Häuser lagen frisch geerntete Erdnüsse zum Trocknen aus, auf Feldern waren Haufen von zusammengekehrtem Erdnusskraut. Ich sah viele Gemüsegärten, teils beinahe Plantagen, zumindest von der Menge gleichen Gemüses wohl für den Verkauf geplant.
Zurück im Hotel, am späten Nachmittag, nötigte mich ein älter als ich aussehender westlicher Mann, zu ihm an den Tisch zu sitzen. Der nur 45-jaehrige ehemalige britische Offizier textete mich voll mit seinen Lebensweisheiten, bestellte einen Vodka Coke nach dem anderen und sagte nach einer Stunde, er sei betrunken, und das war er auch. Er ist der Besitzer des Hotels und hat seine Wohnung im obersten Stockwerk, füllt sich vermutlich jeden Tag die Lampe und geht dann schlafen. Den ganzen Abend war er jedenfalls nicht mehr zu sehen. Die nette junge Frau, die den Laden schmeisst, sei seine Freundin, sagte er.
Unterwegs war ich zufällig, aber es gibt ja nicht so viele Strassen hier, auf die beiden Amerikanerinnen unserer Gruppe gestossen, die durch meinen Unterbruch motiviert auch eine zusätzliche Nacht auf der Insel bleiben und heute auch Mopeds mieteten. So assen wir zusammen Lunch, und dann ungeplant auch noch Dinner, bei einigen Schritten zwischen den beiden Hotels kein Wunder, dass man sich trifft.
Weitere Fotos zum 1. Tag in Halong Bay sind hier auf Picasa und die vom 2. Tag sind hier.
Further photos to the 1st day on Halong Bay are here on Picasa and those of the 2nd day are here.
Nach einer Nacht in Hanoi war um 8 Uhr Abfahrt mit einer geführten Gruppen-Tour für 3 Tage zur “obligatorischen” Schifffahrt und der Nacht auf dem Boot in der Halong Bay, einem Unesco Welterbe.
Die Pinkelpause war an einem grossen Touristenladen mit viel Keramik, Souvenirs und einem Humanity Center, wo etwa 20 junge Behinderte an gestickten Bildern arbeiteten.
Hier kurz das Programm des ersten Tages, die Bilder sagen mehr. Fahrt im Minibus bis gegen Mittag, Einschiffen auf einem dschunkeartigen Boot, Kabinenbezug, wunderbare Fahrt durch die Bay mit den 1965 Inseln, auf dem Oberdeck sitzen, Staunen, Knipsen, Besuch einer schwimmenden Fischfarm, Rundgang durch die Surprise Cave, Schwimmen, Sprünge vom Dach des Bootes, ein schöner Abend mit Sternenhimmel und vielen anderen beleuchteten Booten, reichlich Trinken mit den jungen Italienern Strina, Togni und Bendi, gute Nachtruhe auf dem Schiff bei offenem Fenster.
Der Reiseleiter sagte, für jeden Vietnamesen sei es einfach, die Anzahl der Inseln zu merken, es sei das Todesjahr von Ho Chi Minh. Ich hoffe, mir die Zahl richtig gemerkt zu haben, aber bei so vielen kommt es auf ein par mehr oder weniger auch nicht an. Es ist die Inselzahl in den 3 Bays zusammen. In der unter Unesco-Schutz stehenden Zone, der Halong Bay, sind um 600 Inseln. Es ist ebenso ein Karstgebiet aus Kalkstein wie die anderen bizarren Berge im Norden von Vietnam. Ähnlich zerklüftete und erodierte Gesteinsformen finden sich bei uns um den Säntis.
Viele der Hügel sind an der Wasserlinie stark erodiert, wie eingekerbt, bei Ebbe gut sichtbar. Auf einigen der Fotos sieht man dies gut. Ich sah Stellen mit 2-3 m Überhang am Wasser. Die Gezeiten seien recht hoch, je nach Mondstand bis 4 m. Entstanden sei das Karstgebiet an Land als Gebirge, die Gegend sei danach abgetaucht und vom Meer überflutet worden. Ohne von Geologie etwas zu verstehen nehme ich an, es hätte durch Verschiebungen Auffaltungen gegeben von Material, das früher von Ozean überdeckt war, und bereits während des Hochhebens hätte die Erosion angefangen und so seien diese Gebirge entstanden, die im Laufe der Zeit nicht mehr weiter hochgeschoben, sondern wieder teilweise unter den Meeresspiegel abgesunken sind. Sie sehen ähnlich aus wie unsere Kalkgebirge und praktisch genau gleich wie die Karste im Nordosten von Vietnam.
Neu und überraschend für mich war, von den Italienern zu hören, wie stark sich die italienischen Dialekte voneinander unterscheiden, so stark, dass Leute im wenig entfernten Veltlin kein Wort verstünden, wenn die 3 jungen Männer in Sondrio ihren Bergamasker-Dialekt sprächen, den sie untereinander immer bräuchten. Schon bei der Zähldemo auf 10 fand ich bei der Mehrheit der Zahlen nichts Gemeinsames mit uno, due, tre, …. Die 3 heissen richtig Patrick, Alan und Daniele, also nur einer mit italienischem Namen, und sie nennen sich wie oben geschrieben, ein Übername, ein Familienname und ein abgekürzter Familienname.
Programm des zweiten Tages: Wechsel auf ein kleineres Boot ohne Kabinen, das mit musste ja retour und neue Passagiere für die Nacht laden, 6 km Velofahrt auf einer Insel, mit miesen Rädern zu einem Dorf und zurück, Lunch und Baden auf Monkey Island, per Schiff zu einer schwimmenden Kajak-Station mit Mini-Fischzucht, eineinhalb Stunden Kajaken für die, die wollten, Fahrt nach Cat Ba, Hotelbezug im bei weitem besten Hotel auf meiner Reise.
Während einige mit Zweier-Kajaks die Umgebung erkundeten zog ich es vor, beim Haus der Familie zu bleiben und in Kontakt zu kommen, was auch gelang, freundlich Lächeln und Ballone für das Girl halfen, wie immer.
Überall in Vietnam sah ich diese Heizblöcke aus gepresstem Kohlepulver, sie glühen stundenlang. Manchmal sind die Öfen für einen, manchmal für drei Blöcke.
Diese junge Frau mit ihrem Baby traf ich auf meiner Fahrt mit dem klapprigen Velo bei einem kleinen Teehäuschen im Dorf Hai Viet. Die Mädchen heiraten sehr früh, mit 18 im Durchschnitt, bei den Hill Tribe Minoritäten noch früher. Ich fragte explizite, ob sie die Mutter sei, da ja auch Geschwister rumgetragen werden. Grosse Altersunterschiede gibt es übrigens auch, kein Wunder beim ersten Kind mit 18, da kann 20 Jahre später leicht noch was geschehen.
