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Motorradtour 1, Tag 7, letzter Tag
Pai nach Chiang Mai, 140 km
Total der 1. Motorradtour 1073 km

Ein Superpass von 95 km Länge, alles durch Wald, prägte die heutige Etappe, beginnend in Pai und endend in der Ebene vor Chiang Mai. Die weiteren etwa 45 km waren flach und geradeaus, am Anfang je 2 Spuren pro Seite wie Autobahn, aber ohne so gute Fahrbahnen wie auf den Autobahnen in Europa. Ab bebautem Gebiet war es etwas mühsam mit dem Verkehr, aber so ist es halt in Städten, am Schluss stop-and-go. Der Pass war wieder fantastisches Biken zum Abschluss, meist zügig zu fahren, doch auch mit einer rechten Anzahl Haarnadelkurven. Teils war die Strasse mit Bitumenbatzen durchsetzt, streckenweise auch recht holprig wegen der Flicken, insgesamt aber hammer, mega, geil zu fahren. Während 10 Minuten zählte ich die entgegenkommenden Autos, es waren 8 Stück, also kein Verkehr. Einmal begegnete ich einem Konvoi von 12 Minivans, alle in gleicher silberner Farbe und fast gleiche Modelle. Wer das wohl war? Weiter erwähnenswert scheinen mir eine Rinderherde mitten auf der Strasse, kein Alpabzug, sowie die Kuhfladen auf der Strasse, wie bei einer Alpstrasse. Heimweh kriegte ich deswegen jedoch nicht.

Der Mann hat einen Vogel. Es ist ein Tourist aus Bangkok, der nebst Familie auch seinen Vogel mitnahm. Er muss wohl sehr sicher über seine Anhänglichkeit sein, dass er ihn offen rumträgt. Er warnte mich vor den gefährlichen Strassen hier am Pass, die Kurven seien eng. Dass es in der Schweiz viele Bergstrassen hat und ich mich daran gewöhnt sei beeindruckte ihn wenig. Entweder hatte er Angst, kein Wunder bei jemandem aus der Grossstadt, oder er dachte an die Fahrweise der Thais.

Des Vogel-Thais Bruder, mit einer Canon EOS umgehängt, nötigte mich zu posieren.

Im Spiegel sehen meine Haare nie so grau aus!!!

Endloser Wald wie kaum in der Schweiz zu finden, und wenn, dann nicht in diesem Grün.

Hier ass ich Lunch, Reis und Stücke von den schön saftigen speckigen Schweinshaxen, rechts im Bild, mit säuerlicher und leicht scharfer Sauce.

Die Stadt mit dem vielen Verkehr und dem Lärm ist nicht meine Welt. Schade, dass es vorbei ist, aber am Dienstag fliege ich ja mit Rolf nach Burma, wo es geruhsamer zugeht als hier, vor allem dann im Bergdorf. Morgen ist wieder Zahnarzt angesagt. Ich werde die 3 Kronen einzementiert kriegen und alle Unebenheiten zwischen den Zähnen werden beseitigt, damit ich wieder Zahnseide benutzen kann, was ich diese Woche nicht durfte. Nach dem Kontrollbesuch am Montag wird hier über die Zahnarzt-Episode abschliessend berichtet.

Flights
Flight Zurich – Moscow – Hanoi by Aeroflot, arrival in Hanoi on Oct 10, 2008 at 11:00 hrs.
Flight Hanoi – Paris – Zurich by Air France, departure Hanoi on Nov 14 at 19:55 hrs.
It was a bonus miles ticket of ‘Flying Blue’, the mileage program of Air France – KLM, and it cost me the airport fees only.

Bike Trip Operator
Offroad Vietnam, Mr Anh Wu & colleagues, Hanoi
Web: http://offroadvietnam.com
Email: tours@offroadvietnam.com

Bike Trip 1
1227 km roundtrip from Hanoi to the northwest of Vietnam.
Duration: 10 days
Participants, from right to left: Pat from Brisbane, Robbie from Scotland, Jeroen from Tokyo, Glen from Mt. Isa, and I (Eric from Switzerland)
Guide: Mr. Thoi
My bike: enduro type Honda XL 125 cc
Overnight: 5 x hotel, 4 x homestay
Cost: US$ 760 incl. protector rental and bike upgrade from Honda road bike 160 cc. The fee is very high considering the actual cost in Vietnam, but they have those bikes, they know the way, they repair the bikes on the road, they know the homestays, they speak the language, and they want to make money, nothing wrong with that.

Route: Hanoi – Vu Linh (Lake Thác Bà) – Yen The – Bác Hà – Coc Li – Lau Cai – Sapa – Ban Ho – Lai Chau – Muong Lay – Tuan Giao – Son La – Mai Chau – Hoa Binh – Hanoi.

Saigon
Flight Hanoi – Ho Chi Minh City – Hanoi, 4 days with Rolf in HCM, stayed at “My Anh Hotel” at Le Lai Street for US$ 25 per night, camera got stolen as a negative highlight.

Bike Trip 2
996 km roundtrip from Hanoi to the northeast of Vietnam.
Duration: 7 days
Participants: Kenny & Rachel from Singapore, Vincent from South Africa, and I.
Guide: Quinh
My bike: enduro type Honda 250 cc
Overnight: 2 x hotel, 4 x homestay
Cost: US$ 770 incl. protector rental and costly bike upgrade from Honda road bike 160 cc.

Route: Hanoi – Lang Son – Quang Uyen – Ban Gioc Waterfall – Cao Bang – Ba Bê Lake – Namh Kanh – Vu Linh (Lake Thác Bà) – Hanoi.

Halong Bay & Cat Ba Trip
Operator: Vietnamopentours, booked through travel agent at my hotel, US$ 93
Duration: 3 days, 1 night on the boat, 1 night hotel in Cat Ba
I left the tour after the 2nd night and spent 2 days in Cat Ba, then went by public transport via Haiphong to Ninh Binh.

Ninh Binh and surrounding areas
I stayed at “Thun Thuan’s Guesthouse and New Hotel” in a single room at US$ 18 per night, rented a 125 cc scooter for 4 days at US$ 7 a day, visited Cuc Phuong National Park, Tam Coc, Hoa Lu, Bai Dinh, etc.

Hanoi
I stayed a total of 7 nights at “Camellia 4 Hotel”, 1 night before and 2 nights after each bike trip, 1 night before my return flight to Paris and Zurich; 5 nights booked through Offroad, 2 nights at US$ 20 booked directly.

Distance on motor bike
On the 2 bike trips plus the scooter rentals on Cat Ba Island (~ 70 km) and Ninh Binh (~ 400 km) I rode approx. 2700 km on bikes in Vietnam.

Total costs
I spent an average of US$ 66 per day, including the full cost of the bike trips and also including the not really necessary domestic return flight from Hanoi to HCM. The airport fees for the free bonus flight were not added, hence, the average daily expense corresponds to the costs in Vietnam.
Exchange rate Amex T/C on 08 Nov 2008: 16’820 Dong (VND) for 1 US Dollar at Vietcombank.

A rough dirt road to our liking (top left), flooded areas before lunch on the last day of trip 2, and I in the streets of Hanoi, after my fall.

The guy looking towards the camera helped me with the chain after my fall, getting awfully greasy black hands, and after the chain was in, sped to the car to help there.

Empty roads as a positive side effect of the flood.

We just went bravely all the way through, hoping not to suddenly ride into a manhole without cover. I can be seen lifting up my fallen bike.

Before retiring to bed on the last evening, after the drinking challenge with Mr. ‘Rocket Fuel’ Boi.

Der Flug von Hanoi über Bangkok nach Paris verlief problemlos, und auch der kurze Flug nach Zürich kam fahrplanmässig an. Nur auf den Monitoren in Paris war der Pilotenstreik mit vielen “vol annulé” bemerkbar, mir fielen aber keine Massen an gestrandeten Passagieren auf. Problemlos stimmt nicht ganz, denn nach dem Dinner war es plötzlich aus mit dem U-Programm in etwa 10 Sitzreihen, und meine war die letzte von ihnen. Also keine Musik, kein Movie, nicht mal lesen konnte ich, da auch das Licht nicht funktionierte.

