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Wieder in Chiang Mai, wieder Zahnarzt
Keine Kawasaki mehr, Fussmarsch ca. 5 km

Das ist der Ausblick von der Veranda meines Hüttchens im schönen “Baan Pai Village” in Pai, wo ich 2 Nächte verbrachte. Es war sehr ruhig dort, nur das kleine Bächlein entlang des Weges plätscherte und der Kies knirschte, wenn jemand vorbei ging. Die Hütte hatte keine Klimaanlage, nur einen Deckenlüfter mit 4 riesigen Flügeln, den ich wegen der angenehmen Kühle in der Nacht gar nicht in Betrieb zu setzten brauchte. Ich kroch im Bett sogar unter die Decke. Oberhalb des Bettes war ein bettgrosser Bambusrahmen, an dem ein Moskitonetz hing, wie ein grosser Kubus, rundum alles schön dicht unter die Matratze geklemmt, nur kurz öffnen beim Reinschlüpfen, dann hatte ich die ganze Nacht Ruhe vor den Biestern, nicht wie hin und wieder zum Verrücktwerden zuhause, wenn ich die mir in meinem Halbschlaf um die Ohren summenden fiesen Viecher nach dem Lichtanzünden nicht finde.

Die Dächer der Cabins sind mit Blättern gedeckt, wie wir es im chinesischen KMT-Dorf im Bau sahen. Auf meiner Rundtour zu den Elefanten folgte ich einem Schild “Pai Canyon” und auf dem Fussmarsch zum Canyon sah ich, wie die Blätter gesammelt werden.

Das sind die Blätter, hier an einem frischen Spross ….

… und hier am grossen Baum.

So werden sie anscheinend gesammelt. Alle 20-30 Meter waren im Wald Verschläge mit gesammeltem trockenem Laub. Vielleicht sammelten sie bei uns früher, ganz früher, das Laub für die Laubsäcke auch so. Wissen alle noch, wozu ein Laubsack war? Ich erlebte sie nicht mehr, so alt bin ich doch noch nicht, aber es hiess, vor der Zeit der Rosshaar-Matratzen, im Mittelalter, hätten die Leute auf Laubsäcken geschlafen, zumindest das gewöhnliche Volk.

Vorgefertigte etwa eineinhalb oder etwas mehr Meter lange Blatt-Paneele werden überlappend auf die Sparren geschichtet und festgezurrt. Das Bild ist vom Vordach meiner Hütte.

Da ich schon vom Pai Canyon schrieb, hier ist ein Teil davon. Meine OZ In-Laws, die derzeit für 12 Monate (oder mehr?) durch Australien fahren, freuen sich sicher an dem Bild, es erinnert an die dortigen Nationalparks. Fies sind nicht nur Mücken, ab und zu bin es auch ich. :-)

Einige wunderten sich beim Ansehen der Bilder im Picasa vielleicht, wieso diese Zusammenstellung drin ist. Überall in der Umgebung von Pai wurden und werden “Resorts” mit schöneren und hässlicheren Cabins gebaut. Ich frage mich, wer alles da Ferien machen soll. Mein Freund Heinz, mit einer Thailänderin verheiratet, bemerkte zu seiner vormaligen Absicht, ebensolche am Mekong River in der Nähe von Ubon bauen zu lassen, der thailändische Mittelstand, vorwiegend aus Bangkok, fahre oder fliege gerne für ein paar Tage in solche Resorts und zahle gute Preise.

Und hier noch der fast obligate grüne Abschluss des heutigen Berichts. In einem nicht sehr vornehmen Restaurant neben meinem Guest House in Pai wird neben den üblichen Food & Drinks auch Wheatgrass Juice angeboten, im und neben dem Restaurant angebaut und frisch aus der elektrischen Saftpresse. Das Wheatgrass sei eine Grassorte, nicht Getreide-Weizen.

Ein kleines Gläschen, knapp ein Deziliter, grösser als ein Tequila Shot, aber Shot nennen sie es auch, kostet 50 Baht. Dafür kriegt man in Pai ein Bier oder einen Teller Reis mit Gemüse und ein paar Stückchen Fleisch. Natürlich musste ich den Saft versuchen. Er schmeckte trotz seiner angepriesenen Wirkung für Wohlbefinden und Gesundheit nicht mal übel. Um dem kürzlich gekauften und wenig gebrauchten Safter-Zusatz für die Kenwood einen Sinn zu geben, könnten wir uns im Wheatgrass-Anbau versuchen.