Also, hier kann gesehen werden, wofür ich diesmal eigentlich nach Asien reise, nämlich für den Bau des Schulhauses, an das diese Tafel in einigen Wochen angebracht wird. Es wird in Myanmar gebaut, besser bekannt unter dem Namen Burma. Der darauf Erwähnte ist mein Reisekollege von 2006, mit dem ich Laos und Kambodscha bereiste. Er war auf einer Reise durch Burma in einem Bergdorf weitab der Strasse vorbei gekommen, in dem ein Keller und ein Fundament stand, von dem die Leute sagten, es sollte ein Schulhaus werden, aber sie hätten kein Geld, um weiter zu bauen. Rolf machte es zu seinem Projekt und sammelte unter Freunden. Ich sagte, ich würde ihn gerne vor Ort beim Bau unterstützen, weil ich schon länger an solche oder ähnliche Einsätze bei einer NGO gedacht hatte, und auch, weil sich damit ein Anstoss ergab, wieder nach Asien zu reisen. Zuhause ist es sehr schön und ich geniesse es, aber es muss ja nicht das ganze Jahr sein, das Fernweh zieht. Im Oktober werde ich also zusammen mit Rolf in dieses Dorf in der Umgebung von Kalaw reisen, nicht weit vom Inle See. Die Dorfleute sind bereits am Errichten des Rohbaus und alles Material wird auf unsere Anreise auf die Baustelle getragen sein, richtig gelesen, getragen, denn es gibt keine Strasse ins Dorf.
Jetzt bin ich aber im Norden von Thailand, in Chiang Mai. Beim Vorbereiten der Reise im Internet stiess ich auf mehrere Einträge über gute Erfahrungen mit Zahnärzten, und da ich ein kleines Problem hatte, nicht ein dringendes, nahm ich mit der CM Dental Clinic Kontakt auf und verabredete einen Termin für meinen ersten Vormittag hier. Das kleine Problem stellte sich als abgebrochene Krone heraus. Ich entschied mich hier, alle alten Amalgam- und einige beschädigte Composite-Füllungen mit Porzellan-Einlagen und 3 Kronen zu ersetzen und ein paar Kariesstellen reparieren zu lassen, also eine richtige Generalüberholung. 3 Tage sind jetzt vorbei, und das schlimmste scheint überstanden. Das Programm bis jetzt: Tag 1 10:00 – 17:30, Tag 2 9:00 – 19:45, Tag 3 08:30 – 14:30, und von je 2 Pausen unterbrochen den ganzen Tag liegen und den Mund offen halten. Wenn die Zahnärztin sagte, ich solle den Mund weiter aufmachen, war ich meistens eingenickt. Es passierte öfter! Die meiste Zeit nahm eine Wurzelbehandlung in Anspruch, insgesamt etwa 6 oder 7 Stunden. Morgen Freitag werde ich am Mittag mit dem ersten Teil fertig sein und nächste Woche für die 3 Kronen nochmals hingehen müssen. Morgen muss ich noch ein ernstes Wort über die Farbe der Porzellaneinlagen reden, denn sie sind mir zu weiss. Ja, Zahnsteinentfernung und Whitening hatte ich auch schon, aber so weiss wie die Einlagen sind die Zähne nicht geworden. Vielleicht müssen sie alle ersetzt werden, was aber nicht so eine grosse Sache sein würde. Sie sagte heute bereits, ja, es sei etwas sehr weiss geraten und sie mache morgen, was sie könne. Porzellanmalen ist OK, aber es muss nachher gebrannt werden, und das geht im Mund vermutlich nicht so gut. Ansonsten macht alles einen super Eindruck, alle Einrichtungen aus USA, Material von Nobel Biocare, Straumann, etc.
Untergebracht bin ich im Lai Thai Guest House, auch über das Internet gebucht, gar nicht so übel für 590 Baht, etwa 18 CHF, pro Nacht, mit Aircon und Dusche/WC, ohne Frühstück. American Breakfast mit 2 lausigen Spiegeleiern, 2 Toast, Tee und O-Saft kostet 130 Baht, der Fried Rice vom 2. Morgen war sehr dürftig, so dass ich heute in einem Strassen-”Restaurant” um die Ecke für 30 Baht einen wunderbaren Reis mit Gemüse, Tofu und Spiegelei nahm. Auch für den Znacht ist mein Lieblingsplatz gefunden, ein sehr lokales Restaurant mit sehr gutem Essen, dafür eine hohe Halle mit kahlen Wänden. Einen Thai-Kochkurs sollte ich noch buchen, ja, aber übermorgen Samstag will ich los mit dem Töff.
