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Motorradtour 1, Tag 2
Umgebung von Mae Sariang, Morgentrip 55 km, Nachmittagstrip 98 km
Total bis jetzt 425 km

Schöne Landschaft am Vormittag, super Motorradfahren am Nachmittag. Ich hoffte und versuchte vergeblich, Hilltribe-Dörfer zu finden, aber das tat dem Tag keinen Abbruch. Wie schon oft gab es ungeplant viele schöne Eindrücke, allein durch den Willen, die Gegend zu erkunden.

Ein kurzer Besuch auf dem Morgenmarkt brachte nichts besonderes, ausser dass ich 3 Karotten kaufte und beim Weggehen dachte, sie wären doch etwas überzahlt, wenn Fritz für Karotten 2. Wahl für seine Ziegen nur 20 Cents pro kg bezahlt. So brachte ich sie zurück und bekam meine 20 Baht wieder.

Der Trip am Morgen wahllos in Richtung des Nationalparks führte durch bewirtschaftetes Land. GPS ist toll, so wusste ich immer, wo ich war, und ohne hätte ich nur schwer wieder zurück gefunden. Hier sind die ländlichen Dörfer weiter entwickelt als in Laos, Vietnam oder Burma. Es gibt hier Elektrisch und jedes haus hat Wasser vor dem Haus, es wird mit einem Eimer an einem dünnen Seil aus dem tiefen Brunnen geschöpft.

In flachen Paddies wird Reis im Wasser gepflanzt, an den Hängen Bohnen oder Erbsen, wie hier im Vordergrund und hinten am Hang.

Ist es Soja, oder eine Art Erbsen? Soja kenne ich nur grün und kugelrund, aber ich bin nicht vom Fach. Spalterbsen wären gespalten, diese sind es nicht. Kennt jemand diese Bohnen oder Erbsen?

Eine Bananenstaude mit Kochbananen und einer Blüte, wie ich sie einmal in Vietnam auf dem Markt kaufte und dann nicht wusste, wie ich sie essen sollte. Eine Art Salat mache man daraus, wurde mir später gesagt.

Am Nachmittag fuhr ich gezielt, nach programmiertem GPS, über eine Bergkette an den Grenzfluss zu Burma, an den Salawin River. Die etwa 40 km von der Hauptstrasse bis zur Bootsanlegestelle sind für einen Biker absolut hammer, teils asphaltiert schön, teils ausgebrochener Asphalt, teils Schotterpiste, teils mit unzähligen, auch tiefen, Schlaglöchern, aber immer, ja immer, fantastisch kurvig. Es hat sich heute schon gelohnt, nicht die Strassen-Enduro zu mieten, sondern die Offroad Kawasaki. Diese Strasse abzufräsen, immer auf Draht, immer auf der Hut vor Änderungen der Strassenbeschaffenheit, mit der Zuversicht auf gute Bremsen und auf eine gute Federgabel, die auch tiefere Löcher auffängt, sollte man doch mal eins unverhofft erwischen, ist ein Bikergenuss, der bare Hammer. “Nur Fliegen ist schöner”, oder ähnlich, sagen die Piloten, aber da bin ich mir nicht so sicher.

Die Bootsanlegestelle, von der Touristenboote, aber auch Linienboote, zu Dörfern am Fluss wegfahren. Auf der anderen Seite des Salawin ist Burma, Myanmar. Im Dorf hier sah ich viele Gesichter, die wie Inder oder Pakistanis aussahen, dunkler als Burmesen oder Thais, mit runden Augen. Ob das wohl Karen sind? Martins Bruder wüsste Bescheid. Es leben Karen in dem Grenzgebiet, auch viele aus Burma geflüchtete. 3 Norwegerinnen, die ich gestern Abend traf, arbeiten als Volunteers in einem Flüchtlingsdorf, ihre Hütte stehe nur 80 m von der Grenze zu Burma, seit “Kriegsbeginn” im Juli seien viele Flüchtlinge neu angekommen. Sie sagten “Krieg”, wie auch die Karen-Rebellen den wieder intensivierten Druck des burmesischen Militärs nennen.

