05.11.09 Day 9
Chiang Khong – Pu Chi Fa mountains – Ban Huak – Thoen – Chiang Rai, 261 km, Stand 887 km

Not as planned in the town of Chiang Kham I ended the day, but in Chiang Rai, as I craved a real nice bed wit 2 sheets and warm blanket after the cold nights in my windbreaker under thin PES blankets in Chiang Kong, and I wanted to cure my sinusitis or light cold.
Around 120 km, nearly half of the day’s mileage, was awesome biking and great scenery, first along the Mekong, then the Phu Chi Fa mountain range along the border to Laos.

06.11.09 Day 10
Chiang Rai, 0 km, Stand 887 km

Recoevring from a cold, blogging and taking it easy, for a change.

Der Mekong vom südlichen Ufer, über dem Fluss liegt Laos.

Kurz nach dem Start leitete mich das GPS von der Hauptstrasse weg. Ausserhalb des Ortes wurde die Strasse breit und schön und neu, mit gelber Leitlinie in der Mitte, also doch OK. Plötzlich, nach den letzten Häusern eines Dorfes, sehe ich geradeaus nur Büsche und eine abwärts führende Karrenspur. Vollbremsung, not so easy ohne ABS, ich kam aber nach etwas Schleudern auf dem Karrenweg zum Stillstand. Das GPS zeigte immer noch geradeaus in die Büsche, wohin ich aber nicht wollte, also rechtsumkehrt und eine Umfahrung suchen, ab auf eine Nebenstrasse. Siehe, kurz nachher zeigte das GPS in Richtung S und ich folgte ihm kreuz und quer über Feldwege, bis eine angezeigte Linksabzweigung in den hohen Mais führte, der Weg vermutlich untergepflügt. Also wieder alles retour, 12 km bis zur grossen Hauptstrasse, GPS prüfen, aha, es war auf „kürzeste Strecke“ gestellt. Ändern in „kürzeste Zeit“ brachte mich erleichtert entlang der Hauptstrasse weiter. Nach einem grossen Bogen kam ich wieder in die Nähe des Mekong und sah auf dem GPS meine vormalige Spur gar nicht weit entfernt auf der anderen Seite des kleinen Zuflusses. Kürzer wäre es dort durch gewesen, hätte die Brücke schon gestanden.

An solchen Orten könnte ich stundenlang verweilen, tu es ab und an auch, aber an diesem Tag wollte ich weiter, in die Berge.

Mit den Wochen stumpfte ich ab, hielt nicht mehr an jedem zweiten Reisfeld, aber schön ist das Zusammenspiel der verschiedenen Farbtöne halt doch immer wieder.

Ein Stück Land ausgeebnet und Folienhäuser drauf. Hoffentlich sieht es in 10 Jahren hier nicht so aus wie in Spanien oder den Berghängen an der ligurischen Küste.

Fast wie in dem schweizerischen Alpenvorland, nur mit etwas anderem Baumbestand, und wärmer, vor allem jetzt im November. :-)

In einer Region waren wieder viele Kohlfelder, teils ganze Abhänge voll gepflanzt, oft aufgestapelter Kohl am Strassenrand, bereit zum Abtransport. Ich sah aber auch Frauen mit Hutten, hoch beladen mit Kohl, der Strasse entlang gehen.

Auch weitab in der Pampa sind die wichtigeren Schilder zweisprachig beschriftet.

Hier, im Dorf Lao U, drängte mich ein Mann, unbedingt den weiteren Weg über Ban Huak zu wählen, weil ich dann an dem „wonderful waterfall“ Pusang vorbei käme, ob ich diesen denn nicht sehen wolle? Es lohnte sich wirklich, schöne Kurven, schöne Gegend, den Wasserfall schaute ich bei der Durchfahrt an, Gas wegnehmen, kein Grund anzuhalten.

Weitere Fotos meiner Reise sind hier http://picasaweb.google.com/houdini49 in mehreren Picasa-Alben (zum Ansehen der Fotos auf das entsprechende Albumbild clicken).
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04.10.09 Day 8
Chiang Khong, 17 km, Stand 626 km

A sinusitis made me take a rest day in Chiang Khong at the Mekong. I have it, probably, from riding in T-shirt and shirt, without jacket. The temperature is not as high up in the north as in Bangkok, for example, or at the beaches. At night I felt very cold under the two thin polyester blankets, that cold that I put on my pants and jacket as pajamas.

I wondered what the buckets were for, lined up at the shore of the river. At the first visit I saw nothing but sand in them. Did somebody cultivate little crabs or snails in them? The answer I got in the evening, bean sprouts are grown in the buckets. A bucket with sprouts and sand is transferred to a basket and the sand is washed off. The quantity of sprouts per bucket is surprisingly high, as can be seen in the photos.

Was ist wohl nebst Sand in den Eimern? Sie sind unmittelbar am erodierenden Sandufer des Mekongs aufgestellt.

Sorgfältig wird die oberste Sandschicht in die Eimer gefüllt. Sind darin kleine Schnecken oder Larven, die in den Kesseln gross wachsen? Sehen konnte ich es nicht, der Mann verstand meine Frage nicht, und die zugedeckten Eimer wollte ich nicht abdecken und im Sand wühlen.

Beim zweiten Besuch gegen Abend wurde die Sache klar, Bohnen keimen im Sand und Sprossen wachsen im Dunkel des Sandes schön weiss und gelblich heran, nicht grün wie am Licht. Es dauere im Sommer, bei warmem und schönem Wetter, 2 Tage von der Bohne bis zur verkaufsfähigen Sprosse, jetzt, bei der kühlen Temperatur und dem wolkigen Himmel 6 Tage.

Eine Kundin kommt vom laotischen Ufer des Mekongs zum Einkauf.

Ein Kessel mit Sand und Sprossen wird in den Bambuskorb geschüttet und im Wasser des Mekong wird der Sand ausgewaschen. Mehrmaliges Waschen und Spülen ist nötig, um die Sprossen komplett vom Sand zu befreien. Darauf werden die Sprossen in den grossen Kunststoffkorb der Käuferin geschüttet.

Noch ein Eimer, dann ist der Korb voll. 5 Eimer mit Sand und Sprossen waren nötig, um den Korb zu füllen.

Man nimmt es genau, es wird abgewogen, ein bisschen dazu, wieder ein bisschen weg, stimmen muss es. Die Frau bezahlte nur 100 Baht (rund 2 Euro) für die grosse Menge an Bohnensprossen. Sie muss wohl eine Händlerin oder von einem Restaurant sein.

… und ab, zurück nach Laos.

In den am Ufer vertäuten Fischfarmen wird eine Art Catfish gemästet, mit 2 Auswüchsen an der Lippe, eine Welsenart. Es dauere ein Jahr von der Aussetzung der Jungfische bis zum Schlachtgewicht von etwa 2 kg. Jeden Tag werde zweimal gefüttert, nach Augenmass, das Kilo bringe auf dem Markt um die 150 Baht (rund 3 Euro).

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02.10.09 Day 6
Doi Mae Salong – Doi Tung – Mae Sai, 90 km, km-Stand 506 km
Mae Sai is the northernmost town of Thailand, and a bridge crosses over to Tachilek in Myanmar. The trip was good biking, always mountainous until the outskirts of Mae Sai. The road often led very close along the border to Myanmar. At two checkpoints I was asked for the passport, but I had left it as security at the bike rental. A color copy of the two main pages was to my surprise accepted.

03.10.09 Day 7
Mae Sai – Saeng Chiang – Chang Khong, 103 km, Stand 609 km
It was mostly flat and not really interesting, with the exception of the last hill before the Mekong River, where Myanmar, Laos and Thailand meet. The 3 country point is now called the Golden Triangle, however, the entire region of former poppy cultivation, opium and heroin production in the 3 countries is the infamous Golden Triangle. My accommodation here is a wood and bamboo hut overlooking the Mekong.

Bergig war die Fahrt zwischen Mae Salong und Mae Sai, flach wurde es erst am Rand von Mae Sai. Ich wählte die Route über den Doi Tung, den Flaggenberg, so benannt, weil lokaler Fürst im 13. Jhdt. auf dem Berg eine Pagode bauen und eine riesengrosse Flagge hissen liess, die man von seiner Residenz im 50 km entfernten Mae Cham aus gesehen haben soll. Gross war sie vermutlich, aber kaum so gross wie die Schweizer-Fahne, die diesen Sommer an Stahlseilen über die Felswand am Säntis gehängt wurde.

