05.11.09 Day 9
Chiang Khong – Pu Chi Fa mountains – Ban Huak – Thoen – Chiang Rai, 261 km, Stand 887 km
Not as planned in the town of Chiang Kham I ended the day, but in Chiang Rai, as I craved a real nice bed wit 2 sheets and warm blanket after the cold nights in my windbreaker under thin PES blankets in Chiang Kong, and I wanted to cure my sinusitis or light cold.
Around 120 km, nearly half of the day’s mileage, was awesome biking and great scenery, first along the Mekong, then the Phu Chi Fa mountain range along the border to Laos.
06.11.09 Day 10
Chiang Rai, 0 km, Stand 887 km
Recoevring from a cold, blogging and taking it easy, for a change.
Der Mekong vom südlichen Ufer, über dem Fluss liegt Laos.
Kurz nach dem Start leitete mich das GPS von der Hauptstrasse weg. Ausserhalb des Ortes wurde die Strasse breit und schön und neu, mit gelber Leitlinie in der Mitte, also doch OK. Plötzlich, nach den letzten Häusern eines Dorfes, sehe ich geradeaus nur Büsche und eine abwärts führende Karrenspur. Vollbremsung, not so easy ohne ABS, ich kam aber nach etwas Schleudern auf dem Karrenweg zum Stillstand. Das GPS zeigte immer noch geradeaus in die Büsche, wohin ich aber nicht wollte, also rechtsumkehrt und eine Umfahrung suchen, ab auf eine Nebenstrasse. Siehe, kurz nachher zeigte das GPS in Richtung S und ich folgte ihm kreuz und quer über Feldwege, bis eine angezeigte Linksabzweigung in den hohen Mais führte, der Weg vermutlich untergepflügt. Also wieder alles retour, 12 km bis zur grossen Hauptstrasse, GPS prüfen, aha, es war auf „kürzeste Strecke“ gestellt. Ändern in „kürzeste Zeit“ brachte mich erleichtert entlang der Hauptstrasse weiter. Nach einem grossen Bogen kam ich wieder in die Nähe des Mekong und sah auf dem GPS meine vormalige Spur gar nicht weit entfernt auf der anderen Seite des kleinen Zuflusses. Kürzer wäre es dort durch gewesen, hätte die Brücke schon gestanden.
An solchen Orten könnte ich stundenlang verweilen, tu es ab und an auch, aber an diesem Tag wollte ich weiter, in die Berge.
Mit den Wochen stumpfte ich ab, hielt nicht mehr an jedem zweiten Reisfeld, aber schön ist das Zusammenspiel der verschiedenen Farbtöne halt doch immer wieder.
Ein Stück Land ausgeebnet und Folienhäuser drauf. Hoffentlich sieht es in 10 Jahren hier nicht so aus wie in Spanien oder den Berghängen an der ligurischen Küste.
Fast wie in dem schweizerischen Alpenvorland, nur mit etwas anderem Baumbestand, und wärmer, vor allem jetzt im November.
In einer Region waren wieder viele Kohlfelder, teils ganze Abhänge voll gepflanzt, oft aufgestapelter Kohl am Strassenrand, bereit zum Abtransport. Ich sah aber auch Frauen mit Hutten, hoch beladen mit Kohl, der Strasse entlang gehen.
Auch weitab in der Pampa sind die wichtigeren Schilder zweisprachig beschriftet.
Hier, im Dorf Lao U, drängte mich ein Mann, unbedingt den weiteren Weg über Ban Huak zu wählen, weil ich dann an dem „wonderful waterfall“ Pusang vorbei käme, ob ich diesen denn nicht sehen wolle? Es lohnte sich wirklich, schöne Kurven, schöne Gegend, den Wasserfall schaute ich bei der Durchfahrt an, Gas wegnehmen, kein Grund anzuhalten.
Weitere Fotos meiner Reise sind hier http://picasaweb.google.com/houdini49 in mehreren Picasa-Alben (zum Ansehen der Fotos auf das entsprechende Albumbild clicken).
Further photos of my trip are here http://picasaweb.google.com/houdini49 in various Picasa albums (click on the respective album picture to see the photos).
Was ist wohl nebst Sand in den Eimern? Sie sind unmittelbar am erodierenden Sandufer des Mekongs aufgestellt.