For our Aussie relatives, a Landcruiser of guys driving all the way from Australia’s Rottnest – where the hell is it – to Rotterdam. Wouldn’t it be a great new project for you, Hans?
,br> Meine Kawa sieht jetzt auch schon etwas besser aus mit dem Dreck. Ich solle ihn auf keinen Fall wegwaschen, sagte ein Kollege auf der letztjährigen Biketour in Vietnam. Werde ich auch nicht, nur die Hosen waschen, die Aussie Work Boots sind bereits wieder geputzt.

Unglaublich, wie die Häuser hier entlang der Strasse an den Abgrund gebaut sind. Die Strasse bricht teilweise ab, aber die Häuser bleiben Dank der Stelzen stehen, soweit ich das sehen konnte.

Sogar hier, am Ende der Welt, wird Fussball gespielt. Auf einem kleinen Vorplatz spielten zwei Männer Badminton, Kinder spielen, es wird gearbeitet, eingekauft, TV gesehen, fast wie bei uns, und die Leute sehen nicht unglücklicher aus als wir.

Im Picasa-Album von heute ist ein Bild mit Ziegen, aber Kühe sah ich mehr, und zwar im Wald, die erste schien mir von weitem ein Hirsch oder Reh zu sein. Dass die Kühe zum Grasen in den Wald getrieben werden ist auch in anderen Ländern in Südostasien der Brauch, es gibt nur selten Wiesen für Kühe, die Felder werden für den Anbau gebraucht. Das ist nicht abwegig, denn die Rinder waren ursprünglich Waldtiere, wie die Gaur heute noch.

4 oder bei Eltern mit Kleinkindern sogar 5 Personen auf einem Scooter sind nicht ungewöhnlich in Asien, aber so junge sah ich noch nie vorher, und übrigens ist Helmpflicht in Thailand, die von der Polizei auch mit saftigen Bussen geahndet wird. Bereits in Chiang Mai ist mir aufgefallen, dass am Abend fast niemand einen Helm trägt, am Tag jedoch fast alle, im Zentrum alle, da viel Polizei unterwegs ist, am Abend seien die Verkehrspolizisten ausser Dienst, da sei das Risiko klein. Der Sinn des Helms scheint noch nicht begriffen, wie bei uns das Gurtentragen nach der Einführung des Obligatoriums, oder das Telefonieren im Auto heute noch bei vielen. Thailand hat viele Regeln, die nicht eingehalten und nicht durchgesetzt werden. Bei den Hunden sind sie technologisch weiter als bei uns in Europa. Jeder Hund muss einen Chip eingepflanzt haben, sonst wird euthanasiert. Hundefänger sah ich schon, aber ich sah allein heute mehr streunende Hunde auf der Strasse.

Ein starker Regenguss zwang mich zu einem Zwischenhalt an einem kleinen Shop und ermöglichte mir einen kleinen Vesper. Es gingen heute öfter mal kurze Regenschauer nieder. Einmal fuhr ich etwa 5 Minuten im schattenwerfenden Sonnenschein durch den Regen, nicht gerade ein Tropenregen, aber doch zum Nasswerden. Einen Regenbogen sah ich nicht, vermutlich weil ich mitten im Regen war.

Zum Abschluss doch noch Kühe, aber nicht im Wald, sondern von meinem Balkon aus über dem direkt vor dem Hotel strömenden Fluss. Morgen fahre ich weiter nach Mae Hong Son.

Jetzt ist bereits der nächste Morgen. Ich konnte den Post gestern Abend nicht mehr fertig stellen, denn als ich vom Nachtessen zurückkam, war nur der ein Security Guy da und der konnte mir keinen neuen Internet-Kredit verkaufen. Hier im Hotel haben sie einen Vertrag mit CyberPoint, einer international tätigen Firma für Hotspots und andere Internet-Dienste. Es funktioniert wie Mobiltelefon mit Pre-Pay, man kauft ein Couvert und drin ist ein Username und ein Password. Hier kostet 1 Std 100 Baht (CHF 3.20), für 150 Baht ist die Dauer 24 Std, ist wohl klar, was ich kaufe. Jetzt geh ich dann zum Frühstück und dann fahre ich rasch weiter, da es hier nach Regen aussieht.