Tourismus wie in der Schweiz auch hier! Am Doi Tung sind ein Royal Palace und ein gepflegter Park, die Besuchern gegen Entgelt offen stehen. Busladungen werden hergekarrt wie zur Schwägalp, um beim appenzellischen Vergleich zu bleiben. Die „Princess Mother“, Mutter des Königs Bumiphol, baute die Sommerresidenz für sich und weilte bis zu ihrem Tod 1995 auch oft da. Sie war in dem Glauben oder hatte die Hoffnung, die Bevölkerung hier im hohen Norden würde durch die königliche Präsenz und Identifizierung eher der Aufforderung Folge leisten, den Anbau von Schlafmohn aufzugeben und auf normale Landwirtschaft zu wechseln. Sie hat ihr Ziel nicht erreicht. Nur massiver Druck durch das Militär und Förderung von alternativen Anbauprodukten brachte die Wende. Heute wird in Thailand kein Mohn mehr angebaut.

Abfalltrennung in den Bergen Thailands, von rechts: der kleine Beutel für Kronenkorken, also Stahl, der schwarze Eimer für gequetschte Alu-Dosen, der erste weisse Sack für Plastik, der zweite für Glas, der Korb für allgemeinen Abfall und untrennbare Verbund-Verpackungen. Super!

Mein Schreibplatz über dem Wasser, erwähnt in meinem letzten Beitrag. Der Grenzfluss ist kein grosses Hindernis für illegale Zuwanderer, die ihr Glück in Thailand finden wollen.

Touristen fahren mit diesen „Slow Boats“ auf dem Mekong zwischen Huey Sai und Luang Prabang, in zwei Tagen mit Übernachtung an Land. Ich genoss die Fahrt vor zwei Jahren auf einem besseren Schiff, mit Übernachtung in einem mitten im Wald am Mekong gelegenen Bungalow-Hotel.

Ausblick auf Terrasse und Mekong, von meiner Cabin im Siam Riverside Guest House in Chiang Khong.

Der Besitzer des Riverside schnitzt an seinem neuen Namensschild. Ein neues Schild ist ein erster Schritt, aber es wäre sonst einiges zu tun hier, am liebsten würde ich gleich anpacken. Viele Thais schauen mit anderen Augen, sehen das offensichtlichste nicht, dabei bräuchte es so wenig und nur einfache Mittel zu erheblicher Verbesserung. Er ist sich dessen nicht bewusst, hatte aber letzte Nacht nur zwei Gäste, mich und einen Engländer.

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01.11.09
Today was a real gluttony day, I had no choice, as I attended a cooking class where we cooked 5 dishes and we eat them all, the last for dinner. The day began at 6.30 am with a visit to the morning market to buy all the ingredients. The dishes were fried noodles with tofu and vegetables, green chicken curry, Thai salad with pork, yellow tofu curry, and pumpkin with sweet coconut milk for dessert.

Als wir um 9 Uhr im Restaurant der Kochlehrerin ankamen, hatte sie die gemeinsam um 06:30 im Morgenmarkt gekauften Gemüse und Kräuter bereits schön angeordnet, wie als Vorlage für ein Still-Leben eines alten Holländers.

Wir kochten 5 verschiedene Gerichte, die wir am Vorabend ausgewählt und besprochen hatten. Wir waren nur 2 Kochschüler, eine Frau im mittleren Alter aus Quebec, Canada, aufgewachsen in Frankreich, wohnhaft in Indien. Sie arbeitet als Kinderbetreuerin, aus eigener Tasche finanziert, im Winter in Orissa, im Sommer einige Monate in einem Dorf bei Leh in Ladakh, auf 3500 m.ü.M.

Unsere Lehrerin Joyce legte mit ihrer Helferin die Zutaten jedes Gerichtes auf Bananenblättern bereit und erklärte, was alle waren und weshalb sie im Rezept dabei seien. Dann war es an uns Trainees, zu schälen, zu schneiden und zu hacken, alles schön gemäss Anleitung. Nach dem mis-en-place verschoben wir uns jeweils vom Restaurant in die Küche und es ging ans Kochen. Das Bild oben zeigt die Zutaten für ein vegetarisches Pad Tai, gebratene Nudeln mit Tofu und Gemüse.

Als erstes wurden die Cashew Nuts gold-braun geröstet, in reichlich Palmöl, das aber anschliessend grösstenteils zurück gelehrt wurde, nicht dass Leser glauben, alles Öl sei für die Nudelbraterei verwendet worden.

Das zweite Gericht war Gaeng Keaw Wan Gai, grünes Curry mit Huhn, natürlich auch mit Gemüse, vorwiegend weisse runde Auberginen von etwa 4 cm Durchmesser und ganz kleine grüne Auberginen, etwas in der Grösse von Kichererbsen. Die letzteren wachsen an Tratten, ähnlich wie Trauben.

Ein Blick in die Küche, die Vegetarierin Nathalie am Kochen von gelbem Tofu Curry.

Fliessendes Wasser gibt es nur draussen auf der Veranda, eher einem Söllergang, direkt aus einem PVC-Rohr mit Industriehahn. Von Zeit zu Zeit wird eine grosse Kunststoff-Wanne mit Wasser gefüllt und von dort nach Bedarf in einen Krug geschöpft und in die Küche gebracht. Das Geschirr wird auf dem Söller gespült, das Abwasser über das Geländer in den Garten gegossen.

Joyce und ich sind hinter Gittern, aber nicht im Knast, aufgenommen von aussen durch das Küchenfenster. In der Pfanne köchelt das Dessert, Kürbis in Kokosnussmilch, gesüsst mit Palmzucker, sehr lecker.

Den Yellow Tofu Curry und das Dessert konnten wir nicht mehr essen, der Bauch war nach 3 Gerichten zu voll. So assen wir es dann am Abend aufgewärmt zum Znacht, nach der langsamen Abkühlung und dem wieder Aufkochen schmeckte das Curry vielleicht noch besser, wie in meiner Kindheit die Eintöpfe aus dem Ofenrohr oder wie die Gerichte der Crocky-Blogger.

Während der gesamten Kurszeit von 09:00 bis 15:00 kam nicht ein einziger Gast ins Restaurant, was uns Schülern recht sein konnte. Ich genoss den Tag sehr und bin froh, einen Kochkurs nicht in Chiang Mai belegt zu haben, bei dem, wie ich auf Werbefotos sah, ein halbes Dutzend Personen in Reihe am Kochen sind.

Joyce’s Restaurant „Ban Bon Doi“, in dem der Kochkurs stattfand. Als Begleitmusik zum Rüsten und Kochen hörten wir ab CDs sanfte ruhige Musik, teils auf traditionellen Thai Instrumenten gespielt, teils von Thai singer song writers, teils westliche Cafe Bar Musik.

Die 5 Rezepte werde ich in nächster Zeit der Reihe nach in meinem Kochblog vorstellen.

Lichterfest

Jetzt, beim Schreiben dieses Beitrags – es ist 18:30 und bereits dunkle Nacht- sitze ich an einem überdachten Bambussitzplatz auf Stelzen, über dem zügig fliessenden Wasser des kleinen Flusses Nam Ruak, der Thailand und Myanmar in Mae Sai trennt. Er ist nur etwa 20 m breit, kein Wunder also, dass sich in Thailand so viele illegale Einwanderer aus Myanmar aufhalten. Ein kleines Flösschen schwimmt vorbei, etwa 20 cm Durchmesser, mit einem flammenden Lichtlein und glimmenden Räucherstäbchen oben drauf. Etwas weiter unten am Fluss wird Feuerwerk abgebrannt. Heute, in der 9. Vollmondnacht nach buddhistischem Kalender, ist Feiertag, das Lichterfest, wie vor 2 Jahren bei den 4000 Islands in Laos mit Hunderten von Lichtschiffchen auf dem Mekong.

Nachtrag 06:15 am nächsten Tag: Bei meinem Rundgang ins Städtchen, zum Nachtessen, sah ich Hunderte von Leuten mit dekorierten Schiffchen, mit je einer Kerze drauf, zum Fluss gehen, um diese dann achtsam dem Wasser zu übergeben. Am Bootssteg und an einer zugänglichen Böschung standen die Leute Schlange, bis sie an die Reihe kamen. In der Nähe der zwei „Einschiffungsstellen“ verkauften Händler Flösschen an diejenigen, die keine Lust oder keine Zeit hatten, selbst eines zu basteln. Im Sortiment waren auch papierene Heissluftballons. An Marktständen wurden gegrillte Spiesschen mit Fleisch, Wurst oder kleinen Klössen feilgeboten. Im Laufe des Abends waren Hunderte der etwa einen Meter hohen Heissluftballons am Himmel zu sehen, hochgehoben durch zünftige Feuerchen im unten angebrachten Drahtring. Sie schwebten weit hoch und waren noch lange zu sehen. Manche hatten unten an einer Schnur Feuerwerk angebunden, das kurz nach dem Start in nicht allzu grosser Höhe als Sternenregen losging.