Sorgfältig wird die oberste Sandschicht in die Eimer gefüllt. Sind darin kleine Schnecken oder Larven, die in den Kesseln gross wachsen? Sehen konnte ich es nicht, der Mann verstand meine Frage nicht, und die zugedeckten Eimer wollte ich nicht abdecken und im Sand wühlen.
Beim zweiten Besuch gegen Abend wurde die Sache klar, Bohnen keimen im Sand und Sprossen wachsen im Dunkel des Sandes schön weiss und gelblich heran, nicht grün wie am Licht. Es dauere im Sommer, bei warmem und schönem Wetter, 2 Tage von der Bohne bis zur verkaufsfähigen Sprosse, jetzt, bei der kühlen Temperatur und dem wolkigen Himmel 6 Tage.
Eine Kundin kommt vom laotischen Ufer des Mekongs zum Einkauf.
Noch ein Eimer, dann ist der Korb voll. 5 Eimer mit Sand und Sprossen waren nötig, um den Korb zu füllen.
Man nimmt es genau, es wird abgewogen, ein bisschen dazu, wieder ein bisschen weg, stimmen muss es. Die Frau bezahlte nur 100 Baht (rund 2 Euro) für die grosse Menge an Bohnensprossen. Sie muss wohl eine Händlerin oder von einem Restaurant sein.
… und ab, zurück nach Laos.
In den am Ufer vertäuten Fischfarmen wird eine Art Catfish gemästet, mit 2 Auswüchsen an der Lippe, eine Welsenart. Es dauere ein Jahr von der Aussetzung der Jungfische bis zum Schlachtgewicht von etwa 2 kg. Jeden Tag werde zweimal gefüttert, nach Augenmass, das Kilo bringe auf dem Markt um die 150 Baht (rund 3 Euro).
Bergig war die Fahrt zwischen Mae Salong und Mae Sai, flach wurde es erst am Rand von Mae Sai. Ich wählte die Route über den Doi Tung, den Flaggenberg, so benannt, weil lokaler Fürst im 13. Jhdt. auf dem Berg eine Pagode bauen und eine riesengrosse Flagge hissen liess, die man von seiner Residenz im 50 km entfernten Mae Cham aus gesehen haben soll. Gross war sie vermutlich, aber kaum so gross wie die Schweizer-Fahne, die diesen Sommer an Stahlseilen über die Felswand am Säntis gehängt wurde.
Tourismus wie in der Schweiz auch hier! Am Doi Tung sind ein Royal Palace und ein gepflegter Park, die Besuchern gegen Entgelt offen stehen. Busladungen werden hergekarrt wie zur Schwägalp, um beim appenzellischen Vergleich zu bleiben. Die „Princess Mother“, Mutter des Königs Bumiphol, baute die Sommerresidenz für sich und weilte bis zu ihrem Tod 1995 auch oft da. Sie war in dem Glauben oder hatte die Hoffnung, die Bevölkerung hier im hohen Norden würde durch die königliche Präsenz und Identifizierung eher der Aufforderung Folge leisten, den Anbau von Schlafmohn aufzugeben und auf normale Landwirtschaft zu wechseln. Sie hat ihr Ziel nicht erreicht. Nur massiver Druck durch das Militär und Förderung von alternativen Anbauprodukten brachte die Wende. Heute wird in Thailand kein Mohn mehr angebaut.
Abfalltrennung in den Bergen Thailands, von rechts: der kleine Beutel für Kronenkorken, also Stahl, der schwarze Eimer für gequetschte Alu-Dosen, der erste weisse Sack für Plastik, der zweite für Glas, der Korb für allgemeinen Abfall und untrennbare Verbund-Verpackungen. Super!
Mein Schreibplatz über dem Wasser, erwähnt in meinem letzten Beitrag. Der Grenzfluss ist kein grosses Hindernis für illegale Zuwanderer, die ihr Glück in Thailand finden wollen.
Touristen fahren mit diesen „Slow Boats“ auf dem Mekong zwischen Huey Sai und Luang Prabang, in zwei Tagen mit Übernachtung an Land. Ich genoss die Fahrt vor zwei Jahren auf einem besseren Schiff, mit Übernachtung in einem mitten im Wald am Mekong gelegenen Bungalow-Hotel.
Ausblick auf Terrasse und Mekong, von meiner Cabin im Siam Riverside Guest House in Chiang Khong.