Charles de Gaulle Airport Paris

In Paris dachte ich, das WLan sei super, richtete mich 3 m von hier an einem Pultchen ein, nur um dann festzustellen, dass sie ordentlich Geld wollten, also Netbook wieder einpacken, so dringend muss der Blog auch nicht aufdatiert werden.

Bei der Ankunft in Zürich wartete schon Larissa auf Rolfs Kartonrolle mit den vielen Ölbildern, die er in Saigon und Hanoi gekauft hatte und die ich nach Zürich brachte. Damit wären wir beim Thema, der vietnamesische Kunstmarkt, oder eher Kopiermarkt. Eine Kunstszene gibt es natürlich auch in Vietnam, aber von der sah ich nur wenige Exponate in erlesenen Galerien. Die üblichen Galerien, deren es in von Touristen frequentierten Stadtteilen von Hanoi und Saigon sehr viele gibt, verkaufen kopierte Meisterwerke und kitschige asiatische Massenware, Mönche, Buddhas, Frauen und dergleichen Sujets. In der einen Galerie, die ich mit Rolf besuchte, waren 5 Staffeleien aufgereiht und auf kleinen Hockern malten Kopisten eifrig drauflos, teils sehr behutsam und genau.

Ich hatte, wie früher beschrieben, eine Farbkomposition von Paul Klee als Ölbild in Auftrag gegeben, das Original eine Lithographie. Am Termin, nach der Nordost-Tour, bemängelte ich die Ausführung, es seien nur gerade Rechtecke und keine Textur, das könnte ich auch selbst. “OK, I talk to the artist, come back again.” Beim nächsten Besuch, am Vortag meiner Abreise, waren die Feldchen nicht mehr mit geraden Strichen unterteilt, aber die Textur, fehlende Schattierungen und nicht nachgemalte Unregelmässigkeiten waren Grund genug, das Bild nicht zu akzeptieren und stattdessen das “Mädchen mit Perl-Ohrring” von Vermeer zu nehmen, ebenfalls US$ 30, wie der bestellte Klee.

Vietnamese copy
Original Vermeer

Zuhause, beim Vergleich mit dem Original aus dem Internet, kam die Ernüchterung, auch der kleine Vermeer hält einem Vergleich nicht stand, die Kopie ist schlecht. Allein betrachtet ist es ein nettes Bildchen, für das ich vielleicht irgendwann doch noch einen Unterrahmen mache, es darauf spanne und es ins WC hänge. Im Moment muss es aus den Augen und in einer Mappe verschwinden.

In Saigon kam ich an einem Shop vorbei, in dem Bilder in Lacquer-Technik ausgestellt waren. Bei dieser Technik wird eine Holztafel, evtl. Sperrholz oder Spanplatte, mit schwarzem Lacquer mehrfach beschichtet und dann auf der Vorderseite ein Bild aufgemalt, das mit einem Glanzlack überzogen wird. Das fertige Produkt ist glänzend poliert und klingt beim Anklopfen mit dem Fingernagel sehr hart, wie die bekannten Lacquerware Dosen.

Ich konnte nicht widerstehen und kaufte zwei kopierte Ausschnitte aus Bildern von Hundertwasser, in eben dieser Lacquer-Technik. Sie gefallen auch Helen und zieren nun den Treppenaufgang.

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Die Busfahrt nach Hanoi dauerte für die gut 90 km eindreiviertel Stunden und kostete 45’000 Dong, etwa 2.15 Euro. Mit den 8 Passagieren ergab dies 17.20 Euro, das reichte ja nicht einmal für den Diesel. Im Busbahnhof in Hanoi bestürmte eine Horde Leute die Türe und liess uns kaum aussteigen. Draussen rissen sie sich um die Passagiere und eine Gruppe Männer scharte sich um mich: “Motor cycle, motor cycle, where you go?” Zu meinem Glück war einer mit einem Kleintaxi da, und nachdem ich ihm die Karte des Hotels gezeigt hatte, wedelte er mit einer Hunderter- und einer Fünfzigernote. Ich winkte ab und er zog einen Zwanziger raus, 120 also, aber ich sagte: “Meter!”, er “OK”. Der Verkehr mit all den Mopeds war fürchterlich, ein Chaos fast bei jeder Kreuzung.

Es kam noch besser. In der Nähe des Hotels bog der jugendliche Taxifahrer nicht ab, wo er sollte, was ich ihm mit leichter Empörung in der Stimme zu merken gab. Er bog dann bei der nächsten ab und fragte Passanten nach dem Weg, wendete aber auf der engen Strasse, blockierte den ganzen Verkehr, verlangte von einem Zuschauer, dass ein parkiertes Moped verschoben würde, damit er überhaupt mit Vorwärts- und Rückwärtsfahren die Kehrtwendung hinkriegte. Dabei würgte er dreimal den Motor ab. Also retour und weiter vom Hotel weg in eine Strasse, wo er bei der Nummer 44 anhielt und bedeutete, hier sei mein Hotel. Ich rief das Hotel an und gab ihm das Telefon. Darauf fuhr er noch etwas wirr im Zeug rum und fragte wieder mehrmals nach dem Weg, bis wir wieder da waren, wo ich den Weg kannte. Endlich. Der Zähler war am Ziel bei 120, die ich ihm aus Erbarmen auch gab.

Die Dame im Hotel klärte mich auf, es gebe zwei Strassen, die ausser dem Akzent gleich geschrieben aber verschieden ausgesprochen würden, und er hätte anscheinend den Akzent nicht beachtet. Also haben auch die Vietnamesen ihre Probleme mit ihrer Schrift, nicht nur Neulinge wie ich.

Das Tüpfchen aufs i im negativen Sinne: Ich hörte gestern Abend, die Piloten der Air France streikten von Freitag bis Montag, ausgerechnet jetzt. Am Samstag läuft mein Visa ab. Auf der Internet-Seite der Air France hiess es, die Hälfte der Flüge würde ausfallen. Vielleicht bleibe ich erst in Paris stecken.

Endlich fragte ich nach dem Grund für die Nummern an den Hauswänden. Es sei Werbung, vor-elektronische Spam für Handwerkerarbeiten, von einer Bagatelle wie einem Loch bohren bis zum Abbruch des Hauses. Natürlich wolle diese Aufschriften niemand an seinem Haus, aber sie würden nachts angebracht, wenn es niemand sähe, und eigentlich nur an alten reparaturbedürftigen Häusern. Vermutlich ruft der Hausbesitzer, sollte er einen Handwerker brauchen, eine Nummer an, die nicht an seinem Haus aufgepinselt worden ist.

Hier folgen noch letzte Bilder vom heutigen Tag in Hanoi. Um 16:30 geht mein Bus zum Airport. Die Infos im Internet zu meinen Flügen sind immer noch positiv. Das lässt mich hoffen.

Neben der Frau auf der Stufe sitzend ass ich einige ihrer ungebratenen Spring-Rolls zum Lunch, lecker.

Die Parkplätze für Mopeds sind immer noch auf dem Gehsteig und werden es wohl auch noch lange bleiben. Wie kommt es erst, wenn sich viele hier ein Auto leisten können?

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Am letzten eigentlichen Reisetag, dem 4. Tag in Ninh Binh, wollte ich es nun doch noch wissen und die Hoa Lu Pagode finden, die ohne Führer auch andere nicht gefunden hatten. Mit dem vietnamesischen Namen Hoa Lu Kinh Do konnte ich mich durchfragen, Pagode hatte niemand verstanden. Die vom Hotel ausgehändigte Planskizze hat die Namen in Englisch, der Massstab ist auf der ganzen Zeichnung verschieden und auch die Richtungen stimmen nur ungefähr. Es kommt der Verdacht auf, sie machten dies mit Absicht, damit die Gäste eher einen Führer nehmen.

Der Bewachungs-Soldat der Volksarmee scheint keinen überaus anstrengenden Job zu haben.

