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Die Busfahrt nach Hanoi dauerte für die gut 90 km eindreiviertel Stunden und kostete 45’000 Dong, etwa 2.15 Euro. Mit den 8 Passagieren ergab dies 17.20 Euro, das reichte ja nicht einmal für den Diesel. Im Busbahnhof in Hanoi bestürmte eine Horde Leute die Türe und liess uns kaum aussteigen. Draussen rissen sie sich um die Passagiere und eine Gruppe Männer scharte sich um mich: “Motor cycle, motor cycle, where you go?” Zu meinem Glück war einer mit einem Kleintaxi da, und nachdem ich ihm die Karte des Hotels gezeigt hatte, wedelte er mit einer Hunderter- und einer Fünfzigernote. Ich winkte ab und er zog einen Zwanziger raus, 120 also, aber ich sagte: “Meter!”, er “OK”. Der Verkehr mit all den Mopeds war fürchterlich, ein Chaos fast bei jeder Kreuzung.

Es kam noch besser. In der Nähe des Hotels bog der jugendliche Taxifahrer nicht ab, wo er sollte, was ich ihm mit leichter Empörung in der Stimme zu merken gab. Er bog dann bei der nächsten ab und fragte Passanten nach dem Weg, wendete aber auf der engen Strasse, blockierte den ganzen Verkehr, verlangte von einem Zuschauer, dass ein parkiertes Moped verschoben würde, damit er überhaupt mit Vorwärts- und Rückwärtsfahren die Kehrtwendung hinkriegte. Dabei würgte er dreimal den Motor ab. Also retour und weiter vom Hotel weg in eine Strasse, wo er bei der Nummer 44 anhielt und bedeutete, hier sei mein Hotel. Ich rief das Hotel an und gab ihm das Telefon. Darauf fuhr er noch etwas wirr im Zeug rum und fragte wieder mehrmals nach dem Weg, bis wir wieder da waren, wo ich den Weg kannte. Endlich. Der Zähler war am Ziel bei 120, die ich ihm aus Erbarmen auch gab.

Die Dame im Hotel klärte mich auf, es gebe zwei Strassen, die ausser dem Akzent gleich geschrieben aber verschieden ausgesprochen würden, und er hätte anscheinend den Akzent nicht beachtet. Also haben auch die Vietnamesen ihre Probleme mit ihrer Schrift, nicht nur Neulinge wie ich.

Das Tüpfchen aufs i im negativen Sinne: Ich hörte gestern Abend, die Piloten der Air France streikten von Freitag bis Montag, ausgerechnet jetzt. Am Samstag läuft mein Visa ab. Auf der Internet-Seite der Air France hiess es, die Hälfte der Flüge würde ausfallen. Vielleicht bleibe ich erst in Paris stecken.

Endlich fragte ich nach dem Grund für die Nummern an den Hauswänden. Es sei Werbung, vor-elektronische Spam für Handwerkerarbeiten, von einer Bagatelle wie einem Loch bohren bis zum Abbruch des Hauses. Natürlich wolle diese Aufschriften niemand an seinem Haus, aber sie würden nachts angebracht, wenn es niemand sähe, und eigentlich nur an alten reparaturbedürftigen Häusern. Vermutlich ruft der Hausbesitzer, sollte er einen Handwerker brauchen, eine Nummer an, die nicht an seinem Haus aufgepinselt worden ist.

Hier folgen noch letzte Bilder vom heutigen Tag in Hanoi. Um 16:30 geht mein Bus zum Airport. Die Infos im Internet zu meinen Flügen sind immer noch positiv. Das lässt mich hoffen.

Neben der Frau auf der Stufe sitzend ass ich einige ihrer ungebratenen Spring-Rolls zum Lunch, lecker.

Die Parkplätze für Mopeds sind immer noch auf dem Gehsteig und werden es wohl auch noch lange bleiben. Wie kommt es erst, wenn sich viele hier ein Auto leisten können?