Der Besitzer des Riverside schnitzt an seinem neuen Namensschild. Ein neues Schild ist ein erster Schritt, aber es wäre sonst einiges zu tun hier, am liebsten würde ich gleich anpacken. Viele Thais schauen mit anderen Augen, sehen das offensichtlichste nicht, dabei bräuchte es so wenig und nur einfache Mittel zu erheblicher Verbesserung. Er ist sich dessen nicht bewusst, hatte aber letzte Nacht nur zwei Gäste, mich und einen Engländer.
Als wir um 9 Uhr im Restaurant der Kochlehrerin ankamen, hatte sie die gemeinsam um 06:30 im Morgenmarkt gekauften Gemüse und Kräuter bereits schön angeordnet, wie als Vorlage für ein Still-Leben eines alten Holländers.
Unsere Lehrerin Joyce legte mit ihrer Helferin die Zutaten jedes Gerichtes auf Bananenblättern bereit und erklärte, was alle waren und weshalb sie im Rezept dabei seien. Dann war es an uns Trainees, zu schälen, zu schneiden und zu hacken, alles schön gemäss Anleitung. Nach dem mis-en-place verschoben wir uns jeweils vom Restaurant in die Küche und es ging ans Kochen. Das Bild oben zeigt die Zutaten für ein vegetarisches Pad Tai, gebratene Nudeln mit Tofu und Gemüse.
Als erstes wurden die Cashew Nuts gold-braun geröstet, in reichlich Palmöl, das aber anschliessend grösstenteils zurück gelehrt wurde, nicht dass Leser glauben, alles Öl sei für die Nudelbraterei verwendet worden.
Das zweite Gericht war Gaeng Keaw Wan Gai, grünes Curry mit Huhn, natürlich auch mit Gemüse, vorwiegend weisse runde Auberginen von etwa 4 cm Durchmesser und ganz kleine grüne Auberginen, etwas in der Grösse von Kichererbsen. Die letzteren wachsen an Tratten, ähnlich wie Trauben.
Ein Blick in die Küche, die Vegetarierin Nathalie am Kochen von gelbem Tofu Curry.
Joyce und ich sind hinter Gittern, aber nicht im Knast, aufgenommen von aussen durch das Küchenfenster. In der Pfanne köchelt das Dessert, Kürbis in Kokosnussmilch, gesüsst mit Palmzucker, sehr lecker.
Joyce’s Restaurant „Ban Bon Doi“, in dem der Kochkurs stattfand. Als Begleitmusik zum Rüsten und Kochen hörten wir ab CDs sanfte ruhige Musik, teils auf traditionellen Thai Instrumenten gespielt, teils von Thai singer song writers, teils westliche Cafe Bar Musik.
A woman of the Akha ethnic minority in her traditional garb at the Mae Salong morning market.
Bei dieser Teeplantage und -verarbeitung verblieb ich für etwa eine Stunde. Am Eingang zur Fabrikationshalle stand gross „STAFF ONLY“, aber eine Frau winkte mich zu meiner Freude herein.
Pflückerinnen warten im Fabrikhof auf ihren Einsatz. Sie waren bereits bei meiner Ankunft da und warteten nach einer Stunde immer noch auf das komplette Abtrocknen des Morgentaus. Gepflückt werden die oberste Spitze und die nächsten 2 Blätter der Zweige.
In dieser Gegend wird hauptsächlich Tee der Art „Oulong“ hergestellt. Oulong oder Oolong wird nur teilweise fermentiert, d.h. die Oxidation wird durch das anschliessende Trocknen abgebrochen. Grüntee ist praktisch unfermentiert und hat einen etwas grasigen Geschmack, während der bei uns übliche Schwarztee voll ausfermentiert ist und rötlich wird. Der Aufguss von Oolong ist gelb, heller oder dunkler und verschieden im Geschmack, je nach Fermentationsgrad.
An der Strasse stehen viele Speicher mit getrockneten Maiskolben. Reis wird hier, wegen der hohen Lage, sehr wenig angebaut und nur Bergreis mit Trockenaussaat in Schräglage, keine Reisterrassen.
Zwei der Wunderkurven auf der schön gebauten Strasse. Reisen per Motorrad ist wirklich super, die Fahrt von A nach B wird zum Genuss, ich kann anhalten, wo immer ich will. Die Alternative ist ein voll gepferchter Pick-up, der an den schönsten Stellen vorbeifährt.