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11

A woman of the Akha ethnic minority in her traditional garb at the Mae Salong morning market.

Summary of recent days

27.10.09
Flights Yangon – Bangkok – Chiang Mai
28.10.09
Start of my 2nd motorbike trip, this time with a newer Kawasaki 250cc
Chiang Mai – Chiang Dao – Arunothai – Doi Ang Khan, 186 km
29.10.09
Around Doi Ang Khan (1500 to 1900 m above sea level), 29 km, Stand 215 km
30.01.09
Doi Ang Khan – dead end at a check-point, no way through restricted territory – Fang -Tha Ton – Doi Mae Salong, 138 km, Stand 353 km

31.10.09
Roundtrip to Toen Thai, 63 km, Stand 416 km
The 58 km road from Mae Salong, a Chinese village in Thailand where I am staying now, to Thoen Thai and back is world class biking territory, bend after bend, always up and down. On the way I stopped at a tea plantation and processing factory, quite interesting. Thoen Thai, formerly named Ban Hin Taek, was in the sixties and seventies the headquarter of infamous drug warlord Khun Sa, who controlled a large area in the Golden Triangle and supplied heroin exceeding the total consumption of the USA.

Mae Salong ist ein langes Strassendorf in den Bergen mit wenigen von der Strasse entfernt liegenden Häusern. Die Mehrheit der Bewohner sind Chinesen, Nachfahren der Kuomintang-Soldaten, die nach der Machtübernahme durch die Kommunisten aus China geflüchtet sind. Auch ein Teil der Akha, die in primitiven Siedlungen um Mae Salong leben, sprechen Chinesisch, diese kamen aber früher hierher. Ihre ersten Siedlungen entstanden zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das Chinesisch der Akha verstehe ich besser als das der Dorfbewohner, ich habe in den 17 Jahren seit unserem Wegzug aus Taiwan ohnehin das meiste vergessen.

Bei dieser Teeplantage und -verarbeitung verblieb ich für etwa eine Stunde. Am Eingang zur Fabrikationshalle stand gross „STAFF ONLY“, aber eine Frau winkte mich zu meiner Freude herein.


Die frisch gepflückten Teeblätter müssen zuerst welken. Dies geschieht traditionell durch Auslegen auf Matten, wie wir es während der 3-Tageswanderung sahen, oder wie hier in Drehöfen durch leicht erwärmte Luft beschleunigt (oben links). Die gewelkten Blätter sind noch feucht. Der Arbeiter gab mir einige Blätter, ich roch daran, mit anerkennendem Smile, und er deutete mir, ich solle sie kauen. Sie schmeckten recht interessant, würde man bei Wein sagen (oben rechts). Die Ofenladung wird in einen Beutel aus kräftigem Tuch gegeben und auf einer Maschine stark zugedreht, gepresst (mittig links). Die Kugeln sind sehr hart und recht schwer, von dem was der Mann sagte verstand ich nur 15, vermutlich kg schwer (mittig rechts). In Maschinen werden die Teeballen lange Zeit gequetscht. Die untere Scheibe dreht sich, die Ballen werden im Kreis abgerollt. Ein Teil des Saftes tritt aus, was die Oxidation beschleunigt und dadurch den Geschmack des Tees verändert. Durch gezieltes Quetschen werden verschiedene Charakteristiken des Tees erreicht.

Pflückerinnen warten im Fabrikhof auf ihren Einsatz. Sie waren bereits bei meiner Ankunft da und warteten nach einer Stunde immer noch auf das komplette Abtrocknen des Morgentaus. Gepflückt werden die oberste Spitze und die nächsten 2 Blätter der Zweige.

In dieser Gegend wird hauptsächlich Tee der Art „Oulong“ hergestellt. Oulong oder Oolong wird nur teilweise fermentiert, d.h. die Oxidation wird durch das anschliessende Trocknen abgebrochen. Grüntee ist praktisch unfermentiert und hat einen etwas grasigen Geschmack, während der bei uns übliche Schwarztee voll ausfermentiert ist und rötlich wird. Der Aufguss von Oolong ist gelb, heller oder dunkler und verschieden im Geschmack, je nach Fermentationsgrad.

An der Strasse stehen viele Speicher mit getrockneten Maiskolben. Reis wird hier, wegen der hohen Lage, sehr wenig angebaut und nur Bergreis mit Trockenaussaat in Schräglage, keine Reisterrassen.

Stördrescher mit mobilen Dreschmaschinen, angetrieben mit Dieselmotoren, fahren von Bauer zu Bauer, von Speicher zu Speicher. Die Riesenberge von entkernten Kolben werden als Brennstoff wieder in die Speicher zurückgegeben.

Es wird kalt hier im Winter, sogar jetzt ist es am Morgen und am Abend zu kühl, um ohne Windjacke oder Pullover draussen zu sitzen. Auf 1600 m.ü.M. in Doi Angkhan, meiner letzten Station, hatten sie letztes Jahr Frost, Raureif und Eis auf den Strassen.

Zwei der Wunderkurven auf der schön gebauten Strasse. Reisen per Motorrad ist wirklich super, die Fahrt von A nach B wird zum Genuss, ich kann anhalten, wo immer ich will. Die Alternative ist ein voll gepferchter Pick-up, der an den schönsten Stellen vorbeifährt.

26.10.09
The entire afternoon of my last day in Myanmar I spent at Shwedagon Pagoda, a huge complex with the large main stupa, some temples and pagodas and numerous smaller stupas. The weather was not the best for taking pictures, but towards sundown it cleared up. The main stupa is under renovation to renew the real gold layer on the lower section that is now brown from the lacquer primer.

Im grossen Areal der Shwedagon Pagode verbrachte ich den ganzen Nachmittag meines letzten Tages in Myanmar.

Ich mag die Ruhe, die dort herrscht und liebe es, eine halbe Stunde oder mehr an einem Ort zu verweilen und den Leuten zuzuschauen, dann wieder etwas umher zu schlendern, um mich in eine andere Ecke zu setzen.

Für jeden der 7 Wochentage stehen rund um die Haupt-Stupa verteilt kleine Schreine mit den zugehörigen Buddhas, Figuren und Tieren. Der Wochentag, an dem die Gläubigen geboren sind, entscheidet, an welchen Schrein sie gehen müssen. Ich müsste zum Samstags-Schrein, mit dem Drachen als zugehörigem Tier, und ich müsste Rosen kaufen und hinlegen. Zu jedem Tag gehört eine Sorte Pflanzen oder Blätter, für einen Tag gar nur Gras oder irgendwelche grüne Blätter. Erstaunlich ist eines der Tiere, das aussieht wie ein Meerschweinchen, und sie sagen ihm auf Englisch auch entsprechend „guinea pig“. Meines Wissens stammt das Meerschweinchen aus Südamerika. Wurde es erst eingeführt Kolumbus, Pizarro, etc.? Das Mädchen giesst mehrmals Wasser aus dem davor stehenden Brunnen über alles, was am Schrein ist, über den Buddha, die Maus und die anderen Figuren. Alle machen dies so, auch Helen und ich beim Besuch vor 2 Jahren.

Viele sitzen stundenlang am gleichen Ort, beten, meditieren, manche lagern auch und reden miteinander oder machen Vesper.

Vor 2 Jahren war wegen der Initiierungs-Zeremonien für Novizen auf Zeit viel mehr Volk im Areal. Praktisch jeder Junge geht temporär für eine oder mehrere Wochen als Novize in ein Kloster und lebt während dieser Zeit nach den Mönchsregeln, Essen, Kahlschnitt, usw.

Freiwillige wischen den Boden und nehmen ihn feucht auf, d.h. sie verstreichen eher den Schmutz gleichmässig. Einigermassen sauber sieht es trotzdem aus nachher. Ich sah auch Leute, die den Boden intensiv mit Bürste und Netzmittel reinigten, siehe Picasa.

Gestern bin ich gut von Yangon via Bangkok direkt nach Chiang Mai geflogen, habe mein Motorrad abgeholt und bei einem letzten Besuch bei der Zahnärztin 3 Zwischenräume ausschleifen lassen, damit ich besser fädeln kann und die Zahnseide nicht mehr reisst. Heute, am 28.10. werde ich in Kürze auf eine längere Motorradtour ins Goldene Dreieck nahe der Grenze zu Laos und Burma losfahren.

