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Motorradtour 1, Tag 3
von Mae Sariang nach Mae Hong Son, 173 km
Total bis jetzt 598 km
Ich riskiere es, die nicht Motorrad fahrenden Leser zu langweilen und über die Traumstrasse zu schreiben, die ich heute geniessen durfte. Es sind fast von A-Z gute 160 km beste Pass-Strasse, nur nicht einmal hoch und einmal runter wie bei einem Pass, sondern rauf und runter und eben gemischt, nicht Stilfserjoch, eher wie der Ofenpass zwischen Engadin und Münstertal, aber mit weniger Geradeaus-Anteilen.
Die Strasse ist von derart guter Qualität und immer breit mit Mittellinie, ich wäre mit der MV oder meiner Transalp besser bedient gewesen, aber trotz der Stollenpneus und der 250 cc war es auch so ein Vergnügen erster Güte. Anders als die schöne Strecke gestern, weder schlechter noch besser, nur länger.
Heute könnte ich es mit Carven auf einer gut präparierten Skipiste vergleichen, beinahe Bogen an Bogen, meist Riesenslalom, streckenweise auch wie ein Super-G, 2 ½ Stunden Fahrt, nur unterbrochen von Pausen, aber ohne Anstehen am Lift, dazu mit wenigen Skifahrern, ein traumhafter Genuss.
Uneingeweihte wollen bitte versuchen, sich vorzustellen, wie das Gefühl sein könnte, auf einem Motor mit 2 Rädern sitzend durch die Gegend zu kurven, das Vibrieren zu spüren und die Fliehkraft, mit dem Arsch zu lenken, nicht mit den Händen wie beim Auto, vielleicht wie ein Reiter sein Pferd mit den Knien lenkt, nicht mit den Zügeln, dazu beim Bike hüsch und hott mit beiden Händen und beiden Füssen. Ich bin begeistert und hoffe, man spüre es aus der Beschreibung. Es musste einmal gesagt sein, und heute gab es Anlass genug, dies zu tun. Ich werde mich in den Fortsetzungen diesbezüglich kurz halten.
So wird in Thailand gerüstet, auch bei Betonbauten anständiger Grösse. Element-Gerüste unserer Art gibt es hier auf dem Land noch nicht.
Damit die Arbeiter oben den Beton rasch ohne Umschaufeln zur Einsatzstelle tragen können, werden die einzelnen Eimer miteinander hochgezogen, die leeren anschliessend an einem Schrägseil runter rutschen gelassen.
Kaffeepause, in einem Café, wie ich es auch als Kind, das ist lange her, in der Schweiz noch nie sah. Das Wasser für meinen Nescafé wird wohl aus dem Wassertank geschöpft worden sein, gekocht wurde es sicher im Kessel auf dem Feuer.
Die heutige Strecke war landschaftlich nicht sehr reizvoll, abgesehen von dem einen Unterbruch mit den oben gezeigten Feldern. Sie führte praktisch immer durch Wald, den ich eigentlich auch sehr mag. Gelbe Elchschilder an der Strasse wie in Schweden sah ich keines, dafür eines mit einer Kuh, mitten im Wald, meilenweit von der nächsten Wiese, …. was schrieb ich gestern!

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