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Am letzten eigentlichen Reisetag, dem 4. Tag in Ninh Binh, wollte ich es nun doch noch wissen und die Hoa Lu Pagode finden, die ohne Führer auch andere nicht gefunden hatten. Mit dem vietnamesischen Namen Hoa Lu Kinh Do konnte ich mich durchfragen, Pagode hatte niemand verstanden. Die vom Hotel ausgehändigte Planskizze hat die Namen in Englisch, der Massstab ist auf der ganzen Zeichnung verschieden und auch die Richtungen stimmen nur ungefähr. Es kommt der Verdacht auf, sie machten dies mit Absicht, damit die Gäste eher einen Führer nehmen.
Der Bewachungs-Soldat der Volksarmee scheint keinen überaus anstrengenden Job zu haben.
Ich fand sie also doch, die Hoa Lu Pagode, hätte aber nicht unbedingt hin müssen, eine wie viele andere. Das spezielle für die Vietnamesen ist sicher, dass zur Blütezeit des vietnamesischen Reiches die Hauptstadt in Hoa Lu war, zur Zeit als Dschingis Khans Horden abgewehrt worden sind, obwohl doch ein Koenig mit Familie von den Mongolen enthauptet worden war.
Bei der Weiterfahrt mit Ziel Van Long kam ich plötzlich wieder in Sichtweite der Grossbaustelle Bai Dinh und fuhr also nochmals hin, diesmal von der Seite, wegen besserem Licht. Mich wundert, wer die Baukosten für diese immense Pagoden-Anlage bezahlt. Leider vergass ich zu fragen.
Dieses Internet-Cafe muss ich Euch zeigen, ein Wahnsinn, aber durch die Türe sah ich wirklich zwei Computer dort stehen.
Mit etwas Fantasie folgte ich den Strassen gemäss Plänchen, fragte aber immer wieder mal nach dem Ort Ria, ausgesprochen Sia. Weiss man dies nicht, so nützt alles Fragen nichts. Bei einem Schild, das nach dem Ort Me wies, was nach Planskizze auf dem Weg nach Van Long liegt, bog ich mutig rechts ab auf eine schmale unasphaltierte Strasse.
Das Strässchen führte durch eine Ebene mit vielen Feldern links und rechts. Erstaunlich, wie auch diese grossen Äcker mit Büffeln gepflügt werden und wie gerade die Furchen werden.
In einem Dörfchen hielt ich beim Kindergarten, ging in den Hof und zögernd gegen das offene Schulzimmer. Eine der Betreuerinnen winkte mich näher. Die Kinder waren gerade beim Essen, nur je eine Schale Reis, kein Gemüse und keine Fleischstücklein. Nachdem ich gesagt hatte, woher ich käme und wie ich heisse stimmte die Frau einen Sprechgesang an, den die fröhlich dreinschauenden Kinder kräftig runter brüllten, vermutlich zu meinen Ehren, oder war es etwa ein kommunistischer Slogan zu meiner Belehrung?
Der Dammweg kreuzte einmal eine halbfertige breite Strasse, auf deren betonierter neuer Spur die Ernte getrocknet wurde und ein Vermesser-Trupp die Zeit vertrödelte. Ja, die Marke Wild kenne er, sagte der Anführer.
Dann war die Strasse geradeaus fertig, aber eine Frau sagte, nach dem Ort Me gehe es doch geradeaus, aber über Wasser. Ohne lange zu überlegen wegen dem nicht so vertrauenswürdigen Bötchen, aber doch nach Runterhandeln des Preises von 10’000 auf 5000 Dong, vertraute ich mein Moped und mich einer alten Frau und ihrer Nussschale an. Neben dem Töffli auf dem leicht schwankenden Betonboot stehend wurde ich sachte über das Wasser gerudert und kam glücklich am anderen Ufer an. Gegen das Schwanken half auf den Boden schauen am besten. Kaum schaute ich gegen das Ufer oder sonst in die Ferne, so wurde mein Gleichgewicht etwas verunsichert. Dafür sah ich dauernd, wie wegen dem Gewicht des Mopeds und natürlich auch wegen meinem unvietnamesischen Gewicht der Bootsrand nur etwa 5 cm über das Wasser schaute, kein Wunder ruderte sie langsam und sanft.
Auf diesem zweiten Boot, das einen grösseren Flussarm überquerte, fühlte ich mich absolut sicher, schon beim ersten Hinschauen. Deswegen zahlte ich anstandslos die geforderten 10’000 Dong und schob mein Moped an dem Fuder Flechtwaren vorbei auf das Boot. Eine Frau auf dem Boot sprach mit mir in Englisch und sagte, sie sei auf dem Weg von einem Besuch bei ihrer Familie wieder nach Hanoi, wo sie in einer Firma arbeite, denn ihre Englischkenntnisse nützten ihr hier nichts. Das Fährboot sei ja sehr günstig, sagte sie, nur 5000 Dong! Aha, wieder Touristenpreis, oder Gewichtszuschlag. Ja, es gehe hier geradeaus nach Me.
Und so kam ich dann nach weiterem Dammfahren wieder auf die breite Strasse, die ich vom ersten Tag her kannte, dann nach rechts Richtung Ninh Binh und ja die Abzweigung links nach Van Long nicht verpassen.
Da war ich dann rasch in Van Long, und zu meiner Überraschung drängte mich keine der auf Kundschaft wartenden Frauen, mit ihr die Bootsfahrt zu machen, die von hier aus ähnlich Tam Coc über den See und in enge Täler oder Schluchten führen soll, wie mir im Hotel gesagt wurde. Ich war froh darüber, denn ich hatte keine Lust mehr für Bootfahren, nicht wegen der Töffüberfahrten, sondern weil ich es ähnlich wie Tam Coc vermutete, weil ein zügiger Wind wehte und weil ich noch 2 Stunden im Hotel haben wollte vor der Busabfahrt Richtung Hanoi.
Bedrängt wurde ich hingegen von den Verkäuferinnen der Tisch- und anderer gestickter Tücher. Warum die Bootsfrauen nicht wegen der Fahrt gebettelt hatten wurde mir klar, als ich das Ticket Office sah, mit den Velos der Ruderinnen davor.
Hier noch etwas zum Hotelleben, hier in Ninh Bin das “Than Thuy’s Guesthouse and New Hotel” bekannt aus dem Lonely Planet, links die Wäscherin, die in dieser Ecke den ganzen Tag am Waschen war, die Bettwäsche und Laundry der Gäste, rechts die Rezeption mit einer der Angestellten.
Um 12:20 war ich wieder zurück im Hotel, um vor der Busfahrt nach Hanoi den Reisebericht nachzuführen. Es ist erstaunlich, was hier in nur einem halben Tag erlebt werden kann.

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