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24.10.09
Photos of my last day in Nyaung Shwe. I arrived at Lake Inle on Oct 05 and left on Oct 25, stayed 2 nights at Paradise Hotel, 2 nights at the Silk Weaving Workshop on the lake, 2 nights in the mountains, and 14 nights at Aquarius Guest House.

Ich sah viel weniger Nonnen als Mönche am Inle See. Auch Nonnen und Novizinnen lassen sich den Kopf kahl rasieren, haben sich an die gleichen Regeln zu halten wie die Mönche, und auch sie bitten an Shops und Marktständen um Almosen, dh vorwiegend Geld, leiern nach Erhalt ihre guten Wünsche und den Segen herunter.

Kutscher mit ihren Pferdewagen warten in der Nähe des Marktes auf Kundschaft.

Kaum war ich vom Rad gestiegen, kam ein Spieler, lud mich zu Tee und Samusa ein und erklärte mir das Spiel. Die Wettkämpfe werden in diversen Disziplinen durchgeführt. Diese Freunde nehmen als 6er-Mannschaft teil, es gibt aber auch Einer, Zweier und Dreier.

Wettkampf-Beispiel: Das Team hat 5 Minuten Zeit, einmal die Aufgabe zu erfüllen, dass jeder der 6 Spieler den Ball nur einmal berührt, hinter sich mit der Ferse hoch kickt und der Ball dabei nie den Boden oder andere Körperteile berührt.
Schwieriger sei die Variante, wo der Ball gleich wie beschrieben rumgereicht werden muss, aber erschwerend nur hinter sich mit der Fusssohle gekickt werden darf. Es gäbe x Varianten. In Mandalay gäbe es einen Einzel-Spieler, der könne den Ball über 400 mal hoch kicken und dazwischen eine Drehung um die eigene Achse machen, das gleiche könne er über 200 mal mit Fersenkicks.

Die 19-jährige Wi schreibt sich in Englisch „V“, arbeitet im Green Chilli Restaurant und studiert als Fernstudentin, das hier „distance learning“ heisst, Geographie und Pädagogik an der Uni von Taunggy. 35 Tage im Jahr muss sie an die Uni, für Intensiv-Kurse, Übungen und die Examen, die restliche Zeit ist Selbst-Studium.

Sie ist die freundliche Serviererin, die ich in einem früheren Bericht den Holländern ohne Manieren gegenüber gestellt habe. Lehrerin möchte V werden.

Hier werden handgefertigte Schnurspulen für das Drachenfliegen angeboten. Der kleine Shop hat ausschliesslich Drachen-Zubehör im Sortiment. Ob es für einen kargen Lebensunterhalt reicht?

Obwohl ich für Touristen ungewöhnlich lange hier am gleichen Ort verbracht hatte, oder vielleicht gerade deswegen, fuhr ich am Sonntag mit etwas Wehmut an den Flughafen in Heho. Ich hatte unvergessliche Erlebnisse während diesen gut 3 Wochen und werde mit der Gegend und einigen Menschen dort verbunden bleiben.

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23.10.09
This blog entry is about Sue and her family and how and where they live. Helen and I know Sue and one of her daughters from our visit to Lake Inle in 2007. She was our tour guide for a couple of days.

Sue genierte sich beim Fotografieren, sie habe heute viel Tanaka aufgetragen, den burmesischen Sonnenschutz und Kinder- und Frauen-Zier.

Helen und ich kennen Sue von unserem Aufenthalt am Inle See vor 2 Jahren. Wir hatten bei Mutu für einige Tage ein Boot für Tagesausflüge gebucht. Als wir im Inle Resort, einem Erstklass-Hotel am See, am ersten Morgen an den Bootssteg gingen, stand Sue dort, sagte, sie sei hergekommen mit unserem Bootsführer, vielleicht wollten wir einen Guide, wir könnten ihr etwas zahlen dafür oder auch nicht, wie wir es für richtig hielten. So begleitete sie uns denn während der Tage am See.

Sue mit ihren beiden Töchtern und 2 Brüder mit Familien wohnen im Haus der Eltern, die beide verstorben sind.

Im gemauerten Haus ist das Wohnzimmer für alle 3 Familien, abgetrennt ein Schlafraum für Sue und ihre Töchter, sowie ein Raum für die derzeit nicht anwesende Schwester.

Die beiden Brüder wohnen mit ihren Familien in 2 einfachen Bambushäusern, die als Schlafzimmer dienen. Jede der 3 Parteien hat ihre eigene „Küche“.

Das ist Sue’s Küche, einfacher geht’s kaum. Hier von links: eine Nachbarin, Sue, die Frau des jüngeren Bruders und Nih Lah, die Frau des älteren Bruders, die gerade auf Sue’s Holzkohlen-Kochstelle Fleischklösse frittiert. Sue ist die älteste der 4 Geschwister.

Das Bad der Grossfamilie. Noch die Eltern hatten ein Rohr etwa 30 Meter tief in den Boden treiben lassen, aus dem mit einer Handpumpe das Wasser hoch gefördert wird. Der runde Zementtank steht erst seit 2 Wochen. Sue sagte, sie habe ihn aus meinem Führerlohn für 20 Franken kaufen können. Der Lieferant habe den Tank aussen mit Holzlatten verschalt und auf der Strasse bis zu ihr hergrollt. Vorher hätten sie das Wasser nur immer eimerweise hoch gepumpt, das sei bei der „shower“ (Dusche), wie sie es nennen, wenn sie sich waschen, recht mühsam. Heute können sie Wasser mit einer Schale aus dem Tank schöpfen und über sich giessen.

Ein Mädchen aus der Nachbarschaft im Wohnzimmer. Nachbarsfrauen und -Kinder sind häufig in und um das Haus, es ist ein Kommen und Gehen, die Nachbarn sind viel mehr miteinander verbunden als bei uns.

Fotos von Sue’s Töchtern sind im Picasa-Album über das Indein-Festival.

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23.10.09
Today I visited a vinery near Nyaung Shwe, one of two in Myanmar. It is owned by a company of the Pao National Community and run by a French oenologist. To my surprise they use excellent stainless steel equipment from Italy. The entire vinery was planned by a Swiss engineering company, and the wine is quite nice, of a good mid level quality.

Heute besuchte ich ein Weingut in der Nähe von Nyaung Shwe. Ich fuhr mit dem Velo hin, allerdings erst nach einem weiten ungewollten Abstecher wegen des missverstandenen Wegweisers, aber das schafft Kondition und verbrauchte Kalorien, auch gut. Zu meiner grossen Überraschung arbeiten sie mit bester Ausrüstung, alles italienische rostfreie Tanks, gekühlt.

Beim Weingut sind 20 ha Rebland und etwa 10 km entfernt weitere 55 ha, total 75 ha, mit je 5500 Rebstöcken pro ha, also total 412′500 Stück. Gepflanzt wurden die ersten 2003, dann etwas 2004 und der grosse Rest 2005, alle Pflanzen importiert aus Frankreich. Die blauen Traubensorten sind mehrheitlich Shiraz, weniger Pinot Noir und Tempranillo, die weissen hauptsächlich Sauvignon Blanc und etwas Muskateller. Die Erträge sind gering, bei Shiraz etwa 1 kg/Stock, bei den anderen maximal 0.5 kg/Stock. Der Zuckergehalt sei super, zu hoch, mit Potential für über 16% Alkoholgehalt, und er müsse mit Wasser verdünnen für etwa 13% Alkohol, die Gärung käme sonst vor dem Ende zum Stillstand wegen des hohen Alkoholgehaltes.

Da freut sich der Chemie-Ingenieur in mir, rostfreies Rohrmaterial und Hahne bereit zum Einbau.
Die gesamte Kellerei wurde von einer schweizerischen Firma aus Sierre geplant und als Generalunternehmer geliefert. Leider ging die Firma kurz darauf in Konkurs, so musste der französische Weinfachmann, der seit Beginn dabei ist, alles in eigener Regie aufbauen und in Betrieb nehmen.

Ein kleiner Teil des Weins, vom besten, wird in Barriques ausgebaut. Die Eichenfässer sind aus Ungarn, seien aber genau so gut wie französische Eiche und günstiger. Die Fässer lagern in einem isolierten und gekühlten Schiffs-Container.