Ich mag die Ruhe, die dort herrscht und liebe es, eine halbe Stunde oder mehr an einem Ort zu verweilen und den Leuten zuzuschauen, dann wieder etwas umher zu schlendern, um mich in eine andere Ecke zu setzen.
Für jeden der 7 Wochentage stehen rund um die Haupt-Stupa verteilt kleine Schreine mit den zugehörigen Buddhas, Figuren und Tieren. Der Wochentag, an dem die Gläubigen geboren sind, entscheidet, an welchen Schrein sie gehen müssen. Ich müsste zum Samstags-Schrein, mit dem Drachen als zugehörigem Tier, und ich müsste Rosen kaufen und hinlegen. Zu jedem Tag gehört eine Sorte Pflanzen oder Blätter, für einen Tag gar nur Gras oder irgendwelche grüne Blätter. Erstaunlich ist eines der Tiere, das aussieht wie ein Meerschweinchen, und sie sagen ihm auf Englisch auch entsprechend „guinea pig“. Meines Wissens stammt das Meerschweinchen aus Südamerika. Wurde es erst eingeführt Kolumbus, Pizarro, etc.? Das Mädchen giesst mehrmals Wasser aus dem davor stehenden Brunnen über alles, was am Schrein ist, über den Buddha, die Maus und die anderen Figuren. Alle machen dies so, auch Helen und ich beim Besuch vor 2 Jahren.
Viele sitzen stundenlang am gleichen Ort, beten, meditieren, manche lagern auch und reden miteinander oder machen Vesper.
Freiwillige wischen den Boden und nehmen ihn feucht auf, d.h. sie verstreichen eher den Schmutz gleichmässig. Einigermassen sauber sieht es trotzdem aus nachher. Ich sah auch Leute, die den Boden intensiv mit Bürste und Netzmittel reinigten, siehe Picasa.
Ich sah viel weniger Nonnen als Mönche am Inle See. Auch Nonnen und Novizinnen lassen sich den Kopf kahl rasieren, haben sich an die gleichen Regeln zu halten wie die Mönche, und auch sie bitten an Shops und Marktständen um Almosen, dh vorwiegend Geld, leiern nach Erhalt ihre guten Wünsche und den Segen herunter.
Kutscher mit ihren Pferdewagen warten in der Nähe des Marktes auf Kundschaft.
Kaum war ich vom Rad gestiegen, kam ein Spieler, lud mich zu Tee und Samusa ein und erklärte mir das Spiel. Die Wettkämpfe werden in diversen Disziplinen durchgeführt. Diese Freunde nehmen als 6er-Mannschaft teil, es gibt aber auch Einer, Zweier und Dreier.
Die 19-jährige Wi schreibt sich in Englisch „V“, arbeitet im Green Chilli Restaurant und studiert als Fernstudentin, das hier „distance learning“ heisst, Geographie und Pädagogik an der Uni von Taunggy. 35 Tage im Jahr muss sie an die Uni, für Intensiv-Kurse, Übungen und die Examen, die restliche Zeit ist Selbst-Studium.
Hier werden handgefertigte Schnurspulen für das Drachenfliegen angeboten. Der kleine Shop hat ausschliesslich Drachen-Zubehör im Sortiment. Ob es für einen kargen Lebensunterhalt reicht?
Sue genierte sich beim Fotografieren, sie habe heute viel Tanaka aufgetragen, den burmesischen Sonnenschutz und Kinder- und Frauen-Zier.
Sue mit ihren beiden Töchtern und 2 Brüder mit Familien wohnen im Haus der Eltern, die beide verstorben sind.
Im gemauerten Haus ist das Wohnzimmer für alle 3 Familien, abgetrennt ein Schlafraum für Sue und ihre Töchter, sowie ein Raum für die derzeit nicht anwesende Schwester.
Die beiden Brüder wohnen mit ihren Familien in 2 einfachen Bambushäusern, die als Schlafzimmer dienen. Jede der 3 Parteien hat ihre eigene „Küche“.
Das ist Sue’s Küche, einfacher geht’s kaum. Hier von links: eine Nachbarin, Sue, die Frau des jüngeren Bruders und Nih Lah, die Frau des älteren Bruders, die gerade auf Sue’s Holzkohlen-Kochstelle Fleischklösse frittiert. Sue ist die älteste der 4 Geschwister.