Ich fand sie also doch, die Hoa Lu Pagode, hätte aber nicht unbedingt hin müssen, eine wie viele andere. Das spezielle für die Vietnamesen ist sicher, dass zur Blütezeit des vietnamesischen Reiches die Hauptstadt in Hoa Lu war, zur Zeit als Dschingis Khans Horden abgewehrt worden sind, obwohl doch ein Koenig mit Familie von den Mongolen enthauptet worden war.

Bei der Weiterfahrt mit Ziel Van Long kam ich plötzlich wieder in Sichtweite der Grossbaustelle Bai Dinh und fuhr also nochmals hin, diesmal von der Seite, wegen besserem Licht. Mich wundert, wer die Baukosten für diese immense Pagoden-Anlage bezahlt. Leider vergass ich zu fragen.

Dieses Internet-Cafe muss ich Euch zeigen, ein Wahnsinn, aber durch die Türe sah ich wirklich zwei Computer dort stehen.

Mit etwas Fantasie folgte ich den Strassen gemäss Plänchen, fragte aber immer wieder mal nach dem Ort Ria, ausgesprochen Sia. Weiss man dies nicht, so nützt alles Fragen nichts. Bei einem Schild, das nach dem Ort Me wies, was nach Planskizze auf dem Weg nach Van Long liegt, bog ich mutig rechts ab auf eine schmale unasphaltierte Strasse.

Das Strässchen führte durch eine Ebene mit vielen Feldern links und rechts. Erstaunlich, wie auch diese grossen Äcker mit Büffeln gepflügt werden und wie gerade die Furchen werden.

In einem Dörfchen hielt ich beim Kindergarten, ging in den Hof und zögernd gegen das offene Schulzimmer. Eine der Betreuerinnen winkte mich näher. Die Kinder waren gerade beim Essen, nur je eine Schale Reis, kein Gemüse und keine Fleischstücklein. Nachdem ich gesagt hatte, woher ich käme und wie ich heisse stimmte die Frau einen Sprechgesang an, den die fröhlich dreinschauenden Kinder kräftig runter brüllten, vermutlich zu meinen Ehren, oder war es etwa ein kommunistischer Slogan zu meiner Belehrung?

Der Dammweg kreuzte einmal eine halbfertige breite Strasse, auf deren betonierter neuer Spur die Ernte getrocknet wurde und ein Vermesser-Trupp die Zeit vertrödelte. Ja, die Marke Wild kenne er, sagte der Anführer.

Dann war die Strasse geradeaus fertig, aber eine Frau sagte, nach dem Ort Me gehe es doch geradeaus, aber über Wasser. Ohne lange zu überlegen wegen dem nicht so vertrauenswürdigen Bötchen, aber doch nach Runterhandeln des Preises von 10’000 auf 5000 Dong, vertraute ich mein Moped und mich einer alten Frau und ihrer Nussschale an. Neben dem Töffli auf dem leicht schwankenden Betonboot stehend wurde ich sachte über das Wasser gerudert und kam glücklich am anderen Ufer an. Gegen das Schwanken half auf den Boden schauen am besten. Kaum schaute ich gegen das Ufer oder sonst in die Ferne, so wurde mein Gleichgewicht etwas verunsichert. Dafür sah ich dauernd, wie wegen dem Gewicht des Mopeds und natürlich auch wegen meinem unvietnamesischen Gewicht der Bootsrand nur etwa 5 cm über das Wasser schaute, kein Wunder ruderte sie langsam und sanft.

Auf diesem zweiten Boot, das einen grösseren Flussarm überquerte, fühlte ich mich absolut sicher, schon beim ersten Hinschauen. Deswegen zahlte ich anstandslos die geforderten 10’000 Dong und schob mein Moped an dem Fuder Flechtwaren vorbei auf das Boot. Eine Frau auf dem Boot sprach mit mir in Englisch und sagte, sie sei auf dem Weg von einem Besuch bei ihrer Familie wieder nach Hanoi, wo sie in einer Firma arbeite, denn ihre Englischkenntnisse nützten ihr hier nichts. Das Fährboot sei ja sehr günstig, sagte sie, nur 5000 Dong! Aha, wieder Touristenpreis, oder Gewichtszuschlag. Ja, es gehe hier geradeaus nach Me.

Und so kam ich dann nach weiterem Dammfahren wieder auf die breite Strasse, die ich vom ersten Tag her kannte, dann nach rechts Richtung Ninh Binh und ja die Abzweigung links nach Van Long nicht verpassen.

Da war ich dann rasch in Van Long, und zu meiner Überraschung drängte mich keine der auf Kundschaft wartenden Frauen, mit ihr die Bootsfahrt zu machen, die von hier aus ähnlich Tam Coc über den See und in enge Täler oder Schluchten führen soll, wie mir im Hotel gesagt wurde. Ich war froh darüber, denn ich hatte keine Lust mehr für Bootfahren, nicht wegen der Töffüberfahrten, sondern weil ich es ähnlich wie Tam Coc vermutete, weil ein zügiger Wind wehte und weil ich noch 2 Stunden im Hotel haben wollte vor der Busabfahrt Richtung Hanoi.

Bedrängt wurde ich hingegen von den Verkäuferinnen der Tisch- und anderer gestickter Tücher. Warum die Bootsfrauen nicht wegen der Fahrt gebettelt hatten wurde mir klar, als ich das Ticket Office sah, mit den Velos der Ruderinnen davor.

Hier noch etwas zum Hotelleben, hier in Ninh Bin das “Than Thuy’s Guesthouse and New Hotel” bekannt aus dem Lonely Planet, links die Wäscherin, die in dieser Ecke den ganzen Tag am Waschen war, die Bettwäsche und Laundry der Gäste, rechts die Rezeption mit einer der Angestellten.

Um 12:20 war ich wieder zurück im Hotel, um vor der Busfahrt nach Hanoi den Reisebericht nachzuführen. Es ist erstaunlich, was hier in nur einem halben Tag erlebt werden kann.

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Da ich heute später von Ninh Binh weggefahren war traf ich um 11 Uhr in einem Dorf am Weg Schüler auf dem Nachhauseweg. Ich hielt an und ein Bub stellte sich vor mich hin und prahlte mit seiner noch lebenden Schlange, die er knapp hinter dem Kopf festhielt. Meine Essbewegungen bejahte er nickend, also landet sie im Kochtopf, wie alles hier, was kreucht und fleucht. Schlangensuppe schmeckt übrigens ganz lecker. Ganz wohl war mir nicht, wenn er hinter mir stand, hatte er doch angedeutet, sie mir im Genick unter das Hemd gleiten zu lassen.

Das erste Ziel war rasch erreicht, nicht weit von Tam Coc mit den Ruderfrauen. Eine gar nicht so alt aussehende Frau stand an der Barriere und verlangte den Obolus für den Zutritt zum Gelände der Mua Cave, wie das Ding heisst, aber eine Cave sah ich dort nicht, dafür einen Berg mit einer breiten im Zick-Zack zum Gipfel führenden Treppe. Nach den über 400 Treppenstufen wurde ich mit einer guten Aussicht belohnt.

Weit unten waren die Boote von Tam Coc zu sehen. Zuoberst auf der Gipfelkrete steht ein von weitem sichtbarer Drache aus Mörtel, vorne ein Pavillon mit einer weiblichen Statue, vermutlich die Göttin der Gnade. Mehrere Selbstauslöser-Versuche mit mir auf der Balustrade über dem Abgrund stehend misslangen, weil ich wegen der Höhe nicht hochspringen sondern relativ vorsichtig hochsteigen wollte. Als es nach einigem Üben endlich gelang, war mein Kopf nur halb auf dem Bild. Spass hat’s trotzdem gemacht. Ich konnte auch niemanden bitten, für mich zu klicken, denn weit und breit war keine Menschenseele. Die Ruhe da oben habe ich sehr genossen.

Die Kassiererin bot mir im Haus Tee an und wir wechselten die üblichen Informationen, Alter und Kinder. Sie ist 63 und hat kein einziges graues Haar. Ich sei heute erst der fünfte Besucher, es kämen selten viele. Wäre ich unten noch um den künstlich angelegten Weiher gegangen, hätte ich die Höhle gefunden, die über mehr als 100 m durch den Berg auf die andere Seite führt, wo man auf der Ebene der Tam Coc Bötchen stehe, wie mir Alain aus Pontresina am Abend sagte. Weiter ging es Richtung Hoa Lu Tempel und danach zur Bai Dinh Pagode, gemäss Planskizze. Ich glaubte meinen Augen zuerst nicht zu trauen, eine Autobahn, in the middle of nowhere.