Heute, ich hatte ja erstmals Zeit für mich, fand ich 2 Vermieter von Motorrädern mit fast neuen 250er Kawasaki Enduros, und am Nachmittag kaufte ich Arm- und Beinschoner, einen Nierengurt, Töffhandschuhe und einen Regen-Poncho. Zusammen mit der ebenfalls erstandenen Reisetasche bin ich bereit für die etwa 6-tägige Motorradtour durch die Berge nördlich von Chiang Mai. Die Stadt interessiert mich nicht, nur so rasch wie möglich weg aufs Land.
Ja, und weil es doch etwas speziell ist, hier noch die genaue jetztige Situation: Ich sitzte im Open-Air Restaurant des Lai Thai Guest House, es ist etwas schwitzig, obwohl 21:30, ich höre die Autos von der Strasse und natürlich auch die Motorräder und Tuk-Tuks, und ich sitze bei einer Flasche italienischem Weissen, einem Soave, den ich heute Nachmittag in einem kleinen Weinladen sehr günstig kaufte, für etwa 7 Franken, weil er von 2004 ist, und den ich, um Missgunst bei den anderen Gästen und Anstoss beim Personal zu vermeiden in eine Wasserflasche umgefüllt habe, nachdem er im Kühlschrank schön auf Temperatur gekommen war. Und trotz Alter ist er gut trinkbar, kein Wunder bei der Wärme, wenn es nur flüssig ist
Nachtrag am Tag danach
Die beiden zu weissen Inlays sind bereits wieder draussen, Frau Doktor war auch der gleichen Meinung. Sie werden nächste Woche, nach meiner Töfftour, zusammen mit den 3 Kronen eingesetzt, diesmal dunkler. Die 5 Inlays für die linke Seite waren heute auch zu hell, obwohl sie schon dunkler bestellt worden waren als die ersten. Anhand von Musterzähnen konnte ich im Spiegel die richtige Farbe aussuchen, und die 5 hellen wurden ins Labor zurück gebracht, um sie nachzudunkeln, natürlich mit Brennvorgang im Ofen; lieber dort als in meinem Mund. Nach einer Stunde, während der sie an der rechten Seite weiter machte, wurden sie wieder gebracht und eingebaut, ganz ansehnlich. So kommt also alles gut. Nach kurzem Warten wegen eines Notfalls lag ich heute nochmals für 3 1/2 Stunden auf dem Schragen und bin jetzt, versehen mit 3 temporären Kronen, bis nächsten Samstag frei.
Für die deutschen Leser, die es nicht bereits gemerkt haben: Töff ist das schweizerische Dialektwort für Motorrad, töff-töff-töff, wie Miau für Katze in Vietnamesisch.

4 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
September 17, 2009 um 8:24 nachmittags
Barbara
Die heutige Zeit mit Internet (fast) weltweit ist doch wunderbar – so dürfen wir etwas mitreisen. Ich bin sehr gespannt auf das Projekt, finde ich super!!!
Auch sonst klingt alles gut. SAS-Flug überlebt (darüber kann ich auch viel erzählen… grins), gut in Chiang Mai (das mir übrigens gefällt, es gibt ruhigere Ecken) angekommen, die Behandlung klingt gut und die Motorradtour wird bestimmt interessant. Viel Spass dabei!
Pass’ auf, dass Du nicht zu viele Quecksilberdämpfe einatmest – wenn es dafür nicht schon zu spät ist, beim Amalgam-Entfernen. Das hatte mein Zahnarzt damals versäumt und ich habe die volle Dosis abgekriegt, ist alles ziemlich ungesund…
September 18, 2009 um 6:51 vormittags
Jutta
Gerade erst gute Reise im anderen Blog gewünscht und gute Gesundheit und jetzt bist du schon da und beim Zahnarzt
Irgendwie bin ich verwirrt, aber das ist egal. Ich freue mich, dass du gut angekommen bist und wir ein bissi Ferne schnuppern dürfen.
Beste Grüße aus dem kühlen Hessen.
September 18, 2009 um 8:38 vormittags
Erich
@Barbara: Ich kann Dich beruhigen, bei der Entfernung der Amalgam-Füllungen kam ein spezielles Absauggerät zum Einsatz.
@Jutta: Ich bin ja nicht krank, werde nur repariert und aufgefrischt. Was den Frauen die Falten, sind bei mir die Zähne. Die Eitelkeit lässt Grüssen.
Juni 26, 2011 um 3:34 nachmittags
h.p. halbenleib
hallo erich
wie heisst der/die zahnarzt/in in chiang mai? muss mir da auch einiges flicken lassen.
l.g, h.p.h.