Das Bad der Grossfamilie. Noch die Eltern hatten ein Rohr etwa 30 Meter tief in den Boden treiben lassen, aus dem mit einer Handpumpe das Wasser hoch gefördert wird. Der runde Zementtank steht erst seit 2 Wochen. Sue sagte, sie habe ihn aus meinem Führerlohn für 20 Franken kaufen können. Der Lieferant habe den Tank aussen mit Holzlatten verschalt und auf der Strasse bis zu ihr hergrollt. Vorher hätten sie das Wasser nur immer eimerweise hoch gepumpt, das sei bei der „shower“ (Dusche), wie sie es nennen, wenn sie sich waschen, recht mühsam. Heute können sie Wasser mit einer Schale aus dem Tank schöpfen und über sich giessen.
Ein Mädchen aus der Nachbarschaft im Wohnzimmer. Nachbarsfrauen und -Kinder sind häufig in und um das Haus, es ist ein Kommen und Gehen, die Nachbarn sind viel mehr miteinander verbunden als bei uns.
Da freut sich der Chemie-Ingenieur in mir, rostfreies Rohrmaterial und Hahne bereit zum Einbau.
Ein kleiner Teil des Weins, vom besten, wird in Barriques ausgebaut. Die Eichenfässer sind aus Ungarn, seien aber genau so gut wie französische Eiche und günstiger. Die Fässer lagern in einem isolierten und gekühlten Schiffs-Container.
Ich durfte direkt aus 2 Kühltanks degustieren. Der 7-monatige Cabernet Sauvignon war, wie für Sauvignon typisch, kräftig in der Nase und schmeckte gut. Der gleich junge Pinot/Tempranillo war bereits sehr angenehm zu trinken. Shiraz kam nicht zur Degustation, ich kaufte aber eine Flasche, um sie in Yangon mit Rolf zu trinken.
Aussen vor der Höhle ist eine grosse Anlage mit 3 gedeckten Aufgängen gebaut worden, sogar einen Lift mit Glasverschalung gibt es hier, dafür haben sie Geld, vielleicht von den 3$ Eintrittsgeld für Ausländer.
Der Fahrer und sein Helfer montierten eine schwere Welle mit Kreuzgelenk, die sie dabei hatten, als Differentialsperre zwischen die hinteren Antriebsräder, aber die Räder drehten weiter durch. Nach etwa einer Stunde Wartezeit liessen sie E Tut den Wagen zwischen LKW und Büschen durch den Matsch zirkeln und rutschen.
Die beiden deutschen Frauen verdienen volle Anerkennung für ihre Leistung, super, grossartig. Sie hatten die Räder vor der Reise über Internet in Mandalay gemietet und fuhren von dort über Meiktila, Thazi und Kalaw nach Nyaung Shwe an den Inle See, wo sie auch im Aquarius Guest House untergebracht waren. Hier sind die beiden auf dem Weg nach Pindaya, wir noch am Warten. Wir sagten, vielleicht würden wir uns am Abend in einem Guest House in Pindaya wieder treffen, falls der LKW nicht frei käme. Alternativstrassen gibt es keine, diese hier ist die Landstrasse, auf der Karte rot und fett eingezeichnet.
Das kleine Mädchen schmiegt sich an den schützenden Rockzipfel oder dicken Bauch der Mutter. Hier, vor einer kleinen Hütte, machten wir Rast, tranken Tee und assen frittiertes Knabberzeug aus gestampften Bohnen, Reismehl und Wasser.
Nach dem Tanz geht die Frau zu Besuchern, spricht zu einzelnen laut, zu anderen leise und freundlich oder beschimpft sie. Die Leute geben ihr speziell gefaltetes Geld, das sie sich an ihren Kopfschmuck steckt oder in die Bluse. Später erfahre ich, dass die beiden Frauen Medien sind, durch die Geister, genannt Nats, zu den Leuten sprechen können.
Das Haus der Brautfamilie
Zusammen mit einer Gruppe von Nachbarn des Bräutigams war Sue zu einer Hochzeit in einem Dorf im Inle See eingeladen. Sie fragte, ob sie mich mitbringen dürfe, was, wie sie sagte, mit Freude bejaht wurde. Ich fühlte mich sehr wohl unter den Gästen, kam auch ohne Burmesisch in Kontakt mit Leuten.