Wäscheleine mit Bootszugang; auf dem Rückweg sah ich wirklich einen Jungen im Bötchen hinfahren.

.Die bauen hier eine Strasse für die ferne Zukunft, eine Autobahn fast, richtungsgetrennt mit je 2 Fahrspuren, und darauf selten ein Auto, nur ab und an ein Velo oder ein Motorrad. Die Leute fahren auf beiden Strassenseiten in beide Richtungen, wie es gerade passt, ich auch. Change of plan, zuerst die Bai Dinh Pagode. Nach 9 km Fahrt auf der Autobahn, ein paar mal unterbrochen durch Umfahrungen von Brücken im Bau, und nach deren Ende auf weiteren 3 km Landstrasse erreichte ich eine Baustelle gewaltigen Ausmasses.

Bei den Dutzenden von Zeltrestaurants war kein richtiges Essen zu kaufen, nur Getränke und Süssigkeiten und auf allen Tischen ein Tellerchen mit eigenartigen haarigen Knollen. Mein Lunch bestand also aus Gschwellti (Pellkartoffeln) mit Bier und harten übersüssen Keksen, die ich nach dem ersten verschenkte.

Ein kleiner Teil der Seitengebäude und der Eingang

Ich ging nur bis zum Turm nach dem Eingangsgebäude. Bis ganz nach oben zu gehen schien mir zuviel der Mühe für was ich zu sehen erwartete. Die Ausdehnung des ummauerten Areals ist schwer zu schätzen. In der Mittelachse stehen 5 Gebäude, weitere lange Gebäude stehen an den Seiten. Teils wurde mit Beton und Backsteinen gebaut, aber die Seitengebäude sind alle aus Holz, mit massiven Rundhölzern als Säulen und schweren mit Ornamenten versehenen Balken oben und für die Dachstühle. Gewaltig, die Pagode, die hier gebaut wird. Erwarten die Autobahnbauer täglich Tausende von Touristenbussen?

Auf dem Rückweg sah ich zufällig ein Ding wie ein Mailer von Köhlern. Die Arbeiter schichteten Lehmbrocken auf, durchmischt mit Kohle. Heisse im Licht flirrende Luft entströmte und durch die Zwischenräume glühte es gelbrot. Die gebrannten roten Brocken seien für Bai Dinh. Der Chef oder Vorarbeiter freute sich, im LCD der Kamera meine Baustellenfotos anzuschauen.

In Hoa Lu fragte ich nach dem Weg zum Tempel, aber niemand konnte mir Bescheid geben, hier sei Hoa Lu, ja ja, aber das Wort Pagoda verstanden sie nicht. Morgen habe ich ja noch einen halben Tag hier in Ninh Binh.

Der Wasserbüffel hatte weniger Bedenken wegen mir als ich wegen ihm. Er tat einen abrupten Schritt in meine Richtung und ich wich zurück. Rechts die gepressten Kohlebriketts, die stundenlang in jeder Küche glühen.

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Tam Coc sei landschaftlich schöner als Halong Bay, hörte ich jemand sagen, auch schön und auch sehenswert, wäre mein Urteil. Aber nun der Reihe nach vom heutigen Tag. Über mein Frühstück berichte ich mit einem Beitrag in meinem Food-Blog, hier der Link. Nach kurzer Fahrt stiess ich wieder auf eine der Geschwindigkeitstafeln, die ich in einem früheren Beitrag erwähnt hatte. Hier nun das Bild zur Unterstützung des dort geschriebenen.

Den Halt nützte ich zum Einkauf von Keksen im kleinen Shop nebenan. Der Besuch eines Ausländers ist für die Leute hier an dieser Lage ein Ereignis, nicht so an meinem Hauptziel des Tages, in Tam Coc, wo es etwa ab 10 Uhr von Touristen wimmelt. Nach etwa 8 km Fahrt erreichte ich den grossen Platz mit der Anlegestelle der Tam Coc Ruderboote. Der Ablauf ist organisiert, Kassenhäuschen, Eintritt 30’000 Dong pro Person, Bootsfahrt 60’000 Dong pro Boot, weiter an die Treppe und rein in das nächste Boot wie am Taxistand am Flugplatz. Zur frühen Stunde, als ich dort war, war es noch sehr ruhig.

Die eineinhalbstündige ruhige Bootsfahrt führt in praktisch nicht fliessendem Wasser durch eine Ebene zu den Bergen und ein rechtes Stück hinein in die Talkessel. Dabei passiert das Boot 3 Höhlen-Tunnels, bei denen die Decke nur wenig über Kopfhöhe ist und der Kopf manchmal gar eingezogen werden muss, so niedrig sind die Durchgänge. Beim kürzesten war eine Länge von 45 m angeschrieben. Auf dem Hinweg löcherte mich die jüngere der beiden Frauen dauernd mit Monsieur, Monsieur, und allerlei Fragen, beide lächelten freundlich, aber auf dem Rückweg sagten beide kein Wort mehr und zogen eine Schnute. Als sie hinten am Ende um eine Cola von einem Verkaufsboot baten, bot ich ihnen mein Wasser, und als die jüngere den grossen Ballen mit Tischdecken, T-Shirts und allen möglichen Textilien öffnete, winkte ich ab und sagte, sie könne sich das Auspacken ersparen, ich hätte kein Geld. Kein Lächeln mehr und kein Wort bis 100 m vor der Anlegestelle, wo sie von mir barsch ein Trinkgeld einverlangten und gar andeuteten, vielleicht kentere sonst das Boot. In solchen Fällen bin ich konsequent. Was ich hier beschrieb kann ziemlich ähnlich im Lonely Planet nachgelesen werden, es läuft also immer so ab.

Auch hier rudern sie teils mit den Beinen, wie diese Frau mit ihrem Kiosk-Boot. Es gibt das zweibeinige Stossen oder gegengleiches Pedalen, was noch lustiger aussieht. Bei einer jungen Vietnamesin in engen Jeans macht sich die zweibeinige Version mit gespreizten Beinen recht gut.

Die Boote werden gepflegt, die alte Farbe bis aufs blanke Blech abgeschruppt und abgeschliffen, eine mühselige Arbeit ohne Maschinenhilfe. Die neu lackierten Bootsböden glänzen (fast) makellos. Wenn ich daran denke, wie bei uns in Taiwan das eiserne Terrassengeländer neu gestrichen wurde, über die Rostausblühungen, gar über den Dreck!!

Zwischen den Touristen wird in diesem unter Schutz stehenden Naturpark elektrisch gefischt, alles gibt es in Vietnam.

Bei einem Früchtestand kaufte ich teure Mandarinen, 2 US$ pro kg, verteilte Ballone an zwei Kinder, und danach bettelten mich alle umstehenden an und es kamen noch neue dazu, deuteten mit Fingern, wie viele Kinder oder Enkel sie hätten, bis ich fast ausgeschossen war.

Bei der rund 2 km entfernten sehr stillen Bich Dang Pagode, die ein Stück den Berg hoch gebaut ist, stieg ich oben einen Fussweg weiter hoch bis nahe an die Krete, wo mich ein Pfeil animierte, weiter weglos auf den Gipfel zu klettern, ja, eher zu kraxeln, denn es war was in den 70er-Jahren Schwierigkeit 2 war oder ein besserer Wanderfünfer. Der Gipfelrundblick lohnte den Aufstieg, eine fantastische Aussicht, allerdings etwas diesig. Beim Abstieg gab es noch etwas Stress, da ich den Weg nicht mehr fand, an senkrecht abfallende Klippen oder undurchdringliches Gestrüpp kam, 2x wieder hoch stieg und einen anderen Abstieg versuchte, nach links, nach rechts, nichts. Ich folgte den beschmutzten Stellen bis ich an den Geissebölleli realisierte, dass auch die Ziegen Dreckspuren hinterlassen. Muss ich schlussendlich am Abend noch runtergeholt werden, um Hilfe rufen? Was für eine Blamage das wäre! Nach einer Viertelstunde Irrungen stieg ich dann doch durch ein Loch im Fels, das ich schon ein paar mal gesehen hatte, und schaute auf die andere Seite, siehe da, 5 m darunter der Weg, gerettet.

