Burma ist eine andere Welt in einer anderen Zeit, Jahrzehnte zurück hinter Thailand.
Erste Schritte in Yangon
Kleiner Teil der Shwedagon Pagoden-Anlage im Abendlicht (Bild Helen 2007). Ich werde die Shwedagon auf der Rückreise besuchen.
Der erste Besuch führte uns zu Michael Pfeiffer, einem ansässigen deutschen Reiseveranstalter, der Helen und mir die Reise durch Burma vor 2 Jahren organisiert hatte. Bei der jetzigen Reise bin ich ein schlechter Kunde für ihn, da nur 2 Flüge und 2 Hotelbuchungen im Auftrag enthalten sind. Im Bergdorf gibt es für ihn nichts zu verdienen. Bezüglich unseres Aufenthaltes im Dorf konnte er uns grünes Licht geben, soweit sei jetzt mit der lokalen Bezirks-Behörde alles in Ordnung, aber von höherer Stelle könne, sollte es irgendwie nach oben gelangen, doch plötzlich interveniert werden.
Es ist Ausländern in Myanmar ausdrücklich untersagt, irgendwo in einem nicht für Gästeunterbringung lizenzierten Betrieb zu übernachten. Es gibt Zonen, da darf kein Ausländer reisen, ausser mit vorgängiger Bewilligung und exakter Beschreibung, wie in der Sowjetunion. Sogar für Trekking mit je nur einer Übernachtung pro Dorf habe es schon Schwierigkeiten, die Bewilligung zu erhalten oder sei nicht erteilt worden, und wir wollten 3 Wochen im Dorf wohnen, das sei hoffnungslos, hiess es zu Beginn. Ohne Bewilligung einfach bleiben sei unverantwortlich; soviel war mir klar. Es würde oft sehr detailliert nachgeprüft, wenn jemand durch irgendwas auffalle. Bei Rolf und mir könnte jemandem auffallen, dass wir ab Heho erst 3 Wochen wieder weiterfliegen, oder im Gasthaus in Kalaw, wo wir eine Nacht am Anfang und eine am Ende übernachten, könnte durch Personal oder das Amt, das die Meldezettel prüft, sich wundern, wieso wir wieder kämen und was wir in der Zwischenzeit getan hätten. Ohnehin habe es überall Spitzel und es werde sowieso bekannt, dass 2 Ausländer sich indem Bergdorf aufhielten. Für uns gäbe es nicht gravierende Folgen, aber alle lokalen Leute, die davon gewusst und es nicht gemeldet hätten, denen würden unangenehme Fragen gestellt durch Männer, die nicht die besten Manieren hätten.
Viele der Männer, auf dem Dorf alle, tragen Longis, Wickeltücher. Ich habe auch einen dabei von der letzten Reise.
Wir sassen gestern 4x in einem Taxi und keines sah viel besser aus. Bei einem fragten wir uns, ob das Holpern von der unebenen Strasse oder von ovalen Rädern stamme. Eine gewisse Nachsicht und Unempfindlichkeit ist nötig, Anpassung an die Verhältnisse. Im Erstklasshotel gibt es natürlich hoteleigene Limousinen mit Aircon, klar.
Alte vergammelte Häuser aus der britischen Kolonialzeit stehen neben neueren Bauten, auch die etwas schäbig.
Nicht so grün, der Abschluss, wie meist bis jetzt.
Ja, noch was zu Myanmar: Es soll bald 5000 Kjat Banknoten geben, die grösste heute ist 1000 Kjat und das ist etwa 1.1 USD. Rechte Packen an Geld tragen wir so durch die Gegend und auf den Berg.
Nachtrag 01.10.09
Wir sind jetzt in Kalaw angelangt, dem Ausgangspunkt zu unserem Bergdorf. Unser Dorf heisst “Noa Wa Danu”, es sei ein Dorf der Volksgruppe der Danu, aber die Leute würden Burmesisch sprechen dort, die Danu hätten die Sprache der Burmesen angenommen. So kann ich etwas Burmesisch lernen und üben.
Heute wurden unsere Pässe 2x geprüft, zuerst bei dem Abflug in Yangon, dann nach der Landung am Flugplatz Heho. Obwohl es ein Inlandflug ist, werden von allen Personen, egal ob Einheimischen oder Fremden, die Papiere kontrolliert, es wurden Fragen gestellt und Notizen eingetragen. “In welchem Hotel wohnen Sie?”, etc. Es wird also recht aufgepasst auf alle, und jede(r) muss vorsichtig sein und darf sich ja keine Auffälligkeiten erlauben.
Der Bezirkshauptort Kalaw ist sehr ländlich. Es ist angenehm kühl hier in der Höhe, jetzt um etwa 6 Uhr am Abend. Ich kaufte mir deswegen, vor allem weil unser Dorf noch einiges höher liegt, eine wattierte Jacke. Im Ort gibt es Nachfahren von Gurkas, den nepalesischen Soldaten, die für die Engländer während der Kolonialzeit hier waren und nachher hier geblieben sind. Auch ein Restaurant Everest sah ich, welches für auf einem Schild Nepali Food anpreist.
Heute Nachmittag ging es auf den Markt für grossen Einkauf. Schulhefte, Kugelschreiber, Kinderpullover, 1 Plastikeimer, letzteres, damit ich etwas für meine Körperpflege dabei habe und für Kleiderwäsche. Aber vielleicht will man uns die Kleiderwäsche auch durch Dorffrauen abnehmen, wer weiss.
Weitere Fotos von dieser Reise sind hier in mehreren Foto-Alben (zum Öffnen auf ein Album-Bild clicken).
Further photos of this trip are here in various albums (to open, click on an album picture).

2 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Oktober 1, 2009 um 7:12 vormittags
Helen
Alle Erinnerungen werden wach, an unsere Reise in Myanmar vor zwei Jahren!
Oktober 1, 2009 um 1:29 nachmittags
anamsourcing
thank you for the great reports….!