Das Hochzeitspaar sass die ganze Zeit in einer Ecke und empfing dort die Gäste, die ein Geschenk oder Geld überreichten, dem Paar Glück wünschten und ein Armbändchen aus gewickelten weissem Garn um das Handgelenk legten. Die Eltern wussten vor 2 Wochen noch nichts von der bevorstehenden Vermählung. Der in Nyaung Shwe wohnhafte Bräutigam traf die Braut aus dem 2 Stunden Bootsfahrt entfernten See-Dorf auf dem Markt, wie Sue sagte. Wie lange sie sich schon kannten, ist mir nicht bekannt. Ohne dass die Eltern etwas davon wussten oder ahnten, tauchten die beiden für eine Woche bei Freunden unter, um Tatsachen zu schaffen. Bei uns hätte man früher gesagt, sie seien durchgebrannt. Innert weniger als Wochenfrist wurde die Hochzeit angesetzt und fand nun heute an einem astrologisch, oder was immer, günstigen Datum statt. Dieses Vorgehen sei sehr häufig in Burma. Ich erinnere an den Fall von Mutu, der leider unglücklich endete. Sue sagte, sie und ihr Mann seien nicht durchgebrannt, da sie wussten, ihren Willen im Notfall gegen die Eltern durchsetzten zu können.
Gegessen wurde wegen der vielen Gäste in 3 Schichten. Das Menu bestand aus einer Suppe aus gestampften roten Bohnen mit einer bitteren Zutat, die nur bei Festlichkeiten serviert würde, Kresse/Reis-Salat, gewässertem getrocknetem Fisch, ähnlich Stockfisch oder Bacalaõ, recht scharf und würzig. Dazu gab es weissen Reis. Es war kein Gala-Menu, aber anbetracht der vielen Gäste und der beschränkten Mittel absolut in Ordnung. Der Fisch schmeckte ausgezeichnet. Die vielen Töpfe und Teller wurden von einem Kloster ausgeliehen.
Viele Leute wollten fotografiert werden und auf dem Kamera-Monitor ihre Bildchen ansehen. Das Mädchen hier gehört zur Volksgruppe der Pao, wie auch die Brautfamilie und viele der Gäste. Die dunkelblaue oder auch beinahe schwarze Kleidung der Frauen besteht aus 3 Teilen, einem Wickeljupe, einer Weste und einer Jacke, plus Wadenstulpen, alles aus guter Wolle. Das Mädchen trug Tuch bester Qualität, „No. 7000 Superfine Wool“, die Webkante mit eingewobener Qualitätsbezeichnung als Bordüre, damit alle die Qualität sehen können, so wie Philipp seine „Hugo Boss“ Etikette aussen an seinem Anzugsärmel liess. Ein kompletter Outfit koste über 100 US$, viel Geld hier, 4 Monatslöhne einer Hotelangestellten.
Das stattliche Hochzeitshaus steht auf Pfählen inmitten des Wassers, man gelangt nur mit Booten hin. Die Leute in unserem Boot mussten sich durch das halbe Dorf zum Haus durchfragen, ein für mich willkommenes Sightseeing. Das Bild oben ist ein Ausblick aus dem Fenster in der 2. Etage. Das Haus wankte manchmal leicht, wie ein grosses Schiff, wenn eine Gruppe nach unten zum Essen ging.
Diese Aufnahme gelang mit meinem Paparazzi-Zoom, vom Abgebildeten unbemerkt. Alle anderen Bilder schoss ich mit dem normalen 17-85 mm Zoom. Die Leute posierten gerne, lächelten aber kaum, auch wenn ich sie dazu aufforderte. Nachher, beim Betrachten der Bilder konnten sie wieder freudig lachen, schade. Die alte Frau mit ihren vom Betelkauen roten und fürchterlichen Zähnen war eine Ausnahme, lachte die ganze Zeit und versuchte, mit mir zu reden. Wenn Sue in der Nähe war übersetzte sie.
Ich musste natürlich auch verewigt werden, zusammen mit dem Brautpaar und Sue’s Töchterchen Shu Mei Nih und Ni Leh.