Wieder etwas zum Vietnamesisch. In Cat Ba hatte ich gelernt, Pho Sau heisse gebratene Nudeln, nicht Nudelsuppe mit Gemüse, ich hätte falsch bestellt. Später fand ich im Wörterbuch 4 Formen von “sau”, alle fast gleich ausgesprochen gemäss phonetischer Schreibweise, nämlich sau = tief, rau = Gemüse (!), xau = Seil, giau vien = Lehrer, giau co = reich. Wie soll man sich da noch auskennen, zumal für “gebraten” ein ganz anderes Wort stand. Aber ich glaubte der Dame in Cat Ba, bestellte also heute gebratene Nudeln mit Ziegenfleisch, also “Pho Sau Tith De”, wörtlich “Nudeln gebraten Fleisch Ziege”, das letzte Wort De als Se ausgesprochen, das D mit einem Querstrich ist unser D, das ohne ist ein S, wieder ein S, wie auch das R. Und was erhielt ich? Nudelsuppe mit Gemüse und dazu ein Tellerchen mit Ziegenfleisch und Sesamsamen. Nach ein paar Monaten hier würde ich diese Sprachschwierigkeiten vielleicht dann doch noch kapieren. Geschmeckt hat die Gemüse-Nudelsuppe mit den reingeschmissenen Ziegenstuecklein aber ausgezeichnet, vor allem auch wegen der gerösteten Sesamsamen. Ziege musste es heute sein nach den Ziegenspuren, auch wenn das kleine Tellerchen mehr als doppelt soviel kostete als die Nudelsuppe.

Hat der Architekt dieses Hotels eine Zeichnung von Escher gesehen, treppauf, treppab?
Viele der neueren Häuser in Vietnam sind verschnörkelt gebaut, mit Säulen und Türmchen, ähnlich wie wir es in Taiwan vor 20 Jahren schon gesehen haben, oder ich in China. Auch die Farbenwahl ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Sehr beruhigend war der Besuch der Thai Vi Pagode bei Tam Coc, beruhigend ist aber hier alles ausser die Stadt. Der alte Mönch, so es denn einer war, zeigte mir, wo überall ich je ein Räucherstäbchen für gutes Glück stecken sollte und spielte mir auf einem ein-saitigen Zupfinstrument ein Stück vor, ganz allein für mich, niemand war da weit und breit. Er bat mich, drängte mich gar mit “pour Buddha”, mit ihm zusammen zwei kleine Bananen zu essen. Ich befürchtete Abzockerei, er würde am Ende seinen Preis verlangen, aber er deutete nur auf die Opferkiste für eine milde Gabe.

So ein Tag geht rasch vorüber, wenn man immer wieder mal anhält, zuschaut, die Ruhe geniesst. Zum Abschluss noch ein Bild vom Rummel wie im Disneyland, wenn dann die Busse mit den Tagestouristen aus Hanoi angekommen sind.

Hier an dieser Stelle, ich am Fotografieren, hielt ein Touristenboot an, die jüngere der beiden Ruderinnen stieg aus und bat mich um einen Ride retour an die Bootsstelle, da sie anscheinend schneller zurück wollte. So war die zierlich gebaute dann für 5 Minuten meine Sozia, abgedrängt von meinem Rucksack knapp sitzend, nichts für eine fette Touristin.

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Heute mietete ich im Hotel ein Moped, das erste stotterte, so brachte ich es zurück, das zweite ist perfekt, und ich werde es für die Tage hier behalten, zumal ich es mit einem leeren Tank übernommen hatte und der Tank jetzt anständig voll ist.

Zudem fehlte der rechte Rückspiegel, den mir der erste Passant, den ich nach dem Weg fragte, reklamierte, indem er auf das Loch zeigte, eine Trillerpfeife imitierte, auf die Strassenseite winkte und das Geldzählzeichen machte. Aha, die Polizei. Bei der nächsten Mopedwerkstatt liess ich mir einen Spiegel anbauen, natürlich auch aus Spass und um dem Hotel zu zeigen, dass die Fahrzeuge in Ordnung sein sollten. Kostenpunkt 50’000 Dong = etwa 2.50 Euro, inkl. Arbeit und Tee beim Warten, und der Mech sagte noch, er sei teuer weil es Honda sei. Es war zumindest eine originalgetreue Kopie, sieht aus wie der linke, tadellos. Hoh Chi Minh, hier damals und heute genannt Onkel Ho, absolut nicht respektlos, fordert noch heute von vielen Plakatwänden guten Einsatz für die Nation.

Auch Fabriken gibt es in Vietnam, allerdings sah ich auf meiner Reise nicht allzu viele. Irgendwo müssen ja all die Rucksäcke, Schuhe und Kleider für den Export gefertigt werden, und Zement, Stahl, Mopeds, etc. für den lokalen Bedarf, sicher auch Streichholzschachteln, denn sonst wären nicht vielerorts die dünnen Holzblätter am Strassenrand zu sehen. Erstaunlich ist die Pyramiden-Architektur der Bürogebäude bei einer der Fabriken.

Weiter Thema Architektur: Welchen Background mag wohl der Besitzer dieses Hauses haben, dass er in dieser armen ländlichen Gegend ein solches Haus bauen lässt? Die normalen Neubauten kennen wir bereits, nichts von Klasse oder Geschmack, die ich als gut bezeichnete, und dann steht in der Nähe von ärmlichen Altbauten dieses gestaltete Haus mit Glasfronten, durch die der Wohnraum sichtbar ist. Alle Achtung, auch wenn ich den Abschluss oben nicht ganz so gebaut hätte wie er.

Die 44 km Fahrt zum Nationalpark Cuc Phuong war ein Erlebnis, weit mehr als der Park. Zuerst hielt ich bei Männern, die ein Betonboot am Bauen waren, schaute ein bisschen zu und schwatzte das wenige, was ich vietnamesisch jetzt sagen kann. Sie stoppten die Arbeit und luden mich in die nebenstehende Hütte zum Tee ein. Es wäre so schön, könnte ich mich mit den Leuten hier in ihrer Sprache unterhalten. Überall wird auf der Strasse, auch auf grossen, Reis zum Trocknen ausgebracht. Die beiden Mopeds mit Anhänger führen das gesamte Mobiliar eines Restaurants zu einem Fest oder Anlass, vietnamesisches Catering.

Der nächste Halt war im Hof eines Hauses etwas ab der Strasse, wo Frauen am Reisdreschen waren. Bald war das letzte Büschel in die Maschine gefüttert und kaum waren sie fertig mit Zusammenwischen kam ein Mann daher. Vermutlich lässt er die Frauen arbeiten und trinkt währenddessen Tee, und wenn das Motorengeräusch endet ist dies das Zeichen, wieder zu erscheinen. Er sprach leidlich Deutsch nach einem vermutlich etwas zurück liegenden Jahr Deutschlandaufenthalt. Wenn immer ich etwas sagte, kam sein “Ach soo”. Zusammen mit ihm und den Frauen chätschte ich die geschälten Zuckerrohrstängel, genoss den ausgezeichneten Zuckersaft und spie die Fasern aus wie sie. Der Motor der Maschine wurde wieder angeworfen, diesmal aber zum Fahren, und die Stör-Drescher machten sich auf den Weg zum nächsten Kunden. Die Bauersfrau winkte mich ins Haus und deutete Trinken an, aber ich verzichtete, da ich ja noch anderes sehen wollte.