Eine neue Abfüllanlage und eine Etikettiermaschine stehen bereit zur Inbetriebnahme. Der Franzose wird für eine Woche nach Frankreich fliegen, um sich in Unterhalt und Betrieb der Maschinen ausbilden zu lassen. Für die nächste Ernte seien sie dringend benötigt, denn er rechne mit etwa 90′000 Flaschen, das wäre etwas viel für die Abfüllung mit dem simplen Apparat, der bis jetzt in Betrieb gewesen sei.

Ich durfte direkt aus 2 Kühltanks degustieren. Der 7-monatige Cabernet Sauvignon war, wie für Sauvignon typisch, kräftig in der Nase und schmeckte gut. Der gleich junge Pinot/Tempranillo war bereits sehr angenehm zu trinken. Shiraz kam nicht zur Degustation, ich kaufte aber eine Flasche, um sie in Yangon mit Rolf zu trinken.

Beim Kühltank mit Sauvignon ging der Franzose wegen des Natels kurz nach draussen. Die Folge war ein randvolles Glas aus dem Zapfhahn, Gelegenheit macht Diebe.

Geschnitten würde anders als in Frankreich. Er müsse 8-10 Triebe behalten und 5-6 Augen an den Trieben lassen. Das habe er erst über die Jahre herausgefunden. Es wird auch mit 2 Reihen Doppeldrähten gearbeitet und eingefädelt, überstehendes würde von Hand abgeschnitten, nichts würde entfernt, weder überzählige Tratten noch Geize, er habe ja mehr als genügend Zucker. Wegen der starken Sonneneinstrahlung wird auch nicht ausgelaubt.

Da es hier in Burma keinen Winter gibt, erhalten die Reben auch keine Ruhepause, sie wachsen immer. Der Jahreszyklus wird durch den Zeitpunkt des Schneidens bestimmt. Pro Jahr finden 2 Schnitte statt, einmal am Anfang der Regenzeit, im April, einmal am Anfang der Trockenzeit, im September. Während der Regenmonate wachsen keine Trauben, nur Triebe und Laub, es sei zu nasses und zu trübes Wetter. Nach dem Septemberschnitt regnet es bis Ende Oktober hin und wieder, wie ich es auch erlebte, ab November ist jeder Tag wie der andere, wolkenloser blauer Himmel mit starkem Sonnenschein, jetzt gibt es Trauben. Bewässert würde über Schlauchsysteme direkt an die Pflanzen, relativ wenig.

Das Weingut gehört der Ruby Dragon Company, einer Firma der nationalen Organisation der Volksgruppe der Pao. Der oberste Chef sei der zweithöchste Pao, neben dem spirituellen Führer, der die Nummer eins sei. Die Firma besitzt Rubin- und Saphirminen, ein Luxus-Hotel am Ngapali Beach, eine Zementfabrik und einiges anderes. Eine Goldmine werde in Kürze eröffnet oder übernommen, sagte der Franzose.

Sue sagte, der Chef sei berühmt und angesehen in Myanmar, er sei arm gewesen und hätte als Jadesucher gearbeitet. Da hätte er den weltweit grössten Jadeklumpen gefunden und ihn der Regierung geschenkt. Dadurch sei er bei den Pao in die Führungsebene gekommen, die Regierung ebne ihm seitdem alle Wege und gebe ihm und der Organisation der Pao viele geschäftliche Möglichkeiten. Vermutlich besteht auch ein Zusammenhang mit dem Friedensabkommen zwischen den vormaligen Pao-Rebellen und dem Militär, nehme ich an.

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22.10.09
I never really wanted to go there, but taking advantage of car sharing I finally did visit the famous Cave at Pindaya with its thousands of golden Buddha images. The visit was successful to kill time and money, and I would rather skip this than Angkor, although the scenery was nice.

In der Bergwand oberhalb von Pindaya sind in einer Kalksteinhöhle tausende goldener Buddhas in allen Grössen abgestellt wie in einer unebenen Lagerhalle, ein weiteres Beispiel von auf Abwege gelangter Religiosität, Auswuchs einer irrigen Interpretation des Buddhismus. Die Buddhas wurden mehrheitlich von Leuten aus Myanmar gespendet, aber auch aus aller Welt, Dr. Schreiber aus Germany, Mr. Yamamoto aus Japan, usw., sogar Schweizer, die Tafeln an den Figuren zeugen davon. Ein Buddha-Labyrinth gibt es auch, kein Witz, angeschrieben „Maze“.

Aussen vor der Höhle ist eine grosse Anlage mit 3 gedeckten Aufgängen gebaut worden, sogar einen Lift mit Glasverschalung gibt es hier, dafür haben sie Geld, vielleicht von den 3$ Eintrittsgeld für Ausländer.

Als ich einmal fallen liess, das Zutrittsgeld an den Inle See gehe wohl zur Militärregierung in die Hauptstadt und werde nicht vor Ort investiert, wurde mir beruhigend gesagt, nein, das Einziehen des Zutrittsgeld sei unter direkter Aufsicht des zweithöchsten Generals im Land. „Wenn Du den Inle See nimmst, dann will ich Bagan und Fritz kann den Golden Rock haben.“ So läuft doch hier der Hase.

Die Landschaft um Pindaya wird auch Burmesische Schweiz genannt, nicht abwegig beim obigen Bild, nur wäre bei uns anstelle des Bergreises ein Weizen- oder Rapsfeld. Die Fahrt im Auto des Besitzers des Guest Houses, gefahren von seinem Sohn, war lang, dauerte für die 92 km gut 2.5 Stunden, auf dem Rückweg wegen eines festgefahrenen LKWs noch länger.

Der Fahrer und sein Helfer montierten eine schwere Welle mit Kreuzgelenk, die sie dabei hatten, als Differentialsperre zwischen die hinteren Antriebsräder, aber die Räder drehten weiter durch. Nach etwa einer Stunde Wartezeit liessen sie E Tut den Wagen zwischen LKW und Büschen durch den Matsch zirkeln und rutschen.

Die beiden deutschen Frauen verdienen volle Anerkennung für ihre Leistung, super, grossartig. Sie hatten die Räder vor der Reise über Internet in Mandalay gemietet und fuhren von dort über Meiktila, Thazi und Kalaw nach Nyaung Shwe an den Inle See, wo sie auch im Aquarius Guest House untergebracht waren. Hier sind die beiden auf dem Weg nach Pindaya, wir noch am Warten. Wir sagten, vielleicht würden wir uns am Abend in einem Guest House in Pindaya wieder treffen, falls der LKW nicht frei käme. Alternativstrassen gibt es keine, diese hier ist die Landstrasse, auf der Karte rot und fett eingezeichnet.

Das kleine Mädchen schmiegt sich an den schützenden Rockzipfel oder dicken Bauch der Mutter. Hier, vor einer kleinen Hütte, machten wir Rast, tranken Tee und assen frittiertes Knabberzeug aus gestampften Bohnen, Reismehl und Wasser.

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Ich höre mitten im Vormittag einheimische Musik, fahre hin und finde eine kleine Halle, in der eine Musikergruppe eine eigenartige Vorführung mit Tanz und Gesang begleitet. Zwei Frauen tanzen und singen abwechslungsweise, beide während des Tanzes rauchend, manchmal mit 2 Zigaretten gleichzeitig. Die eine der Frauen, die der Stimme und des Aussehens nach ein verkleideter Mann ist, fuchtelt zusätzlich mit einer Flasche Bier und trinkt auch tanzend daraus.

Nach dem Tanz geht die Frau zu Besuchern, spricht zu einzelnen laut, zu anderen leise und freundlich oder beschimpft sie. Die Leute geben ihr speziell gefaltetes Geld, das sie sich an ihren Kopfschmuck steckt oder in die Bluse. Später erfahre ich, dass die beiden Frauen Medien sind, durch die Geister, genannt Nats, zu den Leuten sprechen können.

Der Glaube an Nats sei nicht buddhistisch, es sei Aberglaube, oder wenigstens aus den alten Religionen stammend. Viele in Burma und Thailand glauben an Nats. Nyaung Shwe habe einen der 32 oder 38 Nats, die es in Burma gäbe, als „Stadt-Nat“. Da und dort sind an Weg- oder Strassenrändern kleine Schreine für einen bestimmten Nat, oder Spirit. Die Taxi- und die LKW-Fahrer hupten beim Passieren 3 mal für gute Fahrt.

Einmal im Jahr sei ein Nat-Festival in Nyaung Shwe, aber reiche Leute, die ein gutes Geschäft gemacht oder sonst ein glückliches Ereignis zu feiern und sich beim Nat zu bedanken hätten, würden solche Performances, wie diese, auch zu sonstigen Zeiten arrangieren.

