07.-09.10.09
I stayed 2 nights at the silk weaver village In Pah Khon, at the house of Mrs. Nam Mya Oo, owner of a silk weaving factory.

Ausblick aus meinem Zimmer am frühen Morgen.

Alle Häuser des Dorfes, ausser die Pagode, stehen auf Pfählen. Transportweg ist das Wasser. Unter den meisten Häusern liegen Boote, grössere mit Dieselmotoren, wie sie auch für die Touristen verwendet werden, und viele kleine lange Kanus, die gepaddelt werden. Mit den Kanus fahren die Kinder zur Schule, Händlerinnen fahren von Haus zu Haus und bieten ihre Waren an, die Männer fahren damit zum Fischen auf den See. Zwischen den Häusern führen Wege auf schmalen Dämmen und über Stege und 2 hohe gedeckte Holzbrücken. Das Dorf wurde erst vor einem Jahr durch den Staat elektrifiziert.

In vielen Häusern stehen Webstühle, handbetrieben, mit dem Schussfaden auf “Schiffchen”.

Die Garne werden vor Ort in unzähligen Farbtönen gefärbt, die Kettbäume gezettelt, die Schiffli-Spulen gewickelt, alles manuell.

Mit mehreren Schäften werden anspruchsvolle Muster gewoben, die volle Aufmerksamkeit der Weberin erfordern. Die richtigen Schäfte müssen abwechslungsweise hoch gehängt und die Schiffchen mit der richtigen Schussfarbe gewählt werden.

Ganz rechts gegen das Fenster ist das Gatter mit den Spulen der Kettfäden, die von dort abgezogen werden. Auf dem Boden ist ein Rahmen mit senkrechten Stäben, auf den die Kettfäden ausgelegt werden, um sie danach auf den Kettbaum zu wickeln. Die Gegenseite mit gleichen Stäben, gegen den Aufnahmestandort, ist nicht zu sehen.
Die wenigen hier verwendeten Fachausdrücke der Weberei sind wohl allen bekannt, andernfalls kann das Internet weiterhelfen.

Eines der 4 Fabrikgebäude, oder Workshops, wie sie es nennen, von Frau Nam Mya Oo, bei der ich wohnte. Es ist erstaunlich, wie so grosse Gebäude auf den Holzpfählen stehen können und diese nicht mit der Zeit im nassen Boden einsinken. Im Dorf sind 2 grosse Webereien mit Verkaufslokalen für Touristen, die anderen Weber sind Heimarbeiter mit einigen Webstühlen.

Im Dorf wird hauptsächlich Seide verarbeitet. Eine Ausnahme sind die aus Lotus-Stängeln gezogenen Fasern, die zu Garn gesponnen und auch verwebt werden. Es ist eine sehr mühselige Arbeit, jede einzelne Faser mit einer Pinzette aus den eingeweichten Stängeln zu ziehen. Die fertigen Hals- und Schultertücher sind entsprechend teuer, Fixpreis, no bargaining.

Auf geht’s zu einem Besuch oder zum Einkauf.

Ausblick von meinem Zimmer auf die andere Seite. Unten doch noch etwas grünes, das Touristen-Restaurant meiner Textilunternehmerin.

Die 2 Tage im Dorf In Pah Khon waren schön und ein Erlebnis, jedoch nicht ganz meiner Erwartung entsprechend. Ich hoffte, bei meinem Rundgang durch das Dorf mit den Menschen in Kontakt zu kommen, in das eine oder andere Haus eingeladen zu werden, wie dies im Norden von Vietnam geschah. Anscheinend sind die Leute auf den Märkten, auf dem See, in der Fabrik, als Angestellte in Hotels, so oft mit Touristen zusammen oder sehen sie zumindest, dass sie kein Bedürfnis für näheren Kontakt haben. Vielleicht sind sie nur scheuer und zurückhaltender als die Vietnamesen? So wie die Schweizer.

Weitere Fotos von diesem Weber-Dorf sind hier in einem Picasa-Album.
Further photos of this weaving village are here in a Picasa-Album.