Die Bilder sind ein repräsentativer Querschnitt über meine Zeit im Nationalpark, Bäume und nochmals Bäume, aber ausser 3 Vögeln und einigen Schmetterlingen kein einziges Tier. Bei den Dingen, die man überall in Vietnam in den Schnapsflaschen und Kochtöpfen findet ist dies kaum ein Rätsel. Ein Touristenführer im Hotel sagte mir am Abend, er gehe seit 7 Jahren beruflich in den Park, habe aber auch noch nie ein Tier gesehen. Schoen waren die 7 km Wanderung und die 40 km auf dem Moped hin und zurück doch, aber es reichte. Die Rundwanderung führte immer durch den Wald, mit erheblichem Höhenunterschied, so dass ich anständig zum Schwitzen kam. Teils war der Weg betoniert, teils mit Steinplatten belegt wie im Tessin und teils auch Naturbelassen. Um den Spott am Abend im Hotel zu vermeiden, wo ich gesagt hatte, ich brauche keinen Führer, ging ich bei einer unbeschilderten Weggabelung ein Stück zurück und mimte Fotografieren bis eine durch unser Hotel organisierte Gruppentour, die ich kurz vorher überholt hatte, wieder aufgeschlossen hatte. Ohne den Führer hätte ich den richtigen Weg nicht gewusst. Wieder allein nahm ich jeweils den linken von zwei wegen, in Richtung Ausgangspunkt, den ich auch glücklich erreichte.

Oft ist Sojabohnenkraut auf der Strasse ausgelegt, ohne Ausweichmöglichkeit, und alle fahren darüber und dreschen die Bohnen frei, Mopeds, Fahrräder, LKWs, Busse. Den Mopedfahrer mit einer grossen fetten Sau im Anhänger verpasste ich zu fotografieren, er war schneller als ich mit dem Hervorholen der Kamera, auch wenn es jetzt eine kleine ist. Hier folgen noch wahllos einige Bilder von diesem Tag.

Spät erst legte ich mich zu Bett, nach einem langen Gespräch mit einem Paar aus Pontresina. Sie sind zufällig befreundet mit Ruedi Christen, dem Unternehmer und Reiseleiter meiner Fahrradtour 1998 von Manali nach Leh im Ladakh, Nordindien, die uns über einige Pässe mit mehr als 5000 m Meereshöhe geführt hatte.

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Zum Abschied von Cat Ba gab es wunderbares Wetter mit einem schönen Ausblick aus dem Zimmer, wegen dem Zoom etwas entfernter als es hier scheint.

Links warten Moto-Taxis auf Kunden, rechts mein Frühstücks-Restaurant, das Noble House.

Zum Frühstück kam ich auf Umwegen. Ich bestellte im Hotel, um zu üben in vietnamesisch, Phoe Sau Ga im Glauben, eine Reisnudelsuppe mit Gemüse und Huhn bestellt zu haben, erhielt aber dann gebratene Nudeln mit Huhn, und das lange nach einem halben Dutzend Vietnamesen, die nach mir gekommen waren und bestellt hatten. Ich brachte das Gericht zurück in die Küche, wollte nicht mehr, aber Miss Ha sagte, ich hätte falsch bestellt, Sau heisse gebraten. Sau heisst so vieles und wird in verschiedenen Arten geschrieben. Ich komme darauf zurück.

Die Nudelsuppe erhielt ich dann im Noble House, und es war die beste in Vietnam, vielleicht die beste, die ich je gegessen hatte. Zuerst war ich erstaunt über die kleine Portion, aber sie war alles Geld wert, fantastisch. Es wird auch geklettert auf Cat Ba, und wie man sieht recht anspruchsvoll. Das hier sind die an die Decke geklebten Bilder im Büro auf dem Mezzanine des Restaurants, damit sie die Gäste zu den geführten Touren animieren.

Das Ticket war für die Strecke von Cat Ba bis Ninh Binh, per Bus, Schnellboot, Bus und nochmals ein Bus. Ich war etwas besorgt, ob das simple auf Papier eines Reisebüros handgeschriebene Ticket überall akzeptiert würde, aber bis Haiphong ging es problemlos, und dort kam ein Mann mit einem neuen Ticket der lokalen Busfirma und so ging es ebenso problemlos weiter.

Mittagspause am Busbahnhof in Haiphong, Bier statt Essen, weil nur Kekse oder lahme Brötchen zu kaufen waren. Nach 6 Stunden Fahrt erreichten wir endlich Ninh Binh, meist auf schmalen Plastikstühlen in holprigen Bussen sitzend, musikalisch untermalt von andauerndem Hupkonzert.

Von der (älteren) Tochter der alten Dame wurde ich während der Fahrt eingeladen, neben sie zu sitzen, Früchte zu essen und mich mit ihr in Englisch zu unterhalten. Als die Familie ausstieg hörte ich Metallgeräusch von hinten und ging auch raus.

Stahlplatten und -Teile waren mittransportiert worden und wurden hier auf ein 3-raedriges Moto geladen. An der Strasse waren über km die Pannenstreifen mit Trockengut belegt, Sojabohnen vermutlich. Einige Dörfer hintereinander waren spezialisiert auf Holzarbeiten, mit massenweise Schnitzereien, Bettgestellen, Kästen, Baumstämmen an der Strassenseite. Einmal knallte es, der Bus hatte eine Frau auf einem Töffli angefahren, wir sahen sie und das Gefährt am Boden liegen, der Bus reduzierte kurz die Fahrt und fuhr dann weiter. Unglaublich. Aus der Entfernung sah ich die Frau dann aufstehen, zum Glück.

Hier bin ich im Author’s Pick des Lonely Planet Guides abgestiegen, in “Thanh Thuy’s Guest House and New Hotel”, ja so heisst es, weil es empfohlen war und auch, weil an der Busstation jemand vom Hotel potentielle Kunden aufgriff und gratis per Moped-Taxi ins Hotel fahren liess. Das Hotel ist das mit der blauen Reklame in der Mitte des linken Bildes. Auch hier sind die Häuser schmal, abgeschritten nur 4 m breit, also sind die 5 m doch nicht in ganz Vietnam zutreffend.

Von meinem Balkon :-) aus sehe ich über die Stadt und in den Hinterhof eines Bonsai-Liebhabers, allerdings sind sie etwas gross geraten. Die Leute im Hotel sind sehr freundlich, das Zimmer OK, sie haben hier sogar W-Lan, so dass ich den Blog auf dem neusten Stand halten kann.

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Gestern war ich um etwa 06.30 am Hafen. Kleine Barken kamen an die Treppenstufen der Mole, Leute gingen an Land und Fische und Meeresgetier wurde ausgeladen und abtransportiert. Auf einem 3-raedrigen Velo war gar eine Autobatterie mit kleiner Luftpumpe und Schläuchlein installiert, um die Wasserbecken mit Shrimps und Prawns zu belüften und die wertvolle Fracht am Leben zu halten.

Hier noch ein Kommentar zu den neuen Häusern in Vietnam. Überall sind sehr schmale, dafür lange, aus Backsteinen gebaute und mit Mörtel verputzte Neubauten, sogar allein stehend auf dem Land, wo doch Platz genug wäre für eine “normale” Bauweise. Die vom Staat freigegebenen Grundstücke seien alle 5 m breit und 35 m lang, so wird die volle Breite bebaut, wenn das Geld für ein zweites Grundstück fehlt oder das Land daneben nicht feil ist. Glücklich sind die mit einem Weg der einer Strasse auf der einen Seite, sonst sind nur Fenster vorne und hinten und seitlich sind rohe fensterlose und grau verputzte Wände.

Wenn die 35 m Länge in den Hang gehen und für den Hausbau die Tiefe fehlt wird mutig der Fels abgehackt und abgesprengt. Ob die Felswand dann hält und später bei starkem Regen nicht Erde vom oberen Teil des Hangs über die Felsen abrutscht? Das meiste Material wird mit Brechstangen abgeschlagen, und die Steinbrocken werden von Hand auf den LKW geladen.

