Der Flug von Hanoi über Bangkok nach Paris verlief problemlos, und auch der kurze Flug nach Zürich kam fahrplanmässig an. Nur auf den Monitoren in Paris war der Pilotenstreik mit vielen “vol annulé” bemerkbar, mir fielen aber keine Massen an gestrandeten Passagieren auf. Problemlos stimmt nicht ganz, denn nach dem Dinner war es plötzlich aus mit dem U-Programm in etwa 10 Sitzreihen, und meine war die letzte von ihnen. Also keine Musik, kein Movie, nicht mal lesen konnte ich, da auch das Licht nicht funktionierte.
Charles de Gaulle Airport Paris
In Paris dachte ich, das WLan sei super, richtete mich 3 m von hier an einem Pultchen ein, nur um dann festzustellen, dass sie ordentlich Geld wollten, also Netbook wieder einpacken, so dringend muss der Blog auch nicht aufdatiert werden.
Bei der Ankunft in Zürich wartete schon Larissa auf Rolfs Kartonrolle mit den vielen Ölbildern, die er in Saigon und Hanoi gekauft hatte und die ich nach Zürich brachte. Damit wären wir beim Thema, der vietnamesische Kunstmarkt, oder eher Kopiermarkt. Eine Kunstszene gibt es natürlich auch in Vietnam, aber von der sah ich nur wenige Exponate in erlesenen Galerien. Die üblichen Galerien, deren es in von Touristen frequentierten Stadtteilen von Hanoi und Saigon sehr viele gibt, verkaufen kopierte Meisterwerke und kitschige asiatische Massenware, Mönche, Buddhas, Frauen und dergleichen Sujets. In der einen Galerie, die ich mit Rolf besuchte, waren 5 Staffeleien aufgereiht und auf kleinen Hockern malten Kopisten eifrig drauflos, teils sehr behutsam und genau.
Ich hatte, wie früher beschrieben, eine Farbkomposition von Paul Klee als Ölbild in Auftrag gegeben, das Original eine Lithographie. Am Termin, nach der Nordost-Tour, bemängelte ich die Ausführung, es seien nur gerade Rechtecke und keine Textur, das könnte ich auch selbst. “OK, I talk to the artist, come back again.” Beim nächsten Besuch, am Vortag meiner Abreise, waren die Feldchen nicht mehr mit geraden Strichen unterteilt, aber die Textur, fehlende Schattierungen und nicht nachgemalte Unregelmässigkeiten waren Grund genug, das Bild nicht zu akzeptieren und stattdessen das “Mädchen mit Perl-Ohrring” von Vermeer zu nehmen, ebenfalls US$ 30, wie der bestellte Klee.
Vietnamese copy
Original Vermeer Zuhause, beim Vergleich mit dem Original aus dem Internet, kam die Ernüchterung, auch der kleine Vermeer hält einem Vergleich nicht stand, die Kopie ist schlecht. Allein betrachtet ist es ein nettes Bildchen, für das ich vielleicht irgendwann doch noch einen Unterrahmen mache, es darauf spanne und es ins WC hänge. Im Moment muss es aus den Augen und in einer Mappe verschwinden.
In Saigon kam ich an einem Shop vorbei, in dem Bilder in Lacquer-Technik ausgestellt waren. Bei dieser Technik wird eine Holztafel, evtl. Sperrholz oder Spanplatte, mit schwarzem Lacquer mehrfach beschichtet und dann auf der Vorderseite ein Bild aufgemalt, das mit einem Glanzlack überzogen wird. Das fertige Produkt ist glänzend poliert und klingt beim Anklopfen mit dem Fingernagel sehr hart, wie die bekannten Lacquerware Dosen.
Ich konnte nicht widerstehen und kaufte zwei kopierte Ausschnitte aus Bildern von Hundertwasser, in eben dieser Lacquer-Technik. Sie gefallen auch Helen und zieren nun den Treppenaufgang.

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