Auf der Suche im Dorf. Amüsant war, auf der Fahrt von Touristen fotografiert zu werden, die über ein so übervoll mit Leuten gefülltes Boot staunten. Die meisten werden wohl erst zuhause beim Betrachten der Fotos den Westler unter den Einheimischen entdecken. Dass unser Boot sehr tief im Wasser lag beunruhigte mich nicht besonders, da ich in den beinahe 2 Wochen hier am und auf dem See weder ein schwer mit Tomaten oder anderer Ware beladenes Boot hatte sinken sehen noch davon gehört hatte.
Das Licht war einfach grossartig, da konnte ich nicht viel falsch machen. Ich sah das Licht und die Wolken und radelte hin.
Die Wanderung führte durch verschiedene Geländeabschnitte, Wald, Hügel, Ebenen, über Bäche und durch Reisfelder wie hier.
Für die erste Mittagsrast bezogen wir die Küche dieser Frau. Chi Hle liess mich beim Rüsten und Kochen nicht mithelfen, auch Sue durfte nur Gemüse schneiden. Das Essen während der Wanderung war immer hervorragend, wobei der Appetit nach einem anstrengenden Tag natürlich grösser war als sonst.
Das Timing hätte nicht besser sein können. Kurz vor dem ersten Übernachtungsort trafen wir auf Eisenbahnschienen, die aussahen, als wäre seit 20 Jahren kein Zug mehr gefahren, aber es fahren pro Tag 2 Züge, je einer in jede Richtung. Die Wagen schwankten Furcht erregend, Helen würde vermutlich seekrank. Das Zugfahren ist günstiger als der Bus, dauert aber viel länger. Touristen erzählten von einer 7-stündigen Bahnfahrt für 58 km. Bei Nyaung Shwe fährt der Zug früh am Morgen ab und ist erst am Abend des nächsten Tages in Yangon, ohne Schlafwagen.
Nebst dem Herumsitzen ist das Spazieren eine der Hauptaktivitäten der Mönche. Die Einheimischen sehen es nur teils so, aber für mich sind die vielen Mönche in Myanmar eine Plage, mit Ausnahme der meisten Klosteräbte sind die anderen nichts als Schmarotzer.
„Im Frühtau zu Berge wir ziehn, fallera ….“ hätte ich singen können. Wir hatten in einem Haus einer Bauernfamilie übernachtet. Nach ausgiebiger Nachtruhe, ich nenne es bewusst nicht Schlaf, mit nur einer Decke zwischen dem Holzboden und den Knochen, und einem reichlichen Zmorge ging es am Morgen des 2. Tages um halb 8 weiter.
Die Landschaft änderte auf der Strecke nicht stark, aber doch merklich. Der Weg war angenehm zu Gehen, nie sehr steil nach oben oder unten, nur am ersten Tag war es wegen des Regens in der Nacht vorher hin und wieder etwas glitschig und matschig.
Chi Hle beim Kochen des Mittagessens am 2. Tag, wieder in einem Bauernhaus. Hier sind Feuertöpfe auf Tischhöhe angeordnet, sonst waren es offene Feuerstellen am Boden mit eisernen Dreibeinen für die Pfannen und Woks. Der Rauch zieht ohne Kamin gegen die Decke, schwarzes Gebälk und Küchenwände zeugen von jahrelanger Berussung. Erstaunlicherweise kam der Rauch nie gegen das Gesicht, die Augen brannten nie.
Für die 2. Nacht waren wir in einem Kloster. Ganz anders als im Kloster, in dem Rolf das Schulhaus bauen lässt, herrscht hier Disziplin unter den Novizen. Bei unserer Ankunft waren sie am Reinigen des Holzbodens im grossen Hauptraum. Dazu schoben alle 7 Novizen aufgerollte Tücher vor sich her, auf allen Vieren, in Laufrichtung der Bodenbretter hin und her für etwa 15 Minuten.
Das Kloster Hti Daet am frühen Morgen, vor Sonnenaufgang.
Am 3. Tag war es mehrheitlich sonnig, nur unterbrochen von einigen Wolkenfeldern, während der 2. Tag recht schattig war, ideal zum Wandern, schlecht für das Fotografieren.
Eines der jungen Hirten-Mädchen, die auf eine etwa 60 Kühe zählende Herde aufpassten.
Der erste Ausblick zum See, nahe unseres Ziels Indein. Es sind sehr viel mehr Häuser verstreut in der Ebene als wir je vom Boot aus sehen.