Wegen des nicht so guten Wetters war heute ein Ruhetag angesagt. Frühmorgens geschah mir schon das erste Missgeschick, denn kurz nach dem ausserhalb des Hotels eingenommenen Frühstück, die übliche Reisnudelsuppe für 15000 Dong, weniger als 1 US$, fand ich den Hunderter, der vorher noch da war, nicht mehr unter den verschiedenen Noten in meiner Hosentasche. Ich muss wohl zusammen mit dem Fünfer den Hunderter statt eines Zehners gegeben haben. Ich muss besser auf das Geld Acht geben und die Hunderter separat aufbewahren! Nach dem gestrigen Nachtessen realisierte ich 50 m vom Restaurant, dass in meiner Hosentasche absolut Null Geld war, nicht eine einzige Note. Beim Zahlen hatten wir das Geld zusammengelegt zum Zahlen und ich hatte die Totalrechnung bezahlt. Hatte ich wohl mein ganzes Geld zusammen mit den Beiträgen der anderen in einem Bündel der Serviererin gegeben? Rasch zurück: “Hast Du Geld gefunden?” “Nein, nichts gesehen.” “Dann habe ich vermutlich zuviel bezahlt.” Sie nimmt ein Bündel Geld aus ihrer Hosentasche und legt es auf den Tisch, und siehe da, es ist etwa 10 US$ zuviel, ich hatte wirklich mein ganzes Geld gegeben und wie die Amerikanerinnen sagten, hätte sie das Bündel ohne Zählen eingesteckt. Die junge Frau lachte und ich war erleichtert, das Geld wieder zurück zu haben.

Das Wetter klarte nach dem Mittag auf. Ich setzte mich als Gast auf die Terrasse des Hotels meiner ersten Nacht in Cat Ba und benutzte den ganzen Nachmittag das W-Lan des Hotels, um im Schatten der vielen Stockwerke meinen Reiseblog auf den letzten Stand zu bringen. Zurück in meinem Zimmer merkte ich, dass ich mit dem W-Lan des grossen Hotels Verbindung aufbauen konnte, wenn ich mich am richtigen Ort aufs Bett setzte. Zwischen mir und der Terrasse ist nur die dünne Hauswand und 100 m Luft.

Zum Ausklang des Tages ein Ausblick aus meinem Hotelzimmer auf das abendliche Hafenbecken.

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Ich hatte die 3-Tagestour mit unbestimmter Unterbrechung in Cat Ba gebucht, so kommen mein dritter Tag und die Rückfahrt mit einer anderen Gruppe erst später, oder ich fahre mit einem Bus direkt nach Haiphong. Als erstes wechselte ich vom 13-geschossigen Holiday View Hotel mit 45 US$ Zimmerpreis zum 4-geschossigen Bay View nebenan mit grösserem und beinahe so schönem Zimmer für 12 US$, dazu Sicht auf die Bucht, wo ich im teuren aus dem Fenster nur den steilen grünen Hinterhang sehen konnte.

Im Hotel fragte ich nach Moped-Vermietern und erhielt statt einer Auskunft für 7 US$ pro Tag das vor dem Hotel stehende Töffli des Hotels vermietet. Ich fuhr dann fast alle Strassen auf der Insel ab, total etwa 70 km. Es war schön, allein unterwegs zu sein, anhalten zu können, wann immer ich wollte. Dazu viel Ruhe, schöne Natur, Begegnungen.

Bald traf ich auf eine Hochzeitsgesellschaft, hielt an und setzte mich zu den Zuschauern nebenan, bekam Tee offeriert, öffnete eine Rolle Ritz-Crackers und legte sie für alle auf den Tisch, und unterhielt mich mit Hilfe meines Büchleins mit Redewendungen mit den Nebenleuten. Eine ältere Frau verteilte ein paar der Cracker an andere und packte dann kühn den Rest der Rolle in ihr Tuch.

Auf der Insel ist eine 1963, während des amerikanischen Krieges, zum Spital ausgebaute Grotte offen für Besuche. Das unterirdische über 3 Stockwerke in massivem Beton gebaute Spital war für 130 Patienten und etwa 20 Ärzte ausgelegt, mit Aufnahme-, Untersuchungs-, Operations- und Krankenzimmern, Büros, Waschraum, Küche, Ventilation, elektrischer Beleuchtung. Obwohl alle Zimmer absolut leer stehen, leider, war es doch eindrücklich und den Besuch wert.

Nach dem letzten Dorf, auf der Strasse Richtung Bootpier, war ein Schuljunge zu Fuss auf dem Nachhauseweg, und als er mich kommen hörte, hielt er die Hand raus. Natürlich gab ich ihm einen Lift auf dem Sozius für die gut 2 km bis zum Ende des Piers, wo er sich in einem geflochtenen Ruderboot auf den Rest des Weges über das Wasser machte, hinüber auf die andere Seite, zu den schwimmenden Häusern. Er deutete mir noch an, mitzukommen, aber ich traute mich nicht, das Moped allein am Pier zu lassen und nicht zu wissen, wann ich wieder zurück gebracht würde. Auch bei diesem Jungen fiel auf, wie sauber und wie weiss sein Hemd war, wie bei allen Schulkindern.

Bei vielen der Häuser lagen frisch geerntete Erdnüsse zum Trocknen aus, auf Feldern waren Haufen von zusammengekehrtem Erdnusskraut. Ich sah viele Gemüsegärten, teils beinahe Plantagen, zumindest von der Menge gleichen Gemüses wohl für den Verkauf geplant.

Zurück im Hotel, am späten Nachmittag, nötigte mich ein älter als ich aussehender westlicher Mann, zu ihm an den Tisch zu sitzen. Der nur 45-jaehrige ehemalige britische Offizier textete mich voll mit seinen Lebensweisheiten, bestellte einen Vodka Coke nach dem anderen und sagte nach einer Stunde, er sei betrunken, und das war er auch. Er ist der Besitzer des Hotels und hat seine Wohnung im obersten Stockwerk, füllt sich vermutlich jeden Tag die Lampe und geht dann schlafen. Den ganzen Abend war er jedenfalls nicht mehr zu sehen. Die nette junge Frau, die den Laden schmeisst, sei seine Freundin, sagte er.

Unterwegs war ich zufällig, aber es gibt ja nicht so viele Strassen hier, auf die beiden Amerikanerinnen unserer Gruppe gestossen, die durch meinen Unterbruch motiviert auch eine zusätzliche Nacht auf der Insel bleiben und heute auch Mopeds mieteten. So assen wir zusammen Lunch, und dann ungeplant auch noch Dinner, bei einigen Schritten zwischen den beiden Hotels kein Wunder, dass man sich trifft.

Weitere Fotos zum 1. Tag in Halong Bay sind hier auf Picasa und die vom 2. Tag sind hier.
Further photos to the 1st day on Halong Bay are here on Picasa and those of the 2nd day are here.

Nach einer Nacht in Hanoi war um 8 Uhr Abfahrt mit einer geführten Gruppen-Tour für 3 Tage zur “obligatorischen” Schifffahrt und der Nacht auf dem Boot in der Halong Bay, einem Unesco Welterbe.

Die Pinkelpause war an einem grossen Touristenladen mit viel Keramik, Souvenirs und einem Humanity Center, wo etwa 20 junge Behinderte an gestickten Bildern arbeiteten.

Hier kurz das Programm des ersten Tages, die Bilder sagen mehr. Fahrt im Minibus bis gegen Mittag, Einschiffen auf einem dschunkeartigen Boot, Kabinenbezug, wunderbare Fahrt durch die Bay mit den 1965 Inseln, auf dem Oberdeck sitzen, Staunen, Knipsen, Besuch einer schwimmenden Fischfarm, Rundgang durch die Surprise Cave, Schwimmen, Sprünge vom Dach des Bootes, ein schöner Abend mit Sternenhimmel und vielen anderen beleuchteten Booten, reichlich Trinken mit den jungen Italienern Strina, Togni und Bendi, gute Nachtruhe auf dem Schiff bei offenem Fenster.

Der Reiseleiter sagte, für jeden Vietnamesen sei es einfach, die Anzahl der Inseln zu merken, es sei das Todesjahr von Ho Chi Minh. Ich hoffe, mir die Zahl richtig gemerkt zu haben, aber bei so vielen kommt es auf ein par mehr oder weniger auch nicht an. Es ist die Inselzahl in den 3 Bays zusammen. In der unter Unesco-Schutz stehenden Zone, der Halong Bay, sind um 600 Inseln. Es ist ebenso ein Karstgebiet aus Kalkstein wie die anderen bizarren Berge im Norden von Vietnam. Ähnlich zerklüftete und erodierte Gesteinsformen finden sich bei uns um den Säntis.