Nachtrag zum Hochzeits-Empfang

Helen fragte bezüglich einer Trauungs-Zeremonie oder dergleichen. Früher am Morgen war ein Obermönch vom Kloster zum Haus der Brautfamilie gekommen und hatte das Paar gesegnet. Eine eigentliche Trauung wie bei uns in der Kirche gäbe es nicht, der Mönch frage also nicht, ob sie ihn und er sie wolle, das hätten die beiden untereinander bereits geklärt und durch Beischlaf und Wegrennen zementiert, oder in anderen Fällen deren Eltern bestimmt. Die standesamtliche Registrierung der Ehe geschehe dann irgendwann schon noch, dazu sei keine Eile.

Das Haus der Brautfamilie

Nicht versäumen möchte ich, über die Party am Abend zu berichten, zu der unverheiratete Burschen und Mädchen im heiratsfähigen Alter eingeladen sind. Beim Nachtessen im Haus der Eltern des Bräutigams vorgestern wurde mir von der Party erzählt. Ich brachte Sue einige Äpfel. Wir sassen im Schatten der Pergola, tranken Tee und schwatzten, als der Bräutigam-Vater mit seinem Velo-Taxi nach hause kam. Er sah mich und lud uns in das Haus seiner Schwägerin ein, in dem auch er mit seiner Familie wohnt. Es wurden die üblichen eingelegten Teeblätter und Nüsschen gereicht, die immer allen Besuchern angeboten werden. Als ich mich nach einigen Tässchen Tee verabschieden wollte, nötigten sie mich, zum Essen zu bleiben, es sei schon fast fertig gekocht. Nur eine Tante des Hauses, Sue und ich sassen am Tisch, die Familie servierte und würde später essen, was übrig bleibe, sagte Sue. Also, nun zur Party.

Sie läuft ähnlich ab wie bei uns nach dem Hochzeitsessen, Musik, Spiele und Unterhaltung, aber kein Tanzen. Die jungen Männer sitzen reihum auf dem Fussboden, ein Mädchen hinter jedem, in einem grösseren Kreis. Die Mädchen bedienen die Jungs mit Bier, Tee und Snacks, wie es sich gehört. Die Spiele sind sehr ähnlich, wenn nicht gleich, wie es bei uns war zu Zeiten unserer Verheiratung (ich war schon lange an keiner Hochzeitsfeier in der Schweiz, kommt vielleicht noch bei unseren Söhnen). Ein Junge und ein Mädchen stellen sich in die Mitte des Kreises, nehmen einen Ballon zwischen sich und müssen sich so stark umarmen, bis der Ballon platzt. Eine in einer mit Wasser gefüllten Schüssel schwimmende grosse Tomate muss mit dem Mund heraus gefischt werden. Ein Zückerchen muss von den Lippen des Mädchens ohne Hände in den Mund des Burschen, wer hätte an so was gedacht in diesem Land? Es werde viel gelacht, klar. Es sei auch gesehen worden, wie sich ein Junge und ein Mädchen in die Küche zu einem Schwatz trafen, vielleicht das nächste Hochzeitspaar?

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18.10.09
Thanks to Sue, my tour guide and friend, I was today guest at a wedding party in the house of a family belonging to the Pao ethnic minority at an Inle Lake village. I traveled with a group of neighbors of the groom by boat to the bride’s village.

Zusammen mit einer Gruppe von Nachbarn des Bräutigams war Sue zu einer Hochzeit in einem Dorf im Inle See eingeladen. Sie fragte, ob sie mich mitbringen dürfe, was, wie sie sagte, mit Freude bejaht wurde. Ich fühlte mich sehr wohl unter den Gästen, kam auch ohne Burmesisch in Kontakt mit Leuten.

Das Hochzeitspaar sass die ganze Zeit in einer Ecke und empfing dort die Gäste, die ein Geschenk oder Geld überreichten, dem Paar Glück wünschten und ein Armbändchen aus gewickelten weissem Garn um das Handgelenk legten. Die Eltern wussten vor 2 Wochen noch nichts von der bevorstehenden Vermählung. Der in Nyaung Shwe wohnhafte Bräutigam traf die Braut aus dem 2 Stunden Bootsfahrt entfernten See-Dorf auf dem Markt, wie Sue sagte. Wie lange sie sich schon kannten, ist mir nicht bekannt. Ohne dass die Eltern etwas davon wussten oder ahnten, tauchten die beiden für eine Woche bei Freunden unter, um Tatsachen zu schaffen. Bei uns hätte man früher gesagt, sie seien durchgebrannt. Innert weniger als Wochenfrist wurde die Hochzeit angesetzt und fand nun heute an einem astrologisch, oder was immer, günstigen Datum statt. Dieses Vorgehen sei sehr häufig in Burma. Ich erinnere an den Fall von Mutu, der leider unglücklich endete. Sue sagte, sie und ihr Mann seien nicht durchgebrannt, da sie wussten, ihren Willen im Notfall gegen die Eltern durchsetzten zu können.

Gegessen wurde wegen der vielen Gäste in 3 Schichten. Das Menu bestand aus einer Suppe aus gestampften roten Bohnen mit einer bitteren Zutat, die nur bei Festlichkeiten serviert würde, Kresse/Reis-Salat, gewässertem getrocknetem Fisch, ähnlich Stockfisch oder Bacalaõ, recht scharf und würzig. Dazu gab es weissen Reis. Es war kein Gala-Menu, aber anbetracht der vielen Gäste und der beschränkten Mittel absolut in Ordnung. Der Fisch schmeckte ausgezeichnet. Die vielen Töpfe und Teller wurden von einem Kloster ausgeliehen.

Viele Leute wollten fotografiert werden und auf dem Kamera-Monitor ihre Bildchen ansehen. Das Mädchen hier gehört zur Volksgruppe der Pao, wie auch die Brautfamilie und viele der Gäste. Die dunkelblaue oder auch beinahe schwarze Kleidung der Frauen besteht aus 3 Teilen, einem Wickeljupe, einer Weste und einer Jacke, plus Wadenstulpen, alles aus guter Wolle. Das Mädchen trug Tuch bester Qualität, „No. 7000 Superfine Wool“, die Webkante mit eingewobener Qualitätsbezeichnung als Bordüre, damit alle die Qualität sehen können, so wie Philipp seine „Hugo Boss“ Etikette aussen an seinem Anzugsärmel liess. Ein kompletter Outfit koste über 100 US$, viel Geld hier, 4 Monatslöhne einer Hotelangestellten.

Das stattliche Hochzeitshaus steht auf Pfählen inmitten des Wassers, man gelangt nur mit Booten hin. Die Leute in unserem Boot mussten sich durch das halbe Dorf zum Haus durchfragen, ein für mich willkommenes Sightseeing. Das Bild oben ist ein Ausblick aus dem Fenster in der 2. Etage. Das Haus wankte manchmal leicht, wie ein grosses Schiff, wenn eine Gruppe nach unten zum Essen ging.

Diese Aufnahme gelang mit meinem Paparazzi-Zoom, vom Abgebildeten unbemerkt. Alle anderen Bilder schoss ich mit dem normalen 17-85 mm Zoom. Die Leute posierten gerne, lächelten aber kaum, auch wenn ich sie dazu aufforderte. Nachher, beim Betrachten der Bilder konnten sie wieder freudig lachen, schade. Die alte Frau mit ihren vom Betelkauen roten und fürchterlichen Zähnen war eine Ausnahme, lachte die ganze Zeit und versuchte, mit mir zu reden. Wenn Sue in der Nähe war übersetzte sie.

Ich musste natürlich auch verewigt werden, zusammen mit dem Brautpaar und Sue’s Töchterchen Shu Mei Nih und Ni Leh.

Auf der Suche im Dorf. Amüsant war, auf der Fahrt von Touristen fotografiert zu werden, die über ein so übervoll mit Leuten gefülltes Boot staunten. Die meisten werden wohl erst zuhause beim Betrachten der Fotos den Westler unter den Einheimischen entdecken. Dass unser Boot sehr tief im Wasser lag beunruhigte mich nicht besonders, da ich in den beinahe 2 Wochen hier am und auf dem See weder ein schwer mit Tomaten oder anderer Ware beladenes Boot hatte sinken sehen noch davon gehört hatte.

Als Dank für den herzlichen Empfang werde ich Hochzeitsfotos und Portraits in Taunggy drucken und dem Brautpaar und den Gästen überbringen lassen. Freude bereiten macht auch glücklich.