Kurz vor Indein, ein gelb blühendes Sesam-Feld hinter Bambus.
An diesem ruhigen Restaurantchen auf dem Wasser ass ich Lunch, einen schön gebratenen Fisch, Reis, Tomatensalat. Meine Bootsfahrt über den See endete an der langen Brücke, die beide Teile von Main Tauk miteinander verbindet, das Dorf auf dem Wasser mit dem Dorf am Ufer. Ich schaute mich in der Gegend um, da sprach mich unerwartet eine junge Frau von unten an, ihr Kopf auf Kniehöhe am Geländer. Sie stand in ihrem Canoe and sagte: „My restaurant over there“, ich sagte: „OK“, und sie ruderte mich einbeinig wie die Fischer auf dem See die 30 Meter hinüber. Das Fahrrad liess ich natürlich auf der Brücke.
Die ersten 5-6 km der Rundtour waren nicht gerade für mein lottriges Damenvelo ohne Schaltung geeignet. Die Gedanken schweiften zu komfortablen Federgabeln eines Mountain Bikes.
Auf der Westseite des Sees, bei Kaung Daing, wohin ich mit dem Velo gefahren war, wuschen 2 Frauen Kleider und Tücher an einem tiefen Brunnen. Das Schlagen der Textilien ersetzt das Kneten oder die drehende Trommel der Waschautomaten. Andernorts in Südostasien schlagen die Frauen die Wäsche mit voller Wucht auf Steine. Zugegeben, sie verstehen das Waschen, wenden die 3 klassischen Mittel an wie in der Maschine: Wasser, Netzmittel (Seife, Pulver), Mechanik. Wie lange aber halten die Gewebe diese Mechanik wohl aus?
Tomaten überall, die schwimmenden Gärten im Inle See versorgen ganz Burma. In diesem Haus waren Leute am Sortieren. Auf dem See begegnet man oft Booten voll beladen mit Tomaten in Körben, Kisten und Säcken, die nach Nyaung Shwe zu den Gross-Händlern geliefert werden. Dort werden sie in Holzkisten umgeschüttet und mit grossen LKWs abtransportiert. Der Gross-Handel ist in den Händen von Geschäftsleuten aus Yangon oder Mandalay, die Einheimischen könnten nur abliefern und die Preise akzeptieren.
Auf der Überfahrt.
Die typischen Reusen des Inle Sees. Es wird jedoch mehr mit Netzten gefischt, wobei die Fischer nach dem Auslegen des Netzes mit ihren Paddeln auf das Wasser schlagen und so die Fische gegen das Netz treiben. Die Leute am See rudern auf einem Bein stehend, üblicherweise mit einer Hand und dem anderen Bein rudernd. Beim Einziehen der Netze klemmen sie das Paddel unter die Achsel und haben beide Hände frei, wohlverstanden alles auf einem Bein auf den wackeligen Canoes. Hier ist dies nicht der Fall, aber mit Fotos im Picasa dokumentiert.
Eine Mutter bringt heimkehrende Schüler vom Ende der Brücke zu den einzelnen Häusern, ein Schulbus auf dem Wasser. Die Schuluniform ist hier ein Longi und ein weisses Hemd. Der Longi, ein Wickeltuch, ist die Standard-Kleidung der Männer in Myanmar. Ich trage ihn hier oft, fuhr in ihm die Velotour, mit dem Damenvelo kein Problem, ausser dass es ihn hin und wieder vom Wind hochhob wie auf dem bekannten Bild von Marilyn Monroe. Das Teil ist sehr praktisch, vor allem auf einer Kauer-Toilette mit schmutzigem Wasser am Boden.
Der 4 Monate alte Bub meiner Lunch-Gastgeberin.
Unglaublich geschickt bewegten sich die Buben auf dem Geländer des Steges, hin und her, die Augen immer auf ihren Drachen gerichtet, die Schnur auf- und abwickelnd und die Rolle bewegend. Die gute Balance kommt wohl vom einbeinigen Paddeln, das sie von klein an üben.
Ausblick vom Mittagstisch, eine unbeschreibliche Ruhe, gut für Körper und Geist. Irgendwo sitzen bleiben und nur schauen und warten, es geschieht bestimmt etwas, ist meine Devise. Überall hinrennen, Sehenswürdigkeiten abhaken, bringt für mich nicht die erhofften Erlebnisse und Eindrücke.