Viele der Hügel sind an der Wasserlinie stark erodiert, wie eingekerbt, bei Ebbe gut sichtbar. Auf einigen der Fotos sieht man dies gut. Ich sah Stellen mit 2-3 m Überhang am Wasser. Die Gezeiten seien recht hoch, je nach Mondstand bis 4 m. Entstanden sei das Karstgebiet an Land als Gebirge, die Gegend sei danach abgetaucht und vom Meer überflutet worden. Ohne von Geologie etwas zu verstehen nehme ich an, es hätte durch Verschiebungen Auffaltungen gegeben von Material, das früher von Ozean überdeckt war, und bereits während des Hochhebens hätte die Erosion angefangen und so seien diese Gebirge entstanden, die im Laufe der Zeit nicht mehr weiter hochgeschoben, sondern wieder teilweise unter den Meeresspiegel abgesunken sind. Sie sehen ähnlich aus wie unsere Kalkgebirge und praktisch genau gleich wie die Karste im Nordosten von Vietnam.

Neu und überraschend für mich war, von den Italienern zu hören, wie stark sich die italienischen Dialekte voneinander unterscheiden, so stark, dass Leute im wenig entfernten Veltlin kein Wort verstünden, wenn die 3 jungen Männer in Sondrio ihren Bergamasker-Dialekt sprächen, den sie untereinander immer bräuchten. Schon bei der Zähldemo auf 10 fand ich bei der Mehrheit der Zahlen nichts Gemeinsames mit uno, due, tre, …. Die 3 heissen richtig Patrick, Alan und Daniele, also nur einer mit italienischem Namen, und sie nennen sich wie oben geschrieben, ein Übername, ein Familienname und ein abgekürzter Familienname.

Zauberhafte Bilder aus der Höhle

Programm des zweiten Tages: Wechsel auf ein kleineres Boot ohne Kabinen, das mit musste ja retour und neue Passagiere für die Nacht laden, 6 km Velofahrt auf einer Insel, mit miesen Rädern zu einem Dorf und zurück, Lunch und Baden auf Monkey Island, per Schiff zu einer schwimmenden Kajak-Station mit Mini-Fischzucht, eineinhalb Stunden Kajaken für die, die wollten, Fahrt nach Cat Ba, Hotelbezug im bei weitem besten Hotel auf meiner Reise.

Während einige mit Zweier-Kajaks die Umgebung erkundeten zog ich es vor, beim Haus der Familie zu bleiben und in Kontakt zu kommen, was auch gelang, freundlich Lächeln und Ballone für das Girl halfen, wie immer.

Überall in Vietnam sah ich diese Heizblöcke aus gepresstem Kohlepulver, sie glühen stundenlang. Manchmal sind die Öfen für einen, manchmal für drei Blöcke.

Diese junge Frau mit ihrem Baby traf ich auf meiner Fahrt mit dem klapprigen Velo bei einem kleinen Teehäuschen im Dorf Hai Viet. Die Mädchen heiraten sehr früh, mit 18 im Durchschnitt, bei den Hill Tribe Minoritäten noch früher. Ich fragte explizite, ob sie die Mutter sei, da ja auch Geschwister rumgetragen werden. Grosse Altersunterschiede gibt es übrigens auch, kein Wunder beim ersten Kind mit 18, da kann 20 Jahre später leicht noch was geschehen.

Von Vu Linh nach Hanoi
Tacho-Stand 996 km

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Quinh wählte eine etwas östlichere Route statt der direkten, wegen dem Verkehr und der Landschaft, wie er sagte, und weil er uns zu sich nach Hause zum Lunch führe, Zusatzeinkommen für die Familie. Ich zahlte heute die Zeche für meine gestrige Dummheit, es war mir leicht übel, und die Übelkeit stieg und fiel mit der Menge an Auspuffgasen, die ich einatmen musste, schon der geringste Abgasgeruch drehte ein bisschen an meinem Magen. Kopfweh hatte ich erstaunlicherweise keines.

Unterwegs trafen wir kurz vor Quinh’s Dorf auf eine grosse Überschwemmung, die viele Felder und etwa 200 m die Strasse bedeckte. Man wird mutig, und ich fuhr durch das tiefe Wasser, die Beine hoch, das Wasser spritzte ein paar mal bis zum Helm hoch und durch das offene Visier ins Gesicht, aber der Motor hielt durch. Die Vietnamesen benutzten Kleinlastwagen und Handkarren, um Leute und Mopeds trocken durch die Fluten zu bringen, gegen Entgelt natürlich. An vielen Stellen sahen wir Leute, die mit Netzten und auch mit Batterien auf dem Rücken elektrisch fischten, die Fische in den von Wasser bedeckten Feldern seien von kleinen Fischzuchten und alle wollten jetzt von deren Flucht profitieren.

Das Haus von Quinh’s Familie sei auch in den Fluten, so fuhren wir zu seinem Onkel, wo aber Quinh’s Mutter auch beim Kochen mitgeholfen hatte. Das Dörfchen war sehr einfach, mit schmalen Strassen und Backsteinhäusern, schmutzig, überall Alt-Plastik, das Geschäft der Leute dort, die Kunststoff einsammelten, zukauften, zerkleinerten und zum Recycling nach China verkauften.

Die 60 km nach Hanoi führten nahe am Airport vorbei und von dort weiter auf der Autobahn in die Stadt. Gegen das Zentrum waren viele Stellen überflutet, dafür hatte es wenig Verkehr. Wegen des hohen Wasserstandes übersah ich den Gehsteig in der Mitte der durch einen breiten Rasenstreifen getrennten 4-spurigen Strasse, ich hatte dort keinen erwartet. Durch mein Touchieren der hohen Kante unter Wasser wurde mein Töff derart instabil, dass ich zuallerletzt doch auch noch stürzte und ins Wasser fiel. Der Kupplungshebel war gebrochen und die Kette war raus. Spontan kam ein Vietnamese und versuchte, die Kette wieder über das Zahnrad zu legen, machte sich von der Karrenschmiere die Finger schwarz, erfolglos. Quinh und Vince kamen mir dann zu Fuss zu Hilfe, und durch das Hieven und Schieben des Töffs auf den Gehsteig schob sich die Kette wieder auf das Ritzel. Ich fuhr mit gebrochenem Kupplungshebel zur nächsten trockenen Kreuzung, wo Quinh in einigen Minuten einen Kupplungshebel aus seinem Ersatzteilsack montierte und ich somit sicher die wenigen km zur Werkstatt von Offroad fahren konnte.

Trotz den 4 Regentagen von den total 7 Reisetagen war auch diese Tour ein Super-Erlebnis.

Von Nam Kanh nach Vu Linh
Tacho-Stand 825 km

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Das sind meine Mitfahrer auf der 2. Töfftour, von oben links nach unten rechts unser Guide Quinh, 23 Jahre jung, Kenny und Rachel aus Singapore, Vince aus Südafrika, alle 28-jährig.

Unterwegs kamen wir wie schon mehrere male wieder an einer Backstein-”Fabrik” vorbei.

Die heutige Regenfahrt führte nach Vu Linh, zum gleichen Homestay wie die erste Nacht bei der Tour nach dem Nordwesten. Das Essen bei Familie Boi war wieder ausgezeichnet, der Boden makellos geputzt, das leicht erhöhte Podest für das Auslegen der Matratzen glänzte vom Polieren. Bereits vor dem Essen brachte Mr Boi die Munition, 2 Fl Reisschnaps, eine stärkere und eine mildere Sorte, wie sich später herausstellte. Als Mr Boi nicht aufhören wollte mit seinem “one more” und “merci beaucoup” begann mich der Teufel zu reiten und fand in meinem gesunden Ehrgeiz, den Helen als männliches Angebergehabe bezeichnet, ein leichtes Spiel, mich zum Meisterzeigen anzustacheln. Der Erfolg war, dass seine Frau ihm zu Hilfe kam und für ihn zu trinken begann, bis Bo nur noch gequält lächelnd mit dem vollen Glas dasass und den Schnaps über die Finger laufen liess.

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