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17.10.09
Not much happened today, sorting of photos, preparing a blog entry, hours at the internet shop. In the late afternoon, I cycled to a pagoda and monastery close to Nyaung Shwe, the light was great, wasn’t it? This post is about the hard life of a young Myanmar women and her friendliness, compared to a cocky Dutch girl and her dude staying at the guest house.

Das Licht war einfach grossartig, da konnte ich nicht viel falsch machen. Ich sah das Licht und die Wolken und radelte hin.

Da an diesem Tag ausser Fotos ausdünnen, Blog schreiben und langsamem Internet nichts geschah, „nothing to write home about“, schreibe ich über die Situation einer jungen Frau, die hier im Green Chilli Restaurant im Service arbeitet. Ich war schon mehrmals dort und an diesem Abend noch der einzige späte Gast, so dass sie aus ihrer Initiative ein Gespräch begann, mich fragte, wie lange ich hier sei, sie habe mich nun schon einige male gesehen, woher ich komme und ähnliches.

Das Green Chilli ist eines der 2 oder 3 besseren Ess-Restaurants im Städtchen, für mich das beste. Die Preise sind leicht höher, werden durch die Qualität aber mehr als kompensiert. Das Haus ist neu und architektonisch interessant, der Restaurantraum ist offen bis zum hohen Giebel, dezent dekoriert, die Musik ist beruhigend in Lautstärke und Auswahl, westlich, das Personal in edler lokaler Kleidung ist sehr aufmerksam und freundlich, das Essen ist sehr lecker und die Platten und Teller schön angerichtet. Klasse.

Die 20 jährige Frau heisst Wut Yi, ausgesprochen wie Uh Schi, aber alle nennten sie Wi, ausgesprochen wie das englische V. Einfach ein V schrieb sie als Rufname neben der Email-Adresse auf einen Zettel.

V arbeitet als Bedienung ab 9 Uhr, ohne „Zimmerstunde“ am Nachmittag, bis zum nicht festgelegten Restaurantschluss, frühestens 10 Uhr, vielleicht Mitternacht, je nach Anwesenheit von Gästen. Sie hat nur 3 freie Tage pro Monat, erhält 25′000 Kyat pro Monat, entsprechend 25 Fränkli oder etwa 16 Euro, plus Kost und Unterkunft im Schlafsaal. Obwohl ihre Familie im Ort wohnt, darf sie nie nach Hause, darf ausser an den freien 3 Tagen nur mit Bewilligung kurz weg. Oder sie muss sich wegstehlen, wie mir Sue aus eigener Erfahrung erzählte, das habe ich nicht von V. Nach dem Highschool-Abschluss arbeitete sie zuerst als Tomatensortiererin, seit der Eröffnung des Restaurants im Green Chilli, damit sie mit Touristen ihr Englisch anwenden kann. Sie studiert seitdem Geographie und Englisch an der Uni von Taunggy, der Hauptstadt des Shan State, der grössten Provinz Myanmars. Arbeit und Studium könne sie verbinden, denn es gebe 2 Wege, Vollzeitstudium und „Distance Learning“, sie mache das Zweite, 35 Tage im Jahr an der Uni, die andere Zeit Fernstudium. Weitere 3 Jahre müsse sie noch studieren. Ihr Berufs-Ziel sei Tour Guide. Ja, sie könne am Nachmittag öfter 2-3 Stunden lesen, falls keine Gäste im Restaurant seien. Kein einziges Wort von Unzufriedenheit. Sie sagte mir das wegen der Arbeitsbedingungen und auch anderes nur auf meine spezifischen Fragen. Während des Gesprächs stand sie einen Meter neben dem Tisch, schräg vor mir, mit geradem Rücken, die Hände vor dem Schoss übereinander gelegt wie ein Schweizer Soldat in „Ruhen“-Stellung, nur nicht so breitbeinig wie der Soldat.

Was für ein Unterschied zur jungen holländischen Göre mit ihrem käsigen und ebenso unfreundlichen Heintje hier im Guest House. Sie kommen und lümmeln sich in die selbe Sitzgruppe wie ich, die Füsse auf der Sofalehne, ohne ein Wort, kein „Hello“ oder „Hi“, nichts, und dies mehrmals in ähnlicher Art, fressen, zu mir wortlos, untereinander schäkernd, meine gerösteten Bohnen und meine frittierten Plätzchen. Für mich ist dies jenseits jeden Benehmens, und ich will nicht glauben, die westliche Jugend sei halt so. Die dumm dreinschauende und aussehende Holländerin ohne Manieren kann mit ihrem Gehalt als Aushilfs-Serviererin oder mit Vaters Hilfe ein paar Wochen mit ihrem Kees nach Myanmar reisen und merkt vermutlich nicht, wie gut es ihr im Grunde unverdientermassen geht, einzig, weil sie nicht hier geboren wurde.

Touristen mit offenen Augen dürften nach einem Aufenthalt in Burma mindestens für ein Jahr mehr als zufrieden, ja überglücklich sein mit ihrem Leben, sich freuen darüber, das Licht einschalten oder den Kühlschrank öffnen zu können, statt über das zu heisse oder zu kalte Wetter zu jammern oder den strengen Arbeitstag zu beklagen.

PS: Mit der bescheidenen staatlichen Altersrente für ein Ehepaar in der Schweiz könnte hier ein ganzes Waisenhaus oder ein Altersheim betrieben werden.

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14.-16.10.09
These 3 days I hiked with my guide Sue and porter/cook Chi Hle from Kalaw to Indein at the Inle Lake, from where we returned by boat to Nyaung Shwe. The first 2 days we each hiked for 5-6 hours, on the last day for 4 hours, stops not counted.

Die Wanderung führte durch verschiedene Geländeabschnitte, Wald, Hügel, Ebenen, über Bäche und durch Reisfelder wie hier.

Morgens um 5 Uhr fuhren wir als Passagiere mit 2 Motorrad-Taxis die 68 km nach Kalaw, wo wir mit den jungen Motorradfahrern frühstückten. Sie wollten auf dem Rückweg keine Touristen mitnehmen, weil es zu hell sei. Ausländer dürfen in Myanmar werde selber ein Auto oder ein Motorrad führen, noch hinten auf einem Motorrad mitfahren. Bei unserer Fahrt war es anfangs noch dunkel und bei den Check-Points schaute ich auf die andere Seite.

Zusammen mit unserem wegkundigen Koch Chi Hle aus Kalaw kauften wir auf dem Markt Reis, Nudeln, Gemüse, Gewürze und Wasser ein, Fleisch liessen wir sein, es verderbe unterwegs. Am 2. Tag konnten wir in einem Dorf neue Nahrungsmittel einkaufen.

Für die erste Mittagsrast bezogen wir die Küche dieser Frau. Chi Hle liess mich beim Rüsten und Kochen nicht mithelfen, auch Sue durfte nur Gemüse schneiden. Das Essen während der Wanderung war immer hervorragend, wobei der Appetit nach einem anstrengenden Tag natürlich grösser war als sonst.

Das Timing hätte nicht besser sein können. Kurz vor dem ersten Übernachtungsort trafen wir auf Eisenbahnschienen, die aussahen, als wäre seit 20 Jahren kein Zug mehr gefahren, aber es fahren pro Tag 2 Züge, je einer in jede Richtung. Die Wagen schwankten Furcht erregend, Helen würde vermutlich seekrank. Das Zugfahren ist günstiger als der Bus, dauert aber viel länger. Touristen erzählten von einer 7-stündigen Bahnfahrt für 58 km. Bei Nyaung Shwe fährt der Zug früh am Morgen ab und ist erst am Abend des nächsten Tages in Yangon, ohne Schlafwagen.

Nebst dem Herumsitzen ist das Spazieren eine der Hauptaktivitäten der Mönche. Die Einheimischen sehen es nur teils so, aber für mich sind die vielen Mönche in Myanmar eine Plage, mit Ausnahme der meisten Klosteräbte sind die anderen nichts als Schmarotzer.

„Im Frühtau zu Berge wir ziehn, fallera ….“ hätte ich singen können. Wir hatten in einem Haus einer Bauernfamilie übernachtet. Nach ausgiebiger Nachtruhe, ich nenne es bewusst nicht Schlaf, mit nur einer Decke zwischen dem Holzboden und den Knochen, und einem reichlichen Zmorge ging es am Morgen des 2. Tages um halb 8 weiter.

Die Landschaft änderte auf der Strecke nicht stark, aber doch merklich. Der Weg war angenehm zu Gehen, nie sehr steil nach oben oder unten, nur am ersten Tag war es wegen des Regens in der Nacht vorher hin und wieder etwas glitschig und matschig.

Chi Hle beim Kochen des Mittagessens am 2. Tag, wieder in einem Bauernhaus. Hier sind Feuertöpfe auf Tischhöhe angeordnet, sonst waren es offene Feuerstellen am Boden mit eisernen Dreibeinen für die Pfannen und Woks. Der Rauch zieht ohne Kamin gegen die Decke, schwarzes Gebälk und Küchenwände zeugen von jahrelanger Berussung. Erstaunlicherweise kam der Rauch nie gegen das Gesicht, die Augen brannten nie.

Für die 2. Nacht waren wir in einem Kloster. Ganz anders als im Kloster, in dem Rolf das Schulhaus bauen lässt, herrscht hier Disziplin unter den Novizen. Bei unserer Ankunft waren sie am Reinigen des Holzbodens im grossen Hauptraum. Dazu schoben alle 7 Novizen aufgerollte Tücher vor sich her, auf allen Vieren, in Laufrichtung der Bodenbretter hin und her für etwa 15 Minuten.

Der Tagesablauf der Novizen sei hier wie folgt: Tagwache um 5 Uhr, beten und chanten bis 6 Uhr, den Boden reinigen, Essen abholen im Dorf, jeden Tag bei einer anderen Familie, etwa 20 Minuten pro Weg, Frühstück, Besuch der öffentlichen Schule im Dorf, Essen gegen Mittag, Abstinenz ab 12 Uhr bis zum nächsten Morgen, ausser Wasser oder Tee, Schule bis etwa 15:30, Boden reinigen, Platz wischen (siehe oben), lautes Auswendiglernen von Texten, ein bisschen Rumhängen, beten und chanten, schlafen. Wenn Touristen da seien laufe am Abend der Generator, und der Obermönch lasse einen Video abspielen, bei unserem Besuch einen koreanischen Spielfilm, zu dem auch gegen 20 Buben, aber keine Mädchen, aus dem Dorf herkamen, sich mit Taschenlampen den Weg leuchtend.

Das Kloster Hti Daet am frühen Morgen, vor Sonnenaufgang.

Am 3. Tag war es mehrheitlich sonnig, nur unterbrochen von einigen Wolkenfeldern, während der 2. Tag recht schattig war, ideal zum Wandern, schlecht für das Fotografieren.

Eines der jungen Hirten-Mädchen, die auf eine etwa 60 Kühe zählende Herde aufpassten.

In dieser Gegend grasen die Kühe auf Wiesen, wie bei uns, nur wo es flach sei und alles mit Äckern und Reisfeldern belegt wären die Kühe im Wald. Zum Thema Wald- oder Wiesenkuh: Der Kompost aus Kuhdung sei besser und teurer von Wiesenkühen, weil sie Gras frässen, die Waldkühe frässen Blätter von den Sträuchern und das sei schlechter. Noch weniger gut und deswegen günstiger sei Kompost aus Dung der Wasserbüffel. Das erzählte mir ein Gemüsebauer, der etwas Englisch konnte, teils übersetzt durch Sue. Er hatte vor seinem Haus einen grossen Haufen Kuh-Dünger, es sah fast aus wie unser Kompost, wie schwarze Erde. Als ich ihm sagte, wir hätten früher, zu Zeiten des Plumpsklos, die Hausgülle in den Gemüsegarten gegeben, lachte er laut, sagte, ja, die Bananenstauden neben seinem Toilettenhäuschen würden fantastisch gedeihen, aber niemand ässe diese Bananen. Jetzt hat er seinen Freunden über die Schweiz etwas zu erzählen. :-)

Der erste Ausblick zum See, nahe unseres Ziels Indein. Es sind sehr viel mehr Häuser verstreut in der Ebene als wir je vom Boot aus sehen.

Kurz vor Indein, ein gelb blühendes Sesam-Feld hinter Bambus.

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Diesmal ist es der Mühe wert, die Bilder anzuschauen.

12.10.09
On Monday I cycled down the west coast of the lake to Kaing Daung, took a boat across the lake to Mine Tauk, had lunch at a very nice little place on the water, watched boys flying their kites and cycled back to Nyaung Shwe, arrived completely soaked due to heavy rain.

An diesem ruhigen Restaurantchen auf dem Wasser ass ich Lunch, einen schön gebratenen Fisch, Reis, Tomatensalat. Meine Bootsfahrt über den See endete an der langen Brücke, die beide Teile von Main Tauk miteinander verbindet, das Dorf auf dem Wasser mit dem Dorf am Ufer. Ich schaute mich in der Gegend um, da sprach mich unerwartet eine junge Frau von unten an, ihr Kopf auf Kniehöhe am Geländer. Sie stand in ihrem Canoe and sagte: „My restaurant over there“, ich sagte: „OK“, und sie ruderte mich einbeinig wie die Fischer auf dem See die 30 Meter hinüber. Das Fahrrad liess ich natürlich auf der Brücke.

Die ersten 5-6 km der Rundtour waren nicht gerade für mein lottriges Damenvelo ohne Schaltung geeignet. Die Gedanken schweiften zu komfortablen Federgabeln eines Mountain Bikes.

Auf der Westseite des Sees, bei Kaung Daing, wohin ich mit dem Velo gefahren war, wuschen 2 Frauen Kleider und Tücher an einem tiefen Brunnen. Das Schlagen der Textilien ersetzt das Kneten oder die drehende Trommel der Waschautomaten. Andernorts in Südostasien schlagen die Frauen die Wäsche mit voller Wucht auf Steine. Zugegeben, sie verstehen das Waschen, wenden die 3 klassischen Mittel an wie in der Maschine: Wasser, Netzmittel (Seife, Pulver), Mechanik. Wie lange aber halten die Gewebe diese Mechanik wohl aus?

Tomaten überall, die schwimmenden Gärten im Inle See versorgen ganz Burma. In diesem Haus waren Leute am Sortieren. Auf dem See begegnet man oft Booten voll beladen mit Tomaten in Körben, Kisten und Säcken, die nach Nyaung Shwe zu den Gross-Händlern geliefert werden. Dort werden sie in Holzkisten umgeschüttet und mit grossen LKWs abtransportiert. Der Gross-Handel ist in den Händen von Geschäftsleuten aus Yangon oder Mandalay, die Einheimischen könnten nur abliefern und die Preise akzeptieren.

Auf der Überfahrt.

Die typischen Reusen des Inle Sees. Es wird jedoch mehr mit Netzten gefischt, wobei die Fischer nach dem Auslegen des Netzes mit ihren Paddeln auf das Wasser schlagen und so die Fische gegen das Netz treiben. Die Leute am See rudern auf einem Bein stehend, üblicherweise mit einer Hand und dem anderen Bein rudernd. Beim Einziehen der Netze klemmen sie das Paddel unter die Achsel und haben beide Hände frei, wohlverstanden alles auf einem Bein auf den wackeligen Canoes. Hier ist dies nicht der Fall, aber mit Fotos im Picasa dokumentiert.

Eine Mutter bringt heimkehrende Schüler vom Ende der Brücke zu den einzelnen Häusern, ein Schulbus auf dem Wasser. Die Schuluniform ist hier ein Longi und ein weisses Hemd. Der Longi, ein Wickeltuch, ist die Standard-Kleidung der Männer in Myanmar. Ich trage ihn hier oft, fuhr in ihm die Velotour, mit dem Damenvelo kein Problem, ausser dass es ihn hin und wieder vom Wind hochhob wie auf dem bekannten Bild von Marilyn Monroe. Das Teil ist sehr praktisch, vor allem auf einer Kauer-Toilette mit schmutzigem Wasser am Boden.

Der 4 Monate alte Bub meiner Lunch-Gastgeberin.
Der Ehemann lag mit dem Kleinen am Boden und die Frau war in der Küche, gute Arbeitsteilung. Ich sehe hier die Frauen fast immer am Arbeiten und die Männer fast immer schwatzend oder vor sich hin dösend am Rumhocken.

Unglaublich geschickt bewegten sich die Buben auf dem Geländer des Steges, hin und her, die Augen immer auf ihren Drachen gerichtet, die Schnur auf- und abwickelnd und die Rolle bewegend. Die gute Balance kommt wohl vom einbeinigen Paddeln, das sie von klein an üben.

Ausblick vom Mittagstisch, eine unbeschreibliche Ruhe, gut für Körper und Geist. Irgendwo sitzen bleiben und nur schauen und warten, es geschieht bestimmt etwas, ist meine Devise. Überall hinrennen, Sehenswürdigkeiten abhaken, bringt für mich nicht die erhofften Erlebnisse und Eindrücke.

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